Dasenbrock stellt im Rathaus aus Ideen-, Impuls- und Reflexionskünstler in Haselünne

Von Martin Reinholz

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Am Rande der Vernissage im Haselünner Rathaus: Gerd-Heinrich Reitzig (von links), Paul Verheyen, Anne-Rose Lübken und Reinhard Dasenbrock. Foto: Martin ReinholzAm Rande der Vernissage im Haselünner Rathaus: Gerd-Heinrich Reitzig (von links), Paul Verheyen, Anne-Rose Lübken und Reinhard Dasenbrock. Foto: Martin Reinholz

Haselünne. Während der Vernissage zur Ausstellung „Going Haselünne“ hat der Vorsitzende des Fürstenauer Kunstvereins „WIR“, Gerd-Heinrich Reitzig, den Künstler Reinhard Dasenbrock als „Ideen-, Impuls- und Reflexionskünstler“ bezeichnet. Der in Vinte bei Bramsche lebende Künstler Dasenbrock stellt in der Haselünner Rathaus-Galerie über 30 Bilder, Materialbilder und Objekte aus.

Eine Objekt-Sammlung befindet sich auch im Außenbereich des Rathauses. Haselünnes stellvertretende Bürgermeisterin Anne-Rose Lübken verwies bei der Eröffnung darauf, dass Dasenbrock kein Unbekannter in der Haselünner Kunstwelt sei. Bereits im Jahr 2012 stellte Dasenbrock gemeinsam mit dem Osnabrücker Künstler Reinhard Klink in der Haselünner Galerie aus. Dasenbrock habe Freude, Kunst zu machen und seine Werke hätten oftmals einen „politisch/historischen Hintergrund“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin.

Provokantes Zitat

Gerd-Heinrich Reitzig leitete seine Ausstellungseinführung mit dem provokanten Zitat von Karl Marx: „Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet“ ein. Der Künstler Reinhard Dasenbrock könne mit dem Satz: „Wie man mit dem Hammer künstlerisch tätig ist“ charakterisiert werden, meinte Reitzig. Der 1948 in Alfhausen geborene Dasenbrock machte nach der Handelskaufmanns-Lehre eine Weiterbildung zum Betriebswirt, studierte an der Universität Osnabrück Kunst und Sozialwissenschaften und war später Lehrer an Gymnasien und Wirtschaftsschulen im Kreis Steinfurt.

Lange Ausstellungsbiografie

Mittlerweile habe Dasenbrock eine „über vier Seiten“ lange Ausstellungsbiografie, meinte der Kunstvereinsvorsitzende. Dasenbrock habe für seine geschaffenen Kunstwerke zahlreiche Preise erhalten und wurde in diverse Jurys verschiedener Ausstellungen berufen, zeigte der Redner die vielfältigen Tätigkeiten des Dasenbrocks im Bereich der Kunst auf. Reitzig wörtlich weiter: „Zwei Eigenschaften charakterisieren diesen Künstler besonders. Zum einen vermag er – wie nur selten und wenige Künstler – mit anderen Künstlern gemeinsam Bilder zu schaffen. Zum anderen hat er eine Spürnase für junge, talentierte Künstler.“

Dasenbrocks Arbeiten ließen sich durchaus als Beispiele auffassen, die sich einerseits an andere Künstler – wie etwa Joseph Beuys – orientierten, die sich aber andererseits mit deren Werken im Sinne einer produktiven Aufnahme des Werkes auseinandersetzten. Daraus resultierten Werke, die mit „aufschlussreichen und zum eigenen Nachdenken auffordernden Titeln dem kritischen Betrachter einen Freiraum für die Kreativität des Sehens und Deutens schaffen“, führte Reitzig weiter aus.

Gewisse Offenheit

Zum Betrachten der Werke Dasenbrocks bedürfe es eine „gewisse Offenheit“ und das Sehen bedeute für den Künstler auch, gleichzeitig Fragen zu stellen. „Reinhard Dasenbrock darf insofern als ein Ideen-, Impuls- und Reflexionskünstler charakterisiert werden, als das er zunächst die Ideen für seine Werke entwickelt, die von politischen, ökologischen und anderen Ereignissen inspiriert werden, den kritischen Betrachtern Impulse zum Nachdenken gibt und diese zum Betrachten sowie zur Auseinandersetzung mit seinen Exponaten nahezu zwingt.

Betrachter vollendet Kunstwerk

Abschließend stellte Reitzig fest, dass erst „der Betrachter das Kunstwerk vollendet“ und lud die Gäste ein, für sich selbst zu entscheiden, „welche der hier ausgestellten Arbeiten sie kühl wie der Wind einer kommenden Frühe anwehen“. Der Künstler Reinhard Dasenbrock, der schon eine ganze Reihe an Ausstellungen initiiert hat, nutzte bei der Vernissage die Gelegenheit, besonders den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes und der Verwaltung für ihre Arbeit zu danken. „Dies ist nicht immer der Fall“, stellte Dasenbrock fest. Paul Verheyen umrahmte die Ausstellungseröffnung mit einigen gekonnt am Klavier dargebotenen Musikstücken. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. August in der Rathaus-Galerie zu den Öffnungszeiten der Haselünner Stadtverwaltung zu sehen.


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