Schüler überzeugen Schaurig-schönes Vampirspektakel in Haselünne

Von Daniel Lösker

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DLOE Haselünne. Die Mittelstufen-Theater-AG des Kreisgymnasiums Haselünne hat ihr neues Stück „Dracula on stage“ im Forum der Schule präsentiert. Schaurig schön.

Vampirromane haben ja seit vielen Jahren Hochkonjunktur in Literatur und Film, zumindest bei einer bestimmten Zielgruppe junger Menschen. Ein gewisser Dennis Scheck, hochgebildeter und nicht minder bekannter Literaturkritiker meint zumeist zurecht, dass diese Geschichten stilistisch, intellektuell und in der Fantasie in jeder Hinsicht beschränkt seien. Ein Urteil, welches er über Bram Stokers Roman „Dracula“ sicher nicht so fällen würde.

Regisseurin Natascha Jongebloed und Bühnenbildnerin Victoria Enz bringen mit ihrer Mittelstufen-Theater-AG den Beweis auf die Bühne, dass Vampirgeschichten durchaus Spannung, Horror, ja sogar Humor enthalten können und dennoch literarisch anspruchsvoll sind.

„Dracula on stage“, die Bühnenfassung also von Stokers ewigem Grusel-Hit, haben sie sich herausgesucht. Und da sie über eine erstaunlich hohe Anzahl von jungen und talentierten Schauspielern verfügen, welche diejenige der eigentlich vorgesehenen Rollen übersteigt, machen sie diese Not zur Tugend und erfinden – bemerkenswert kreativ – Charaktere dazu, schreiben in Zusammenarbeit mit den Siebt- bis Neuntklässlern neue Texte, demontieren die Vorlage, nur um die dazugekommenen Puzzleteile sinnvoll erneut einzufügen und die Grundstruktur wieder in eine stabile Lage zu bekommen.

Durchgängig gut

Das funktioniert auch deshalb, weil alle Figuren gleichmäßig gut besetzt sind. Klar sind die sogenannten Haupthelden maßgebend. Oliver Ruhnke als Titelfigur, Marah Bley alias Jonathan Harker, die Mina von Johanna Thünemann, die Lucy von Jasmin Kötter, Imke Ahlers als Arthur Seward und der herrlich skurrile Doktor van Helsing des jungen Matthias Feldmann sind allesamt überzeugend in ihrer Darstellung. Doch auch gerade die weniger sprechintensiven Rollen der zahlreichen Nebendarsteller machen das schaurig-schöne Vampirspektakel zu einem zweieinhalbstündigen Theatervergnügen.

Am Ende sind sie alle tot. Keiner überlebt! Und dennoch erhält gerade diese finale Szene die meisten Lacher im gut besetzten Forum des Kreisgymnasiums. Vielleicht ist dies eine gelungene Metapher dafür, dass Grusel und Humor oft gar nicht so weit getrennte Wege gehen. Auf jeden Fall ist es – und noch viel mehr der anhaltende Applaus danach – der Beweis, dass die jungen Schauspieler, Bühnenbauer und Techniker gemeinsam mit Regisseurin und Bühnenbildnerin anspruchsvolles und unterhaltendes Schülertheater inszeniert haben.


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