Besserer Hochwasserschutz Neues Auslassbauwerk am See Haselünne in Betrieb genommen

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Haselünne. Vor Hochwasser soll es schützen, doch Hochwasser verzögerte zunächst den Bau. Das neue Auslassbauwerk am Hochwasserrückhaltebecken, kurz See Haselünne genannt, ist in Betrieb genommen. Ursprünglich war die Fertigstellung für Oktober 2017 geplant.

Mit den Bauarbeiten an dem Auslassbauwerk hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits im August 2017 begonnen. Das aus dem Jahr 1953 stammende Vorgängerbauwerk habe nicht mehr den Anforderungen des modernen Hochwasserschutzes entsprochen und musste daher dringend saniert werden. Wegen des starken Regens im Herbst hat sich der Bau laut NLWKN-Bauleiter Jürgen Becker verzögert. Außerdem habe es zweimal Hochwasser geben. „Dadurch wurde der Sand weggespült und wir mussten die Dämme erneuern“, bedauert Becker.

Schnellerer Ablauf

„Bei dem alten Bauwerk hat es bis zu sechs Wochen gedauert, das aufgefangene Hochwasser wieder abzulassen“, sagte der Bauleiter bei der Begehung. Das alte Auslassrohr hatte lediglich einen Durchmesser von einem Meter, das neue misst 3,50 Meter. „Es ist durch seine größeren Ausmaße in der Lage, das bei einem Hochwasser im Rückhaltebecken zwischengespeicherte Wasser schneller wieder in die Hase abzugeben“, erklärt Josef Schwanken von der zuständigen Betriebsstelle des NLWKN in Meppen. Es könne durchaus vorkommen, dass zwei Hochwasserwellen kurz aufeinanderfolgen. Dafür sei das Becken nun besser gerüstet. Mit der Anlage können nach einem Hase-Hochwasser die überschüssigen Wassermengen aus dem See bei sinkendem Hase-Wasserstand durch Bedienen der Schütze kontrolliert in die Hase abgelassen werden.

Der See Haselünne fasst in seinem sogenannten Dauerstau ständig 300.000 Kubikmeter Wasser. Zusätzlich kann er bei Hochwasser 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Hase aufnehmen. Der Zulauf befindet sich ein Stück weiter flussabwärts.

Vorhaben teurer

Die Kosten für das Bauwerk sollten ursprünglich bei etwa 380.000 Euro liegen, betrugen letztlich aber circa 405.000 Euro. Aufgrund der Verzögerung und der Beschädigungen durch das Hochwasser verteuerte sich die Hochwasserschutzmaßnahme laut Becker um etwa 25.000 Euro. Gefördert wurde das Auslassbauwerk vom Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen. Dazu gehört der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und die von Bund und Land gemeinsam finanzierte „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).


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