„Aus Großvaters Apotheke“ Haselünnerin gibt Tipps für selbst gemachte Sonnencreme

Von Carola Alge


Haselünne. Tiefblauer Himmel, eine strahlende Sonne, teilweise bereits hohe sommerliche Temperaturen. Die letzten Wochen waren für Sonnenanbeter in unserer Region wettertechnisch wie Urlaub pur. Aber solche herrlichen Sonnentage bergen große Gefahren, nicht nur für den Kreislauf, sondern auch für die Haut.

Um sie zu schützen, gibt es jede Menge Sonnencremes, -lotionen und -sprays. Viele von ihnen enthalten chemische Zusatzstoffe, auf die mancher gerne verzichten würde. Gibt es aber wirksame natürliche Alternativen, die man möglichst noch selbst herstellen kann? Ja. Man kann sie aus diversen natürlichen Ölen und Fetten fertigen, die einen eigenen Lichtschutzfaktor haben. Sheabutter, Kakaobutter oder Kokosöl zum Beispiel zählen dazu. Einen besonders hohen Lichtschutzfaktor (LSF) enthalten Sesam- und Himbeeröl.

Rötende UVB-Strahlung

Allerdings muss man mit Blick auf den ohnehin nicht sehr hohen LSF, das betont Apothekerin Charlotte Erpenbeck, beachten, dass diverse Öle und Fette zwar vor der rötenden UVB-Strahlung Schutz bieten, nicht aber vor UVA-Strahlung. Die wiederum setzt der Haut besonders zu, lässt sie schneller altern, kann Auslöser von Hautkrebs sein.

Ein zusätzlicher UV-Blocker kann Zinkoxid sein. „Wer es verwendet, sollte allerdings wissen, dass die Haut nach dem Auftragen ziemlich grau aussieht, das Aussehen vorübergehend beim Sonnenbad leidet“. In welcher Menge Zinkoxid der Sonnencreme zugefügt wird, hängt von der Menge der Creme ab. Als Faustregel gilt: Mehr als 20 Prozent Zinkoxid sollten nicht verwendet werden. „Dann wird aus der Creme eher eine Paste, die sehr schlecht aufzutragen ist“, so Erpenbeck. Konkret bedeutet das: Bei zum Beispiel 100 Gramm Sonnencreme mit einem gewünschten Lichtschutzfaktor 10 geben, werden zehn Prozent des Cremegewichts, also etwa zehn Gramm Zinkoxid, hinzugefügt.

Zinkoxid als Lichtschutzfaktor

Ein Rezept dazu hat die Haselünner Apothekerin natürlich parat. Kokosöl, Sheabutter und Jojobaöl ins warme Wasserbad geben. Das Wasser langsam erhitzen, bis Kokosöl und Sheabutter schmelzen. Danach aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen. Zinkoxid je nach gewünschtem LSF hinzufügen. „Dazu sollte man einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, um den Staub nicht einzuatmen. Für den Duft können für den Duft ätherische Öle hinzugegeben werden. Aber Vorsicht dabei: Manche reagieren allergisch auf bestimmte Öle. Vitamin-E-Öl kann der Creme ebenfalls beigemengt werden. Es nährt die Haut, schenkt ihr Feuchtigkeit und schützt sie vor freien Radikalen. Gleichzeitig wirkt Vitamin E als natürliches Konservierungsmittel.

Kühl aufbewahren

Die fertige Creme sollte in ein dunkles bzw. Licht undurchlässiges Gefäß gefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Im Freibad oder am Strand sollte die Creme ebenfalls dunkel aufbewahrt werden.

Angewendet wird die selbst gemachte Sonnencreme wie jede andere auch. Man sollte sie – je nach Aufenthalt im Freien – mehrmals täglich auftragen. Eine wiederholte Benutzung empfiehlt sich bei denjenigen, die öfters ins Wasser gehen und/oder stark schwitzen.

Sonnenbad nicht übertreiben

Übertreiben sollte man das Sonnenbad nicht. Ob mit oder oder ohne Schutzcreme gilt, darauf verweist Erpenbeck nachdrücklich, sollte man einen Sonnenbrand unbedingt vermeiden, also nicht zu lange in der prallen Sonne sein. Zu Großvaters Zeiten galt es übrigens als nicht besonders fein, braun zu sein. Vornehme Blässe war angesagt. Sie war äußeres Zeichen dafür, dass jemand gut situiert war und nicht draußen im Freien Feld- oder andere schwere Arbeit unter praller Sonne verrichten musste. Der gesellschaftliche Status war quasi „natürlicher“ Sonnenschutz.


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