Akzente für Restaurant in Haselünne Neuer Leiter des Jagdhaus Wiedehage will kreativ werden

Von Heike Kinkopf


Haselünne. Michael Lichtenstein verfolgt klare Ziele: Der neue Betriebsleiter des Restaurants Jagdhaus Wiedehagen will das hohe Niveau des traditionsreichen Hauses in Haselünne halten. Veränderungen geht er behutsam an. Außerdem kündigt der Küchenleiter an: Er wird eigene, kreative Akzente setzen.

„Es ist eine große Herausforderung“, sagt Michael Lichtenstein. Der 31-Jährige tritt die Nachfolge von Franz-Josef Sanders an, der das Restaurant rund 30 Jahre lang führte und zu dem machte, was es heute ist: Eine der führenden gastronomischen Adressen, die über die Grenzen des Emslands hinaus bekannt ist. Eins seiner Vorhaben ist es, „definitiv die Klasse der Küche zu halten“.

Moderner und jünger

Darüber hinaus bringt Lichtenstein eigene Ideen, sein handwerkliches Können als Küchenmeister und einen eigenen Führungsstil mit. Das Jagdhaus Wiedehage soll außerdem, so der Anspruch, „moderner, jünger werden“.

Lichtenstein will Neues präsentieren. Die Karte seines Vorgängers, bei dem er das Kochen gelernt hat, kann er aus dem Effeff, wie er sagt. Am Schlemmerbuffet seines Vorgängers hält er fest. Was sich bewährt hat, bleibt. „Man darf nicht zu viele Veränderungen vornehmen“, macht Lichtenstein die Erfahrung. Dass er beispielsweise den einen oder anderen Wein von der Karte genommen hat, fällt manchem Gast auf. Genauso wie Lichtensteins Philosophie, Beilagen nicht separat zu servieren, sondern auf dem Teller als Gesamtkomposition einzubinden. Denn eins steht für den Küchenmeister fest: „Eine Kopie möchte ich nicht sein.“

Eigener Stil

Er pflegt einen eigenen Stil. Klassischen Gerichten möchte Lichtenstein eine persönliche, moderne Note verpassen. Bei Vorspeisen beispielsweise Kaltes und Warmes kombinieren oder Ziegenkäse-Eis selbst herstellen. Um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, denkt er etwa an eine Burger-Kreation.

Die Zutaten bezieht Lichtenstein nach eigenen Worten von Händlern aus der Region. Convenience-Produkte – Vorgefertigtes, das bloß aufgewärmt wird – kommt ihm nicht in die Töpfe und Pfannen. Dagegen halten moderne Küchengeräte wie ein Konvektomat, ein Kombidämpfer, Einzug in die Profiküche. Damit keine Missverständnisse auftreten, ergänzt er sofort: „Natürlich kann ich alle Gerichte à la minute kochen.“

Neun Mitarbeiter führt Lichtenstein, einige hat er von Sanders übernommen. Der stellvertretende Küchenleiter, Philipp Hummeldorf, absolvierte ebenfalls seine Kochausbildung im Jagdhaus Wiedehage. Offen und zielorientiert will der Chef seine Mannschaft leiten. Die Beschäftigten sollen sich einbringen. Wer eine Idee habe, solle sie ausprobieren.

Gästen ein Lächeln schenken

Für Michael Lichtenstein ist der Beruf Berufung. „Ich habe schon immer gern gekocht.“ Nach einem Schüler-Praktikum im Jagdhaus zieht es ihn dorthin zur Ausbildung. „Ich bereue keinen Tag, den ich in der Gastronomie bin.“ Was ihm am Job gefällt? „Dass ich kreativ sein, dass ich Menschen glücklich machen kann.“ Er sehe sofort eine Reaktion. Zufrieden ist Lichtenstein, wenn der Gast mit einem Lächeln das Restaurant verlässt und sagt: „Bis zum nächsten Mal.“


Zur Person

Michael Lichtenstein (31) stammt aus Dohren und absolvierte die Kochausbildung von 2004 bis 2007 im Restaurant Jagdhaus Wiedehage in Haselünne. Anschließend arbeitete er dort als Jungkoch. Ende 2008 wechselte er nach Werlte ins Restaurant Simola, dort wurde Lichtenstein stellvertretender Küchenchef. Nebenher machte er die Ausbildung zum Küchenmeister. Im Gut Düneburg in Haren wurde er Küchenchef, danach machte er sich selbstständig. Im Januar 2018 übernahm Lichtenstein die Betriebsleitung des Jagdhauses. Er ist verheiratet mit Daniela Lichtenstein, die im Restaurant für den Service verantwortlich ist.