Umfrage in der Innenstadt Haselünne will keinen Mindestpreis auf Alkohol

Von Konstantin Stumpe


Haselünne. Schottland hat den Mindestpreis für Alkohol eingeführt und will damit den Konsum senken. Die Regierung begründet dies mit Studien. Diese belegten: Hohe Preise ziehen eine Sennnkung des Verzehrs nach sich. Nun wird der Mindestpreis auch für Deutschland diskutiert. Wir haben die Menschen in der Korn- und Hansestadt Haselünne gefragt: Kann die Einführung eines Mindestpreises auf Alkohol nach dem schottischen Vorbild in Deutschland zu einem Rückgang des Konsums führen?

Richard Diekmann hat sich klar positioniert. Er befindet die Einführung eines Mindestpreises für nicht sinnvoll. Über den Preis könne man den Konsum nicht senken, findet er. Im Gegenteil: „Manchmal wird etwas nur umso interessanter, je teurer es wird“, glaubt er. Stattdessen schlägt er vor, die Werbung für Alkohol gesetzlich zu reglementieren, ähnlich wie die Zigarettenwerbung. „Man darf Alkohol in der Werbung nicht so interessant machen“ schlägt er vor, „etwas, das in Mode ist, wird auch mehr getrunken, was nicht ‚In‘ ist, das trinken die Leute auch nicht“, sagt er.

Emsländer keine Genießer

Ähnlich sieht es Sarah Möllenkamp. Die junge Frau meint, dass ein Mindestpreis, wenn überhaupt, nur eine minimale Änderung hervorruft. „Viele nehmen den höheren Preis wahrscheinlich einfach in Kauf“, vermutet sie. Man müsse die Debatte regionsabhängig betrachten. „Im Emsland sind die Menschen eher bereit etwas mehr für Alkohol zu bezahlen“, glaubt Möllenkamp. Außerdem werde Alkohol in den verschiedenen Regionen Deutschlands auch anders konsumiert als hier. „Anderswo achtet man viel mehr auf Genuss.“

„Auf keinen Fall, alles andere ist schon so teuer“, sagt Renate Adomeit, als wir ihr die Frage stellen, ob in Deutschland ein Mindestpreis auf Alkohol eingeführt werden sollte. Sie schlägt vor, stattdessen mehr Alterskontrollen beim Verkauf von Alkohol an Jugendliche durchzuführen. „Außerdem müssen die Eltern ihre Kinder mehr darauf hinweisen, wie schädlich Alkohol sein kann.“

Mehr Kontrollen auf Schützenfesten

Auch Simon Albers und seine Freundin Jule Anneken glauben nicht, dass ein Mindestpreis etwas ändern würde, besonders nicht in Haselünne mit seinen drei Brennereien. „Die Leute würden sich höchstens über den Preis ärgern“, vermutet Albers. „Man könnte besser die Altersgrenzen heraufsetzen und mehr Kontrollen durchführen“, schlägt Anneken vor. „Gerade auf Dorffesten müssten die Kontrollen ernster genommen werden, meint Albers. „Jeder weiß, dass Alkohol erst ab 16 Jahren ausgeschenkt werden darf, aber zum Beispiel auf Schützenfesten hält sich keiner dran.“