Arbeitskreis tagt in Haselünne Radtourismus im Emsland boomt

Von Ingo Hinrichs

Die Referenten der Sitzung des „Arbeitskreises Tourismus“ in Haselünne (v.l.): Stefan Wittkop (Niedersächsischer Städtetag), Jan Edo Albers (Vorsitzender), May-Britt Pürschel, Benjamin Schäfer (Deutsche Märchenstraße), Wilhelm Koormann und Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer. Foto: Ingo HinrichsDie Referenten der Sitzung des „Arbeitskreises Tourismus“ in Haselünne (v.l.): Stefan Wittkop (Niedersächsischer Städtetag), Jan Edo Albers (Vorsitzender), May-Britt Pürschel, Benjamin Schäfer (Deutsche Märchenstraße), Wilhelm Koormann und Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer. Foto: Ingo Hinrichs

Haselünne. Im Niedersächsischen Städtetag sind mehr als 120 Städte und Gemeinde zusammengeschlossen, von denen sich rund die Hälfte im Tourismus engagiert. Der aus diesem Mitgliederkreis gebildete „Arbeitskreis Tourismus“ hat hetzt in Haselünne getagt. Ein Thema: Im Emsland boomt der Radtourismus.

Vertreter im Ausschuss sind in der Regel die Hauptverwaltungsbeamten der beteiligten Städte und Gemeinden. Das Land Niedersachsen ist durch das Fachreferat vertreten. Inhaltlich begleitet werden die Sitzungen durch Fachleute des Niedersächsischen Städtetages. Tagungsort der Frühjahrssitzung war diesmal Haselünne. Neben landesweit interessierenden Themen standen auch Berichte über regionale Projekte auf der Tagesordnung.

In der Tourismuspolitik des Landes Niedersachsen gehe es – so die Leiterin des Referates Tourismus, May-Britt Pürschel, um ein neues, ganzheitliches Denken, das stärker als in der Vergangenheit ressort- und disziplinübergreifend bei Inhalten und in der Förderpolitik greifen müsse. Der Tourismus sei entsprechend dem Leitbild des Landes keine homogene Branche, sondern gelte als Querschnittsbereich. Einerseits tragen viele Akteure zum Gesamtangebot bei, andererseits ziehen viele Profiteure einen Nutzen aus der Nachfrage nach Reisen, Freizeit und Erholung.

Das touristische Produkt vor Ort oder in einer Region bestehe immer aus mehreren Komponenten, die im Idealfall stimmig sein sollten. Schon wenn ein Baustein in der vom Gast erwarteten Qualität nicht richtig passe, werde der Gesamteindruck beeinträchtigt und die Gästezufriedenheit gestört. Deshalb seien – so Pürschel - miteinander in Einklang gebrachte Entwicklungsstrategien wichtig. Tourismus funktioniere erfolgreich nur als abgestimmtes Zusammenspiel öffentlicher Investitionen mit den privaten Leistungsträgern. In der niedersächsischen Tourismuspolitik gehe es deshalb darum, in einem offenen Kommunikations- und Verständigungsprozess mit den verantwortlichen im Tourismus aktiv und permanent an der Wettbewerbsfähigkeit der Angebote zu arbeiten und branchenübergreifendes Denken zu fördern.

Fachkräftemangel

Stefan Wittkop als Sprecher des Niedersächsischen Städtetages im Arbeitskreis forderte in diesem Zusammenhang vom Land mehr Engagement. Gut vorstellen könne man sich einen deutlich aufgestockten Etat für die regionale Tourismusförderung, eine bessere Unterstützung der Kommunen bei der Nutzung von Förderprogrammen und eine bessere Unterstützung bei der Nachwuchsförderung. So leide die Branche zunehmend unter einem erheblichen Fachkräftemangel. Ein landesweites Nachwuchsmarketing und Spielräume bei den rechtlichen Rahmenbedingungen könnten hier helfen.

Radtourismus im Emsland

Enorme Steigerungsquoten gibt es laut Wilhelm Koormann, Geschäftsführer der „Hasetal Touristik“, im Bereich der Radtouristik. Während die Entwicklung bei den Kanu- und Floßfahrten auf der Hase, bei den Fahrten im historischen Dampfzug oder auch bei den Draisinentouren auf einem relativ hohen Niveau stagniere, gebe es bei den unterschiedlichen radtouristischen Produkten weiterhin deutliche Zuwächse.

Die beiden neuen Angebote „Radurlaub auf Rezept“ und die thematischen E-Bike Tagestouren gehen – sagte Koormann - „durch die Decke“. Beim „Radurlaub auf Rezept“ übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen den größten Teil der im Reisepreis enthalten Kosten für die Präventionskurse „Gesunde Ernährung“ und „Progressive Muskelentspannung.“ Für die jetzt beginnende Saison liegen bei der Geschäftsstelle der „Hasetal-Touristik“ für diese Angebote bereits mehr als 1000 Anmeldungen vor. „Die reibungslose Durchführung dieser vielen Touren ist für unser Team eine riesige Herausforderung, die wir aber mit Elan und Vorfreude angehen werden“, sagte Wilhelm Koormann.