Vermutlich vier Jungvögel Haselünner Kirchturm-Uhus haben wieder Nachwuchs

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Haselünne. Die Haselünner Kirchturm-Uhus haben wieder Nachwuchs. Er ist vermutlich in der Karwoche geschlüpft. Thomas Linger, Küster der Kirchengemeinde St. Vincentius, geht davon aus, dass es sich um vier Jungvögel handelt. „Sie liegen noch sehr nah beieinander, sodass man es nicht genau erkennen kann.“

  • Die Haselünner Kirchturm-Uhus haben wieder Nachwuchs
  • Küster Thomas Linger vermutet vier Jungvögel
  • Das Weibchen verlässt bereits hin und wieder das Nest
  • Erste Erkundungstouren Ende Mai erwartet

Linger beobachtet die Jungvögel aus der Kirche regelmäßig. Die Mutter verlasse bereits hin und wieder das Nest. Das Männchen versorge die Familie überwiegend mit Kaninchen, Krähen, Dohlen sowie Tauben. „Es lag auch mal ein Igel dort“, so Linger. Die ersten Erkundungstouren der Uhu-Jungen erwartet der Küster für Ende Mai.

Im Mai 2015 schlüpfte erster Jungvogel

Uhu-Nachwuchs gab es in Haselünne bereits mehrfach. Dabei steigerte sich das Elternpaar kontinuierlich. Im Mai 2015 brütete das Uhu-Weibchen auf dem Dach der Pfarrkirche St. Vincentius in Haselünne erfolgreich. Ein Jungvogel schlüpfte. Er starb allerdings wenig später – vermutlich verdurstete er infolge der großen Hitze, die zu der Zeit herrschte. Vorübergehend verschwunden waren danach auch die Eltern, die sich auf dem Kirchendach eigentlich heimisch fühlten.

Kasten zum Schutz

Umso größer war die Freude bei den Haselünnern, um Ostern 2016 gleich zwei Nachkommen der weltweit größten Eulenart zu haben. Sie zeigten sich immer unter dem Vordach des Gotteshauses, wohin sie von der Brut-Nische auf dem Kirchendach erste „Ausflüge“ unternahmen. Dort oben hatten Helfer nach dem ersten erfolglosen Brutversuch der Haselünner Uhus 2014 einen kleinen Kasten auf das Dach der Marienkapelle gesetzt. Er bietet Schutz vor Nässe.

Seit dieser Zeit sind die beiden erwachsenen Uhus in Haselünne quasi heimisch. Das Männchen ist immer wieder zu sehen – meist im Bereich zwischen dem Altenheim St. Ursula bis zum See und von der Hase bis zum Berentzen-Gelände.

In Nordhorn aufgepäppelt

Um Ostern 2017 bekam das Uhu-Paar drei Junge. Die hatten dann aber leider, als sie mobiler wurden, Probleme. Der Nachwuchs tat sich auf seinen Entdeckungstouren schwer. Ein Jungtier zum Beispiel saß in einem Häusereingang fest. Es musste in der Wildtierauffangstation des Tierparks Nordhorn aufgepäppelt werden. Ein zweites hatte sich hinter Mülleimern verirrt und wurde ebenfalls dort versorgt. Das dritte wurde tot an einer Dachrinne gefunden.

In Steinbruch ausgewildert

Einer der Haselünner Junguhus wurde dann im Juli 2017 ausgewildert. Schüring hatte dazu Kontakt zur niederländischen Uhufachgruppe „Oehoewerkgroep Nederland“ aufgenommen. Der Junguhu wurde beringt und in einen Steinbruch im Osnabrücker Land gebracht.

Gefahren in der Stadt

Sowohl in der freien Natur als auch mitten im menschlichen Siedlungsgebiet ist die Sterblichkeit des Uhunachwuchses hoch. Der Literatur nach überleben keine 50 Prozent das erste Lebensjahr. In freier Natur sind es vor allem lange Regenfälle, bei Erdbruten auch Wildschweine und bei Sandkuhlenbruten Erdabrutsche, die den Nachwuchs gefährden. Nicht zu unterschätzen sind menschliche Störungen. „Praktisch alle Eulen verlassen noch nicht flugfähig ihre Kinderstube, es ist die gefährlichste Phase im Eulenleben. Hier birgt die Stadt natürlich ganz ungewohnte Gefahren. Insbesondere der Straßenverkehr, Häuserschluchten und Kellerschächte können dem Nachwuchs zum Verhängnis werden“, betonte Dr. Andreas Schüring, Naturfotograf und Experte, im Interview mit unserer Redaktion.


Für viele Haselünner gehören die Uhus längst zum Stadtbild. Die Tiere scheinen in der Stadt heimisch geworden zu sein. Ihnen und ihrem Nachwuchs sollte man mit Ruhe begegnen. Die brauchen die Vögel jetzt und gerade auch bei den ersten Erkundungstouren in ein paar Wochen. Sie dürfen dann nicht gescheucht oder gestört werden und sollten auf keinen Fall gestreichelt werden, wenn sie für eine Weile am Boden sind. cw

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