Nistplätze sollen geschützt werden Bürgerin startet Online-Petition für Schwalben in Haselünne


Haselünne. Yvonne Schwirtz ist sauer. Sauer darüber, dass immer mehr Schwalbennester in Haselünne zerstört werden. Sie startete deshalb eine Online-Petition. „Kein Platz für Schwalben in Haselünne“ ist sie überschrieben und unter anderem an die Stadt Haselünne gerichtet.

Für die Urheberin der Petition gehören Schwalben zum Stadtbild Haselünnes dazu. „Viele von euch sind mit Schwalben in dieser schönen Stadt groß geworden. Sie gehören zu unserer Altstadt wie wir selbst (...) Sie waren immer hier willkommen“, schreibt sie. Mit den Sanierungsarbeiten in der Stadt seien die Tiere nun zunehmend in Gefahr. Nistplätze würden zerstört, einfach unzugänglich gemacht und nicht ersetzt, „denn die Schwalben störten plötzlich“. Der Kot der Vögel habe offensichtlich gestört, ja genervt.

„Lösung für Mensch und Tier so einfach“

Dabei sei die Lösung für Mensch und Tier so einfach: „Mithilfe der Montage eines einfachen Brettes unter den Nestern können lästige Verschmutzungen durch Kot an der Wand verhindert werden“, schlägt die Petitionsurheberin vor.

Bei einem Café in Haselünne hätten die Schwalben eine neue Zuflucht gefunden, doch auch diese werde ihnen jetzt genommen. „Die Nester werden auch hier unerlaubt abgeschlagen. Es werden Netze montiert, damit die Schwalben ihre gewohnten Brutflächen nicht mehr anfliegen können“, heißt es in der Petition. Bei ihrer baldigen Rückkehr würden die Vögel verzweifelt versuchen, ihre bekannten Brutplätze zu erreichen – ohne Aussicht auf Erfolg. Damit werde der Bestand der Schwalben immer kleiner, „da ihnen immer mehr Raum zum Brüten genommen wird“.

Schwirtz möchte mit ihrem öffentlichen Gesuch dafür sorgen, den Schwalben in Haselünne ihr Zuhause wiederzugeben. Touristen? Willkommen! Schwalben? Nein danke! Das kann doch nicht sein“, schreibt sie abschließend.

Der Mensch sei ein Ungeheuer

Unterzeichner der Petition pflichten der Urheberin bei. „Schwalben und andere Vögel müssen unterstützt werden, um ihre Brut großziehen zu können. Mein Gott, was spricht gegen ein Brett unter dem Nest, um die Verschmutzung etwas einzudämmen? Dies ermöglicht den Vögeln, ihre Babys großzuziehen“, schreibt unter anderem eine Unterzeichnerin. Eine andere fordert eine „harte Bestrafung“. Und eine weitere fürchtet: „

Wenn alle Tiere ihre Heimat verlieren, wird es sie bald nicht mehr geben, und dann wird es uns auch nicht mehr geben“. Der Mensch sei ein Ungeheuer und zerstöre die Natur.

„Einfach mal die Tiere in Frieden lassen, es ist doch jedes Mal das Gleiche. Vielleicht mal das egoistische Denken einstellen und sinnvollere Gedanken machen, auch was das für Konsequenzen für Tiere hat“, schreibt eine andere Unterzeichnerin der Petition.

Unter Naturschutz

Schwalben und ihre Nester stehen unter Naturschutz. Es ist deshalb verboten, ein Schwalbennest zu entfernen oder zu zerstören. Das Umsiedeln ist ebenfalls untersagt. Hauseigentümer und Mieter müssen die Tiere und ihre Nester dulden. Wer dagegen verstößt, den erwartet ein Bußgeld.

Hier geht es zur Petition: www.change.org/p/stadt-haselünne-kein-platz-für-schwalben-in-haselünne.


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