Autor liest in Haselünne-Lohe Schaurig schönes „Mörderisches Emsland“

Von Sonja Dübbelde

Spannende Kurzgeschichten hat der Journalist und Reisebuchautor Knut Diers in Lohe zum Besten gegeben. Foto: Sonja DübbeldeSpannende Kurzgeschichten hat der Journalist und Reisebuchautor Knut Diers in Lohe zum Besten gegeben. Foto: Sonja Dübbelde

Haselünne. Spannende Kurzgeschichten aus seinem Buch „Mörderisches Emsland“ hat der Journalist und Reisebuchautor Knut Diers in einer Lesung in der Alten Schule in Lohe zum Besten gegeben.

„Wir werden heute einen schaurigen Abend erleben, aber keine Angst, das einzige Blut was Sie zu sehen bekommen werden, ist nur das Blut das aus den Büchern tropft“, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins Lohe, Laurenz Wester, zur Begrüßung. Bevor Autor Diers zu seiner ersten Geschichte ansetzte, die vom Mord an der Bauernhofcafé-Betreiberin Sigrid Eckholt handelt, die im Hasetal erschossen aufgefunden wird, ergänzte er, er habe sich den Tatort noch einmal angesehen, dort sei alles wieder sauber. Die Ermittlerarbeit übernehmen in seinen Geschichten die 39-jährige Kommissarin Jana Kuhlmann aus Lingen und ihr älterer Kollege Jan-Hinnerk Eilers aus Haselünne.

Hilfreich bei der Auflösung sind für Jan-Hinnerk sein wöchentlicher Stammtisch in der „deutschen Schnapsbrennereihauptstadt“ und für Jana die Tipps ihrer Putzfrau Susanne, die ihre Augen und Ohren überall hat. Auch die vielen plattdeutschen Redewendungen, die Knut Diers, in seiner Lesung einfließen lässt, sorgten für Erheiterung bei den Zuhörern.

Auch auf platt

Eine andere Geschichte, die Diers im zweiten Teil der Lesung vorlas, handelt vom Schicksal der Schapener Stoffverkäuferin Leonie Kniep. Sie wurde erschlagen unter zentnerschweren Stoffballen aufgefunden. Was für ein Schicksal für eine Stoffverkäuferin.

Knut Diers berichtete, er habe sich nach einem Studium der Geographie und nach langen Jahren als Redakteur bei einer Zeitung als Reisebuchautor selbstständig gemacht. Seine Recherche betreibe er gerne mit dem Rad, so könne er am besten in eine Region eintauchen und die Lebensart der Menschen erspüren, sagte er. Im Emsland habe es ihm besonders viel Spaß gemacht.

Auf die Frage einer Zuhörerin ob es für ihn als Reisebuchautor, schwierig gewesen sei, einen Krimi zu schreiben, antwortete Diers, er habe Schwierigkeiten damit gehabt, Leute umzubringen. Dank der Hilfe seiner Frau, die ihm eine Liste mit verschiedenen Todesarten erstellt habe, sei es ihm in allen elf Fällen, die in dem Buch behandelt werden, „Gott sein Dank gelungen“. Auch sei es schwer, Namen zu verfremden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sollen ja möglichst vermieden werden.

Verwechslungsgefahr

Das sei ihm ausgerechnet bei seiner Hauptfigur, der Kommissarin Jana Kuhlmann leider nicht gelungen, gab der Autor zu. Kurz nach Veröffentlichung des Buches im vergangenen Jahr meldete sich die „echte“ Jana Kuhlmann, die kurioserweise sogar selbst Polizistin ist. Anschließend stellte er den Besuchern „seinen“ Kommissar vor. Herbert Hüer, pensionierter Polizeibeamter aus Haselünne, habe ihm bei der Recherche zu seinem Buch mit vielen wertvollen Tipps sehr geholfen.

Hüer, der von sich selbst sagte, dass er sich sonntags nie den „Tatort“ im Fernsehen anschaue, dafür aber die Krimiserie „Großstadtrevier“ liebe, berichtete aus seiner aktiven Zeit als Kommissar in Lingen. Anschaulich erzählte er von einer Verfolgungsjagd mit einem Verdächtigen zu Fuß quer durch Lingen und dass er in all den Jahren als Polizist nie von der Schusswaffe habe Gebrauch machen müssen.

Ganz besonders im Gedächtnis geblieben sei ihm die Wanderung mit dem damaligen, als Wanderpräsident bekannt gewordenen Bundespräsidenten Karl Carstens. Diesen habe er auf der Strecke zwischen Meppen und Sögel begleitet. Er sei mit für dessen Sicherheit verantwortlich gewesen. „Es hat alles wunderbar geklappt, nur das Wetter sei an jenem Tag arg bescheiden gewesen. Wir sind alle furchtbar nass geworden“ erzählte er den Zuhörern. Zum Ende der Lesung nutzten viele Besucher die Gelegenheit, ein handsigniertes Buch zu erwerben.