Bericht über Erfolge und Probleme Flüchtlingshilfe in Haselünne hat sich etabliert

Von Adelheid Schmitz

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer der Stadt Haselünne im Gespräch mit Julia Siebert, Leiterin der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes in Meppen. Foto: Adelheid SchmitzEhrenamtliche Flüchtlingshelfer der Stadt Haselünne im Gespräch mit Julia Siebert, Leiterin der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes in Meppen. Foto: Adelheid Schmitz

Haselünne. Bei einem Treffen der Flüchtlingsbetreuer in der Stadt Haselünne hat sich die Leiterin der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes Meppen, Julia Siebert, mit den Ehrenamtlichen ausgetauscht.

Siebert sagte: „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Bewegung ist und war immer da“. 2013 seien 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen und 800.000 hätten das Land nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge verlassen. Eine hohe Welle der Zuwanderung habe es 1992 gegeben, damals kamen überwiegend deutschstämmige Bürger aus Russland. Dieser historische Höchststand sei 2015 mit insgesamt 2,14 Millionen Zuzügen überboten worden, „darunter waren viele Schutzsuchende aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Auch Unionsbürger, Personen aus Thailand, Polen, Somalia und der Russischen Förderation kamen nach Deutschland. Es wurden über 441.000 Asylanträge gestellt.“

Heute besitze ein Fünftel der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund, die Person selbst oder mindestens ein Elternteil wurde also nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren.

Anhand eines Ablaufmodells schilderte Siebert die Entwicklung der Beziehung zwischen ehrenamtlich Tätigen und Ankommenden. Verständigung, Bedürfnisse, Aktionen, Wünsche und Möglichkeiten standen zunächst im Vordergrund. Erste persönliche Bindungen seien entstanden, Enttäuschungen und Konflikte aufgetreten und immer wieder seien Erwartungen und Möglichkeiten abgewägt worden.

Siebert sagte: „Heute wird von gewachsenen Beziehungen gesprochen, Freundschaften sind entstanden und es gibt eine starke Verbundenheit in der Flüchtlingshilfe. Ziele wurden erreicht und Hilfe ist nur noch bedingt nötig. Äußere Einflüsse, wie Umzug, Arbeit oder Abschiebung treten auf und verändern die Situation. Die Beziehung kann nun eine gewisse Beständigkeit beibehalten, sich aber auch auflösen“.

Gewachsene Beziehung

Bei den anwesenden Familienbetreuern fand der geschilderte Ablauf viel Bestätigung und es folgte ein reger Austausch. Positive Bewerbungsschreiben, Geburten, Hochzeiten, spontane Einladungen und Speisen, die zum Dank vorbeigebracht wurden, kamen zur Sprache. Aber auch schwierige Themen, wie Pünktlichkeit, die Rolle der Frau, Sexualkundeunterricht in den Schulen, Zwangsheirat und die ständige Erreichbarkeit als Familienbetreuer wurden angesprochen.

2015/16 wurden der Stadt Haselünne demnach 43 Familien und 22 Einzelpersonen zugewiesen. In der Flüchtlingsbetreuung befinden sich mehr als 50 aktive Helfer. Die ehrenamtlich Tätigen, meist Frauen treffen sich regelmäßig im Rathaus.

Die Organisatoren der Veranstaltung Maria Schulte, Fachbereichsleiterin Arbeit und Soziales in Haselünne und Margret Berentzen, Vorsitzende des Initiativkreises „familienfreundliche Stadt“, wie auch Bürgermeister Werner Schräer, bedankten sich bei den ehrenamtlich Tätigen, für das große Engagement. Lobend erwähnt wurde die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindertageseinrichtungen.