Darstellung der Stadt um 1930 Großes Bronze-Relief für den Markt in Haselünne

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Haselünne. Wie sah Haselünne vor knapp 90 Jahren aus? Eine Vorstellung vermittelt ein großes Bronze-Relief, das Mitte Mai auf dem Markt in Haselünne seinen Platz finden wird. Es wird von den Burgsteinfurter Künstlern Renate und Leo Janischowsky gestaltet.

  • Der Markt in Haselünne bekommt einen künstlerischen Blickfang
  • Ein Bronze-Relief stellt die Stadt um 1930 dar
  • Das Kunstwerk wird von Renate und Leo Janischowsky gestaltet
  • Das Aufstellen ist für den 14. Mai 2018 geplant

Aus der Werkstatt des Ehepaars stammen bereits zwei Bronzefiguren in Haselünne: der Ziegenbrunnen am Markt und der Schmied am Krummen Dreh. Der Handwerker ist mit seinen 1,80 Meter Höhe Hauptfigur der Skulpturengruppe am Krummen Dreh, die 2009 aufgestellt wurde. „Der Schmied von Haselünne mit Kind“ ist das Ensemble überschrieben.

Originalamboss

Es soll an die alte Schmiede Bachg erinnern, die dort einst stand und der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Stadtsanierung des Krummen Drehs weichen musste. Leo Janischowsky schuf einen Mix aus historischer, naturalistischer, abstrakter und darstellender Kunst. Einen Originalamboss aus der Werkstatt stellte seinerzeit der Heimatverein als Grundstock der Hauptskulptur zur Verfügung.

Aber nicht nur in Haselünne sind die Werke Janischowskys bekannt. Er hat zum Beispiel für die Anne-Frank-Schule eine Darstellung des jüdischen Mädchens geschaffen. Und auch auf dem neuen Dorfplatz vor der Kirche in Hemsen ist eine seiner Skulpturen zu bewundern. Der Bereich war zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 2001 entstanden. Dort sitzt auf einer Bank die Edelbronze-Figur „Der Verteller“. Der ältere, traditionell mit Schiffermütze und Holzschuhen bekleidete Mann erzählt einem kleinen Mädchen etwas, das aufmerksam lauschend von seinen Füßen sitzt. In Twist wurde 2014 das Kunstwerk „Bäuerin von Twist“ vorgestellt. Die Bronzestatue steht für die 225-jährige Geschichte der Gemeinde.

Denkanstöße geben

Die Themen, die das Künstlerpaar umsetzt, sind vielfältig, die Intention ist stets gleich. „Ich möchte Denkanstöße geben – und im besten Fall Hoffnung vermitteln“, sagt Leo Janischowsky, der Meisterschüler des Dadaisten Karl Buchheister und bei Ruth Margraf in Hannover und Luzern war. Er arbeitete als Kunsterzieher in Gevelsberg, bevor ihm der Durchbruch als freischaffender Künstler gelang. Seine Kunstwerke finden sich unter anderem auch auf Kreuzfahrtschiffen. Viele von ihnen entstehen in Zusammenarbeit mit seiner Frau Renate, deren künstlerische Leidenschaft nicht nur Skulpturen, sondern auch Textilem und der Raumgestaltung gehört.

Das Bronze-Relief für den neu gestalteten Markt in Haselünne ist 90 mal 90 Zentimeter groß. Ein alter Stadtplan aus dem Jahr 1930 dient als Grundlage für eine maßstabsgerechte Darstellung der Straßenzüge und Gassen und ihrer Häuser. Die Gebäude wurden in Wachs modelliert, besondere Bauten wie die St.-Vincentius-Kirche, Klosterkirche, Burgmannshof, altes Rathaus und evangelische Kirche realistisch mit Details versehen.

Gelungene Darstellung

Das Relief umfasst den Bereich der Haselünner Kernstadt ab Hassebrücke bis Kolpingstraße und Klosterstraße bis zur heutigen Nordstraße. „Sichtbar wird die bauliche Weiterentwicklung der Stadt und wie sich die Innenstadtbebauung verdichtet hat“, freut sich Bürgermeister Werner Schräer über eine „sehr gelungene Darstellung“. Das Relief soll künftig ein Anlaufpunkt der Stadtführungen sein.

Gestaltung ist aufwendig

Die Gestaltung ist aufwendig. Fotoansichten markanter Gebäude wurden dreidimensional gezeichnet und in Wachs modelliert. Im Wachsausschmelzverfahren wird das Relief in Edelbronze (Legierung aus Kupfer, Zinn und Zink) gegossen, danach entgratet, geschliffen, mit Schwefelleber behandelt und poliert, dann mit Paraffin beschichtet und erneut poliert. Für die Montage müssen Edelstahlanker an dem Kunstwerk befestigt werden.

Das 15000 Euro teure Relief soll am 14. Mai auf dem mittleren Platz des Markts in Haselünne zentral aufgestellt werden.

An einer weiteren Bronze-Skulptur für Haselünne arbeitet das Künstlerpaar ebenfalls. Sie befasst sich mit dem Thema Hanse und wird ihren Platz im Bereich des neuen Innenhofs am alten Wasserturm ebenfalls citynah finden.


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