Arbeitskreis erfüllt Kriterien St. Vincentius Haselünne wird 101. Faire Gemeinde

Freuen sich über die Auszeichnung als Faire Gemeinde: Ansgar Henken, Anke Liening-Ewert, Hubert Hoffmann, Christian Schrant, Astrid Hemken und Pfarrer Bartke. Foto: St. VincentiusFreuen sich über die Auszeichnung als Faire Gemeinde: Ansgar Henken, Anke Liening-Ewert, Hubert Hoffmann, Christian Schrant, Astrid Hemken und Pfarrer Bartke. Foto: St. Vincentius

Haselünne. Die katholische St.-Vincentius-Kirchengemeinde Haselünne darf sich als 101. Faire Gemeinde des Bistums Osnabrück bezeichnen. Am 18. März verlieh Hubert Hoffmann von der Bischöflichen Kommission für Mission, Entwicklung, Frieden die Urkunde und Plakette.

Mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderatausschusses zum Themenschwerpunkt Weltkirche, zu denen Anke Liening Ewert, Christian Schrant sowie Ansgar und Astrid Hemken gehören, freut sich auch Pfarrer Bartke über diese Auszeichnung. An jedem Einzelnen, der sich als Christ versteht, liege es, die Welt jeden Tag ein Stück besser zu machen. Mit dieser Zertifizierung habe die Arbeitsgruppe einen wesentlichen Meilenstein für die Gemeinde geschafft. Zugleich beginne damit aber der Auftrag an alle, an diesem Engagement für den Erhalt der Schöpfung unter gerechten Bedingungen für alle Menschen mitzuarbeiten, sagt der Pfarrer. (Weiterlesen: Sankt Benedikt Lengerich ist 100. Faire Gemeinde)

Faire Kriterien erfüllt

Der Arbeitsgruppe habe in langer Vorlaufarbeit dazu beigetragen, dass die Gemeinde St. Vincentius die fünf zentralen Kriterien, die das Gütesiegel „Faire Gemeinde“ erforderlich sind, erfüllt. Dafür dankte der Pfarrer der Arbeitsgruppe. Fair sein bedeute, in kleineren Impulsaktionen wie zum Beispiel dem Erstellen eines „Fairen Einkaufsführers“, mithilfe Jugendlicher generationsübergreifend für das Bewusstsein des verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung zu sensibilisieren.

Ökologisches Bewusstein

Ein kleiner eigener Verkaufsladen, der in die katholische Bücherei integriert ist, steht auch mit in der Agenda der Verkaufsorte. Präsente der Gemeinde sollen zukünftig hier besorgt werden. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll für dieses Angebot werben. Schließlich ist ökologisches Bewusstsein in der Gemeinde unter Beweis zu stellen, indem an Feierlichkeiten beispielsweise ausschließlich Mehrweggeschirr genutzt und insgesamt auf gezielte Energiesparmaßnahmen geachtet wird.

Kirche zukunftsfähig machen

„Insgesamt geht es uns um die Bewusstmachung dafür, in welcher Konsumhaltung wir täglich unterwegs sind und wie sehr es dennoch möglich ist, ethisch verantwortbar und fair zu handeln, weil uns der Erhalt der geschenkten und anvertrauten Erde nicht egal ist“, sagt Christian Schrant. Überzeugt ergänzt er: „Dieses Modell der fairen Gemeinde kann ein echtes kirchliches Verantwortungs- und Erfahrungsmodell sein, dass Kirche zukunftsfähig sein lässt.“

An Papst Franziskus orientiert

Leitgedanken für ihre konzeptionelle Arbeit findet das Team vor allem in der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Orientiert am biblischen Vers „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.“ (Gen 2,15) gelte es, die Bedeutung dessen zu übersetzen: „Gott hat zur Bewahrung der Schöpfung und zur Solidarität mit seinen Geschöpfen aufgerufen. Durch weltweite Verflechtungen hat das menschliche Handeln heute Auswirkungen über den Tag und den Ort hinaus. Mit Rosen aus Übersee schenkt man Freude, doch oft reicht der Lohn der Produzentinnen nicht zum Überleben. Niedrige Preise für Kaffee, Kakao und Milch freuen unseren Geldbeutel, treiben aber oftmals Bauern in Lateinamerika, Afrika oder in westlichen Ländern in den Ruin. Abholzungen für die Papierproduktion und Sojaplantagen für die Fleischindustrie führen zur Vernichtung ganzer Lebensräume,“ betont Schrant.

Zusammen mächtig

St. Vincentius wolle diesem Weltgeschehen nicht länger tatenlos zusehen und beschließt, vor Ort Stück für Stück die Weichen anders zu stellen. Denn zusammen hätten wir das, was in der Ökonomie eine „große Marktmacht“ genannt wird. Schon mit kleinen Schritten könne die Kirchengemeinde und jedes Gemeindemitglied einen Beitrag leisten, damit Menschen weltweit, heute und morgen, „ein Leben in Fülle haben können“ (Joh 10,10).