Sanierung fast beendet Asbest unter alter Decke in evangelischem Gemeindehaus Haselünne entfernt

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Haselünne. Die Sanierung von Flur und Toiletten des Gemeindehauses der ev.-luth. Kirchengemeinde in Haselünne ist bis auf kleine Restarbeiten abgeschlossen. Es wurde unter anderem Asbest unter der alten Decke entfernt.

Improvisation war in den letzten Wochen während der dritten Bauphase der Sanierung des Gemeindezentrums der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Haselünne gefragt. Der Gottesdienst wurde vorübergehend in Herzlake abgehalten, Gemeindegruppen trafen sich in anderen Einrichtungen.

Brandschutz verbessert

Aktuell standen Arbeiten im Flur und Toilettenbereich an. Die Kosten von annähernd 25000 Euro werden vom Kirchenkreis zu 80 Prozent getragen. Die Stadt Haselünne beteiligt sich mit 5000 Euro.

Es wurde insbesondere der Brandschutz verbessert. Der Eingangsbereich kommt jetzt hell und einladend daher. Die dunklen Holzbalken der Decke sind Geschichte. „Das hatte hier etwas vom Charme einer Sauna in den 1970er-Jahren“, erinnert sich Pastor Detlef Stumpe schmunzelnd. Die abgehängte Decke sei in jener Zeit zwar üblich, doch ein bisschen erdrückend und einengend gewesen.

Stand der damaligen Technik

Üblich für die 1970er-Jahre war durchaus auch die Verwendung von Asbest. Es wurde über der Holzdecke im Gemeindehaus verwendet und bei den Sanierungsarbeiten entdeckt. Die Platten waren unter der sichtbaren Decke als Brandschutz verbaut. „Das war der Stand der damaligen Technik“, so der Geistliche. Sie wurden beim Abbruch entdeckt. „Dann hat ein Sachverständiger die Baustelle stillgelegt, die Proben voruntersucht und die Sanierung eingeleitet. Eine Spezialfirma reinigte das Gebäude, das anschließend von einem anderen Sachverständigen freigemessen wurde“, berichtet Kirchenvorsteherin Martina Cordes, Mitglied der Arbeitsgruppe „Grüner Hahn“. Die Kosten für diesen Teil der Arbeiten beziffert sie auf mehr als 10000 Euro.

Bauphase verlängerte sich

Die Bauphase verlängerte sich um mehr als einen Monat. Von Anfang Januar bis Ende Februar musste der Gottesdienst nach Herzlake verlegt werden. Bekanntlich betreut die ev.-luth. Kirchengemeinde Haselünne nicht nur annähernd 1500 Gläubige in der Korn- und Hansestadt, sondern auch etwa 1000 eben in Herzlake. Die Gemeinde der ev.-luth. Dreifaltigkeitskirche Haselünne und die Gemeinde der ev.-luth. Christus-Kirche Herzlake gehören zum Pfarramt in Haselünne.

Während der Baustilllegung mussten auch verschiedene Gruppen umsiedeln. Der Gospelchor zum Beispiel probte in Herzlake, die Seniorengruppe traf sich bei Pro Talis.

Klimaschutz- und Umweltgedanken

Die Dreifaltigkeitskirche in Haselünne mit dem angrenzenden Gemeindehaus wurde im Laufe der Jahre immer wieder vergrößert und an die erforderlichen Bedingungen angepasst. „Seit 2008 begann die Gruppe ‚Grüner Hahn‘, den Klimaschutz- und Umweltgedanken konkret anzugehen. Nach einer systematischen Bestandsaufnahme wurde ein Umweltprogramm aufgestellt. Es umfasste Änderungen im Nutzerverhalten, in der Gemeindeorganisation, energetische Sanierungen und umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit“, berichtet Cordes. So sei in vielen Schritten der Stromverbrauch halbiert und der Gasverbrauch um ein Drittel verringert worden.


117 Jahre alt

Im Jahr 2001 feierten die ev.-luth. Christen den 100. Geburtstag ihrer Kirche in Haselünne. Ein Betsaal (der heutige Raum hinter dem Kirchraum) mit einer kleinen Wohnung machte 1901 den Anfang. Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele evangelisch-lutherische Flüchtlinge ins Emsland. 1951 wurde die Kirche um den heutigen Kirchraum erweitert, eine Pfarrstelle wurde eingerichtet. 1955 kam der Glockenturm dazu.

Im Obergeschoss des Gebäudes befinden sich das Pfarrbüro und ein kleiner Sitzungsraum, die bis 1958 der Pastorenfamilie als Wohnung, danach bis 2008 als Küsterwohnung dienten. 1980 erhielt das Gemeindezentrum mit dem Anbau des Altarraumes, des Konfirmandenraumes und des Jugendkellers seine heutige Gestalt.

Besonders sehenswert sind die Kirchenfenster aus dem Jahr 1983. Adolf Heydt, ein Haselünner Künstler, hat den Namen der Kirche im Altarraum künstlerisch umgesetzt. Es findet sich die Dreifaltigkeit in Gestalt des Kreuzes (linkes Altarfenster: der Sohn), der Taube (rechtes Altarfenster: Heiliger Geist) und des Auges (Altarfenster im Giebel: der Vater).

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