„An der Arche um Acht“ Kolping-Theater Haselünne probt Kinderstück

Von Reinhard Fanslau

Freuen sich auf die Premiere (obere Reihe, von links nach rechts): Rieke Wübben, Carolina Kramer, Franzi Leigers und Heike Wübben, im Koffer: Emma Brand und Malte Wübben. Es fehlt Nora Jeftenic. Foto: Reinhard FanslauFreuen sich auf die Premiere (obere Reihe, von links nach rechts): Rieke Wübben, Carolina Kramer, Franzi Leigers und Heike Wübben, im Koffer: Emma Brand und Malte Wübben. Es fehlt Nora Jeftenic. Foto: Reinhard Fanslau

Haselünne. Erstmalig steht beim Kolping-Theater Haselünne ein Kindertheaterstück auf dem Spielplan. Die Proben für „An der Arche um Acht“ sind im Moment in vollem Gang. Alle Mitwirkenden sehen gespannt der Premiere am 15. April um im Kulturkino Hasetor entgegen.

„Nicht lachen, ernst bleiben“. Aus dem Hintergrund kommen während der Proben die Anweisungen des Spielleiters. Wie bei den Erwachsenenstücken liegt die Regie in den Händen von Wilhelm Jansen. Dieses Mal unterstützt ihn Heike Wübben, die in dem gerade abgelaufenen Erwachsenenstück „Dat Hörrohr“ eine Magd spielte und jetzt wieder eine tragende Rolle hat. Und sie spricht konsequent Plattdeutsch.

Begeisterte Laienschauspielerin

Das unterscheidet die begeisterte Laienschauspielerin von den mitwirkenden Jungen und Mädchen. Das nach einem Buch von Ulrich Hub entwickelte Stück ist bewusst „zweisprachig“ angelegt: Plattdeutsch und Hochdeutsch. „Das hat zur Folge, dass die Kinder und auch die Zuschauer, die die plattdeutsche Sprache nicht beherrschen, diese sehr schnell erlernen.“ Das Wiederbeleben und der Erhalt niederdeutschen Mundart ist es, die Jansen bei all seinen Theateraktivitäten antreibt, wie er sagt.

„An der Arche um Acht“ ist eine Variation der biblischen Arche-Noah Geschichte. Im Mittelpunkt stehen drei Pinguine, gespielt von Carolina Kramer, Nora Jeftenic und Rieke Wübben. Bei den Proben springt Franzi Leigers für die erkrankte Nora Jeftenic ein.

Tierisches Trio

Das tierische Trio streitet sich, bis die weiße Taube – gespielt von Heike Wübben- vorbeikommt und vor der bevorstehenden Sintflut warnt. Es bleibt zwar nicht viel Zeit, um auf die rettende Arche zu kommen, aber die drei Pinguine streiten weiter. Und zwar um die Frage: „Warum lässt Gott das zu, dass eine gewaltige Welle kommt und alle Menschen und Tiere auf der Welt vernichtet?“ Ohne zu viel vorwegzunehmen, verrät Wilhelm Jansen: „Selbst solche grundsätzlichen Fragen werden ohne pädagogischen Holzhammer beantwortet. In diesem Theaterstück geht es kindgerecht und humorvoll um Freundschaft, Glauben und Nächstenliebe.“

Spannendes Projekt

Und noch etwas ist neu. Die Proben des Kinderstücks begleitet Nils Hanraets vom Theaterpädägogischen Zentrum (TPZ) in Lingen. Der Theaterpädagoge betrachtet aufmerksam, wie die Schauspieler agieren und denkt darüber nach, was noch besser laufen könnte. „Für mich ist das ein ganz spannendes Projekt. Ich bin beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wird“, sagt Hanraets. Großen Verbesserungsbedarf sieht der Experte grundsätzlich nicht. Nur der eine oder andere Übergang zwischen den einzelnen Teilen des Gesamtwerkes könnte seiner Meinung noch fließender sein. Mit dem Regisseur wird der Theaterpädagoge darüber sprechen. Natürlich noch rechtzeitig, um die Ideen bis zur Premieren umzusetzen.

Neuland

Auch für die durch ihr Mitspielen in den Erwachsenenstücken erfahrene Heike Wübben ist das Kindertheater Neuland. „Ich habe hier viel mehr Verantwortung, weil ich bei der Regie mitwirke und die Kinder führen muss“, sagt die Darstellerin der weißen Taube. „Wir sind aber alle drei sehr pflegeleicht“, ruft prompt einer der drei Pinguine aus dem Hintergrund. Auch dass es an einigen Stellen noch hakt und holpert, beunruhigt niemanden. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Kinder schon sehr textsicher. Das ist sehr wichtig“, freut sich Wilhelm Jansen, dessen Frau Brigitte maßgeblich das Bühnenbild gestaltete. Und auch der noch hakende Verschluss des für die Handlung sehr wichtigen Überseekoffers dürfte bis zur Premiere repariert sein.

Spannende Veranstaltung

Mit „An der Arche um Acht“ wird zum ersten Mal im Bereich des Niederdeutschen Bühnenbundes, Niedersachsen/Bremen (NBB, ein plattdeutsch-hochdeutsches Theaterstück aufgeführt. „Daher haben wir eine Einladung zum Theaterfestival vom 25. bis 27. Mai nach Cuxhaven bekommen“, sagt sich Regisseur Jansen: „Wir freuen uns riesig darauf, denn es ist eine spannende Veranstaltung mit Ur- und Erstaufführungen neuer niederdeutscher Theaterstücke.“