Serie Familienfreundliche Betriebe Haselünnerin macht Ausbildung in Teilzeit für Betreuung des Sohnes

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Während ihrer Ausbildung bei Berentzen durchläuft Ekaterina Winter Karzinins verschiedene Abteilungen des Unternehmens. Aktuell verstärkt sie das Team des Hofladens. Foto: Konstantin StumpeWährend ihrer Ausbildung bei Berentzen durchläuft Ekaterina Winter Karzinins verschiedene Abteilungen des Unternehmens. Aktuell verstärkt sie das Team des Hofladens. Foto: Konstantin Stumpe

Haselünne. Früh hat Ekaterina Winter-Karzinins aus Haselünne einen Sohn bekommen. Auf eine Berufsausbildung verzichten wollte die junge Mutter aber nicht. Die Berentzen-Gruppe kam ihr hinsichtlich der Arbeitszeit entgegen.

Im Jahr 2015 begann die heute 27-Jährige ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Berentzen-Gruppe. Damals noch in Vollzeit. Ihr Sohn war vier Jahre alt und konnte in der Kita bis 17 Uhr betreut werden. „Schon bei Ausbildungsstart hat meine damalige Ausbildungsleiterin mich darüber informiert, dass auch Teilzeit möglich ist“, sagte die 27-Jährige. Dank der Gleitzeit, die für alle Angestellten in der Administration gilt, konnte die junge Mutter ihre Arbeitszeit aber so anpassen, dass sie den Kleinen morgens zur Kita hin-, und nachmittags wieder abholen konnte. Für die Mutter, die unter der Woche oft mit ihrem Sohn allein ist, weil der Mann auf Montage arbeitet, war diese Lösung optimal. Teilzeitarbeit war daher noch nicht notwendig.

Zwei Stunden früher Feierabend

Im Sommer 2017 kam ihr Sohn dann aber in die Schule und die Betreuungszeiten änderten sich. Selbst die Offene Ganztagsschule gewährleistet nur eine Betreuung bis 15.40 Uhr. „Ich bin dann einfach zu Tobias Kamprolf gegangen und habe gefragt, ob ich meine Stunden reduzieren kann“, erinnert sich die angehende Industriekauffrau. Kamprolf ist nach einem Personalwechsel ihr neuer Ausbildungsleiter: „Das war alles sehr unkompliziert. Ende Mai/Anfang Juni 2017 haben wir einen Antrag bei der IHK gestellt. Nur drei Wochen später wurde der genehmigt“, sagt der Referent für Personalentwicklung und Ausbildung. Ihre Wochenstunden wurden von 38 auf 30 reduziert. An vier Tagen in der Woche macht die Auszubildende jeweils zwei Stunden früher Feierabend. Einen Tag in der Woche besucht sie die Berufsschule.

Angenehm in der Prüfungszeit

Diese Reglung ist seit der Reform des Berufsbildungsgesetztes (BBIG) im Jahr 2005 möglich, sofern es dafür ein „berechtigtes Interesse“ gibt. Das liegt unter anderem dann vor, wenn der Auszubildende ein eigenes Kind betreut und dadurch die Vollzeitausbildung erschwert wird.

Erschwert worden wäre die Ausbildung laut Winter-Karzinins gerade jetzt, weil in ein paar Wochen die Abschlussprüfungen anstehen. „Es ist einfach angenehmer zwei Stunden mehr Zeit zu haben. Ich muss mich um meinen Sohn und den Haushalt kümmern, dann hätte ich noch nachts dagesessen und gelernt. In Vollzeit war alles sehr hektisch.“

Erfahrung ein Plus

Zugute kam der jungen Mutter besonders die Erfahrung aus zwei Jahren Vollzeitausbildung. „In den ersten zwei Jahren habe ich schon viel gelernt und kann viele Aufgaben schon sehr planen, sodass ich sie auch in de verkürzte Zeit reinbekomme“, sagt die 27-Jährige selbstbewusst. Dank dieser Routine kam es für ihren Arbeitgeber auch nicht in Frage, die Ausbildungszeit zu verlängern oder ihr das Gehalt zu kürzen. „Die Ausbildung leidet nicht. Die Qualität stimmt“, betont Kamprolf. Dem Unternehmen sei es immer ein Anliegen, die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter zu optimieren. Das trägt Berentzen auch als Gründungsmitglied des Vereins vereinbar e. V. für familienfreundliche Betriebe nach außen.


Der Verein „Vereinbar e.V.“ vernetzt familienfreundliche Unternehmen im Emsland. Der Verein versteht sich als vertrauenswürdiger Partner für Unternehmen und Familien. In diesem Jahr wird er 25 Jahre alt. Seither arbeitet Vereinbar e.V. mit kreativen Lösungen und individueller Beratung daran, die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stetig zu verbessern. Eltern profitieren von Beratung und (Weiter-) Bildung, zum Beispiel in oder nach der Elternzeit. Unternehmen sind durch Newsletter, Impulsvorträge, Seminare und den Erfahrungs- und Gedankenaustausch miteinander top informiert. Durch das Label „Wir sind familienfreundlich“ tragen die Unternehmen ein positives Image nach innen und außen.

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