Polizei informiert Bürger Haselünne: Vorbeugen bewahrt vor Einbrüchen

Von Martin Reinholz

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Über die Sicherheit in den eigenen vier Wänden informierten (von links) Philip Wilson (von links), Dieter Rothlübbers und Andreas Knief. Foto: Martin ReinholzÜber die Sicherheit in den eigenen vier Wänden informierten (von links) Philip Wilson (von links), Dieter Rothlübbers und Andreas Knief. Foto: Martin Reinholz

Haselünne. Über einen wirksamen Einbruchschutz haben Polizeioberkommissar Dieter Rothlübbers vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und der Dienststellenleiter der Polizeistation Haselünne, Philip Wilson, informiert.

Andreas Knief, Mitglied des Vorstandes der Haselünner Bank, begrüßte dazu über 100 Mitglieder und Gäste der Volksbank in der alten Abfüllung im Berentzen Hof. Knief machte deutlich, dass ein Einbruch in den eigenen vier Wänden immer von Emotionen begleitet sei. Neben Einbruchschäden und dem Raub wertvoller Sachen belaste die Opfer häufig die „gefühlte Hilfslosigkeit“. Als genossenschaftliche Bank fühle sich die Volksbank den Menschen in der Region verpflichtet und unterstütze aktiv die Informationsversorgung zum Thema „Einbruchschutz“ vor Ort.

Wenige Einbrüche

Polizeioberkommissar Dieter Rothlübbers stellte zunächst die Einbruchstatistik für das Emsland und speziell für Haselünne vor. Wenn auch zahlreiche Schlagzeilen eine „gefühlte Unsicherheit“ vermittelten, zeigten alle Statistiken vergleichsweise niedrige Einbruchszahlen für die Stadt Haselünne, zeigte Rothlübbers auf. „Die Einbruchsquote liegt für Haselünne bei weit unter einem Prozent“, sagte der Polizeioberkommissar. Die Aufklärungsquote von Einbrüchen im Emsland liege bei 20 Prozent gegenüber einem bundesweiten Wert von 15 Prozent.

Als wirksamstes Mittel zur Vorbeugung von Einbrüchen nannte Rothlübbers eine „gut funktionierende soziale Kontrolle“. „Das A und O zur Prävention ist die Wachsamkeit der Nachbarn untereinander“, sagte der Polizist. Bei entsprechenden Beobachtungen solle keiner zögern, die Polizei zu informieren.

Täter am Tag unterwegs

Entgegen landläufiger Meinung geschehen 75 Prozent aller Einbrüche tagsüber zwischen 8 und 20 Uhr, führte er weiter aus. Mechanische Sicherungssysteme böten die höchste Sicherheit. Türen sollten „nicht nur ins Schloss fallen“, sondern auch abgeschlossen werden. Ein „auf Kipp stehendes Fenster“ sei aus Sicht der Polizei ein „offenes Fenster“. Entsprechende mechanische Sicherungen sollten auch bei häufig genutzten Seiteneingängen genutzt werden. Ebenso wies Rothlübbers auf Sicherungen bei Kellerfenstern hin. Die Präventionsteams der Polizei seien bei Hinweisen und Hilfestellungen für eine fach- und sachgerechte Verarbeitung der Sicherungssysteme behilflich.

Sinnvolle Ergänzung

Einbruchmeldeanlagen bezeichnete der Polizist als „sinnvolle Ergänzung“, wies aber gleichzeitig auf eventuelle Problemen beim Stromausfall hin. Eine wichtige Prävention könne mit der Gestaltung der Einfriedung rund um das Haus und Grundstück geleistet werden, erklärte der Experte. Hohe Sichtzäune schützten nicht nur vor neugierigen Blicken Dritter, sondern böten möglichen Einbrechern Schutz, entdeckt zu werden. Abschließend gab Rothlübbers den Hinweis, dass es durch die KfW Bank Förderungen für Maßnahmen zum Einbruchschutz durch Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite gebe. (www.kfw.de/einbruchschutz)

13 Polizisten

Haselünnes Polizeidienststellenleiter, Polizeioberkommissar Philip Wilson, erläuterte, dass die Haselünner Dienststelle durch die 13 zurzeit dort tätigen Beamten zu unterschiedlichen Zeiten besetzt sei. Zu den üblichen Dienstzeiten gebe es auch Dienststunden zur Nachtzeit. Ferner seien die Beamten auch teilweise „in Zivil“ im Einsatz unterwegs. Die in der Vergangenheit stattgefundenen Einbrüche in Haselünne hätten sich überwiegend auf Vereinsheime und Gewerbeobjekte konzentriert, sagte Wilson.

Keine Hemmungen

In Bezug auf Autoaufbrüche appellierte er an die Bürger keine Wertsachen im Auto liegen zu lassen. „Geben Sie uns Hinweise“, ermunterte der Dienststellenleiter die Bürger bei entsprechenden Beobachtungen unverzüglich die Polizei zu informieren. Auch solle niemand Hemmungen haben, als Zeuge zur Verfügung zu stehen. „Zeuge sein ist Bürgerpflicht“, meinte Wilson.


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