SPD zieht Antrag im Rat zurück Markt Haselünne wird probeweise nicht gesperrt

Von Carola Alge

Eine probeweise Sperrung des Markts in Haselünne, der zurzeit saniert wird, hat der Stadtrat abgelehnt. Foto: Carola AlgeEine probeweise Sperrung des Markts in Haselünne, der zurzeit saniert wird, hat der Stadtrat abgelehnt. Foto: Carola Alge 

Haselünne. Der Markt in Haselünne wird nach seiner zurzeit laufenden Sanierung in diesem Jahr nicht probeweise gesperrt. Einen entsprechenden Antrag auf dreimonatige Schließung zog die SPD-Fraktion im Rat zurück.

In ihrem zunächst im Rat eingebrachten und von Fraktionschef Rolf Hopster erläuterten Antrag warb die SPD für eine Sperrung ab Sommer 2018. Sie wollte – wie berichtet – den Markt vom Breiten Stein bis zum Krummen Dreh für den motorisierten Verkehr von Mitte Juni bis Mitte September sperren und gleichzeitig dort ein Veranstaltungsprogramm durchführen. Der SPD-Sprecher betonte, es müsse für Besucher zum Erlebnis werden, über den Markt zu bummeln, die Geschäfte aufzusuchen oder sich einfach nur in ein Straßencafé zu setzen.

„Höchste Zeit“

„Es wird höchste Zeit, das Thema zu diskutieren. Wir arbeiten seit 2012 daran. Leider hat es in dieser Zeit hier keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema gegeben. Jetzt, da der Markt umgestaltet wird und mehr Platzcharakter und damit deutlich mehr Aufenthaltsqualität bekommt, ist der richtige Zeitpunkt, zu signalisieren, dass der Markt im Sommer den Menschen und nicht den Autos gehört“, erklärte Hopster. Dieser Bereich sei als Durchfahrtstraße nicht notwendig. Die Stadt müsse zusätzliche Anreize geben, „damit sich mehr Menschen in der City aufhalten“. Dazu gehörten auch Veranstaltungen.

Innerstädtische Straßenbaumaßnahmen

Mit Blick auf verschiedene aktuelle innerstädtische Straßenbaumaßnahmen modifizierte die SPD während der Ratssitzung allerdings überraschend den Zeitpunkt der beantragten Sperrung von 2018 auf 2019. Darüber zeigte sich Bürgermeister Werner Schräer verwundert. „Diese Zeitänderung ist kommunalverfassungsrechtlich gravierend und hätte im Verwaltungsausschuss vorbereitet werden müssen.“ Darauf verwies auch CDU-Sprecher Berthold Markus. „Die Jahresänderung kommt zu spät. Beide Fraktionen haben im Vorfeld nur die Möglichkeit gehabt, über eine mögliche Sperrung 2018 zu beraten“. Deshalb, so Schräer, müsse der Antrag zurückgezogen und im nächsten Rat neu für 2019 gestellt werden. Andernfalls werde er Widerspruch einlegen. Die SPD reagierte mit Rücknahme.

Neuer Baugrund

Gute Nachrichten für Bauwillige. Mit der Änderung zweier Flächennutzungspläne bringt der Rat zwei neue Wohngebiete auf den Weg. Sie wurden ebenso einstimmig gefasst wie die Satzungsbeschlüsse der entsprechenden Bebauungspläne. Danach können auf einer Fläche nördlich des Baugebietes Beesgraben zwischen Bödikerstraße und Hülsener Weg 73 Baugrundstücken entstehen. Die maximale Gebäudehöhe bei einer zweigeschossigen Bauweise ist auf 10,50 Meter festgesetzt. Je Einzelhaus sind höchstens zwei Wohnungen zulässig, pro Doppelhaushälfte eine. Die weiteren Bestimmungen entsprechen denen des Baugebiets Beesgraben. Grundstücke kosten hier 78 Euro pro Quadratmeter.

Zur Satzung erhoben

Der Markt in Haselünne bleibt für den motorisierten Verkehr auch weiter geöffnet. Foto: Carola Alge/Montage Heiner Wittwer

Zur Satzung erhoben wurden außerdem die Bebauungspläne „Nördlich der Andruper Straße“ und „Westeresch“, der nun nicht mehr Mischgebiet, sondern allgemeines Wohngebiet ist. Der Bebauungsplan „Vinzenzstraße II“ schafft für den Bereich des ehemaligen Tennisplatzes die Möglichkeit für den Neubau zweier zweigeschossiger Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten. Die maximale Firsthöhe beträgt zwölf Meter. Eine weitere ist im Bereich des Erholungsgebiets Haselünne möglich. Im Bereich zwischen Sudetenring und Pommernweg ist eine eingeschossige Bebauung möglich.