Karsten Osmers referiert in Haselünne „Jeder hat seinen Beitrag zum Bienenschutz zu leisten“

Von Martin Reinholz

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Haselünne. Unter dem Titel „Sachgerechter Pflanzeschutz – und wer schützt die Bienen?“ stand der Vortrag von Karsten Osmers, der bei einer Veranstaltung des Imkervereins Hasetal Haselünne, Herzlake und Lähden referiert hat. Jeder habe seinen Beitrag zum Bienenschutz zu leisten, forderte Osmers.

Das Bienensterben nehme in der öffentlichen Diskussion bereits eine prominente Stelle ein, meinte der promovierte Landwirt, der 37 Jahre bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems tätig war – zuletzt als Leiter des Pflanzenschutzamtes.

Verpflichtende Fortbildung

Der Rückgang der Insektenarten gehe schneller voran als je zuvor, gab Osmers zu bedenken. Einige Studien zeigten „in der Spitze einen Rückgang der Insektenarten bis zu 75 Prozent“. Gerade im Hinblick auf diese Tatsache sei ein „sachgerechter Pflanzenschutz“ von besonderer Bedeutung. Der starke Anstieg des Maisanbaus, die Wetterentwicklung und die zunehmende Frühjahrstrockenheit tragen zu einem Rückgang der Insekten bei, stellte der Referent fest. „Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft wurde durch die Einführung eines Sachkundenachweises mit einer entsprechenden Fortbildungsverpflichtung auf die geltende Bienenschutzverordnung reagiert“, sagte Osmers.

Vorgärten zugemauert

Der Referent sieht aber nicht nur die Landwirtschaft in der Pflicht, „die Verantwortung liegt bei jedem von uns“. Er nannte als Beispiel die Gestaltung der privaten Vorgärten. Laut einem Bericht des Magazins der Süddeutschen Zeitung wurden alleine in Deutschland im Jahr 2017 sogenannte Gabionen (Mauern aus mit Steinen gefüllten Drahtkörben) in einer Länge von rund 1300 Kilometern verbaut. Zudem gebe es einen stetig steigenden Trend zu Steinbeeten, anstelle von Beeten mit dem einen oder anderem blühenden Unkraut oder Pflanzen.

Ende von Glyphosat in Sicht?

Auch das zurzeit stark diskutierte Herbizid Glyphosat besprach Osmers in seinem Vortrag. Er sehe ein baldiges Ende des Pflanzenschutzmittels. Als Alternative im Heim- und Kleingärtnerbereich gebe es dann nur das Auskratzen und Ausbürsten oder das Abflammen von Unkraut. Im Bereich der Landwirtschaft werde eine häufigere Fruchtfolge, geeignete Bodenkultivierungsmaßnahmen und der Vorzug von biologischen, physikalischen und anderen nicht chemischen Methoden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Landwirte erkennen Bedeutung der Bienen

In der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, dass das Verhältnis zwischen den Imkern und Landwirten sich stark versachlicht habe. Die Landwirtschaft habe die Bedeutung der Bienen in der Feldflur erkannt. „Die Auswüchse in der Landwirtschaft werden sich von selber reduzieren“, meinte Osmers.


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