Ausstellung „beWEGt“ eröffnet Kunstwerke von Andrea Wilmers im Haselünner Rathaus

Von Werner Scholz

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Haselünne. „beWEGt“ – so heißt die Ausstellung der freischaffenden Künstlerin Andrea Wilmers, die ab sofort in der Rathaus-Galerie Haselünne zu sehen ist.

„Sie lebt und arbeitet in der Nähe der Stadt Bramsche, in Evinghausen im Osnabrücker Land, waldnah, zurückgezogen, jedoch nicht weltflüchtig, sondern an einem ruhigen Ort, der Konzentration auf die künstlerische Arbeit befördert“, betonte der Kunstexperte Jürgen Thom in seiner Eröffnungsrede zur Vernissage. Mit der Ruhe des Orts, an dem das künstlerische Schaffen stattfindet, hob Thom sogleich einen grundlegenden Aspekt der gegenwärtigen Arbeiten von Andrea Wilmers hervor.

Es ist der Begriff des Lauschens. „Das Lauschen als Wahrnehmung kann auch Intuition sein, das Hören nach innen, es kann aber auch Empathie bedeuten“, sagte Wilmers. Was aber ist der Inhalt der Wahrnehmung, um die es der Künstlerin geht?

Alles ist in Bewegung

Der Titel ihrer Ausstellung verweist „auf Bewegung und Veränderung als Konstante jedes menschlichen Tuns und darauf, dass sich alles bewegt, sich auf einem Weg befindet, dessen Etappen immer wieder neu erfasst werden müssen“, erklärte Thom. Exemplarisch ist etwa das Bild „lauschende Kriegerin“. Das Werk zeigt einerseits eine Kriegerin mit langem Speer, die ihrer Erscheinung nach zeitlich und historisch nicht präzise verortbar ist. Der Speer ist gesenkt. Sie ist bereit zur Tat, sie ist kämpferisch, aber abwartend. Sie lauscht. Andererseits nämlich hat sie einen modernen Kopfhörer auf, der nicht verkabelt ist, aber auf die Gegenwart verweist. „Das ist das Lauschen und Tun, laut und leise – nur lau darf es nicht sein“, sagte die Künstlerin lächelnd.

Wenn sie malt, dann ist ihre Intuition pinselführend. Entsprechend sind ihre Arbeiten auch immer eine Art Spiegel, der sowohl Konkretes als auch Abstraktes zutage fördert, wobei in der aktuellen Bilderserie der Mensch im Mittelpunkt steht.

Lauschen als Selbstreflexion

Die gemalten Figuren sind fast ausnahmslos weiblich, aber in gänzlich unterschiedlicher Erscheinungsweise und Bekleidung dargestellt. Dabei hat die Künstlerin sowohl konkrete als auch abstrakte Elemente einfließen lassen. Zudem hat sie Schnittmuster als Bildelemente mitverarbeitet. Insgesamt lässt sich das Lauschen – als Grundmotiv verstanden – als Selbstreflexion deuten. „Wie passe ich in meine Haut, wie korrespondiert mein Wesen mit meiner Hülle, wie kann ich gegebenenfalls meine Hülle entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Wegstrecke anpassen beziehungsweise sie auch passend machen und mich neu vermessen?“, fragte Thom in diesem Sinne.

Auch wenn die Arbeiten sehr wohl eine spirituelle Komponente enthalten, bedeutet die gegenwärtige Phase kein „orientierungsloses Ausschreiten in unendliche grenzenlose kosmische und spirituelle Weiten“, betonte Thom. Es ist auch das Spannungsverhältnis zwischen Konkretem und Abstraktem, das den Betrachter zu je ganz eigenen Deutungen einlädt und inspiriert.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 13. April.


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