Überraschender Ausgang Theaterverein Vinnen zeigt „Keen toeerst starvt“

Von Martin Reinholz

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Mit stoischer Ruhe begleitet Butler Johann Keller (Kevin Rapien) das muntere Treiben auf der Vinner Bühne. Mit dabei Melanie Deters als Wienke Paulsen (von links) und Monika Thien als Luise Möller. Foto: Martin ReinholzMit stoischer Ruhe begleitet Butler Johann Keller (Kevin Rapien) das muntere Treiben auf der Vinner Bühne. Mit dabei Melanie Deters als Wienke Paulsen (von links) und Monika Thien als Luise Möller. Foto: Martin Reinholz

Lähden. Der Theaterverein Vinnen hat mit der plattdeutschen Kriminalkomödie in drei Akten „Keen toeerst starvt“ (Stirb schneller Liebling) von Hans Schimmel erfolgreich Premiere gefeiert. Den Besuchern wurde eine bis zum Schluss spannende Vorstellung mit ungeahntem Ende geboten.

Thies Paulsen (Andreas Deters) und seine Frau Wienke (Melanie Deters) sind ein Paar, das unterschiedlicher nicht sein kann. Er liebt seinen Fußball, Bier und führt eine „lockere Liaison“ mit seiner Sekretärin Susanne Uhlendorf (Marina Döbbeler). Sie hingegen würde am liebsten die gemeinsame Toilettenpapierfabrik verkaufen, um das Geld in ein Gestüt zu investieren. Die einzige Gemeinsamkeit des ungleichen Paares scheint der gemeinsame Hochzeitstag zu sein.

Böses Versprechen

Eine Scheidung kommt für beide aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in Frage. So erlangt das Eheversprechen „…bis das der Tod Euch scheidet“ eine ganz neue Bedeutung. Die Schwester von Thies, Caroline Paulsen (Maria Wichmann-Böckelmann) und Wienke`s Freundin Luise Möller (Monika Thien) greifen derweil immer wieder in das Beziehungsgeflecht des ungleichen Ehepaares ein.

Der ruhende Pol

Während der treue und zuverlässige Butler und Chauffeur des Hauses, Johann Keller (Kevin Rapien), mit scharfer Zunge eine gewisse Ruhe im Hause Paulsen ausstrahlt, sorgen der verpeilte Handwerker Giovanni (Rudi Völker) und das kurzsichtige Hausmädchen Agnes (Antje Sanders) für die eine oder andere Katastrophe.

Unabhängig voneinander engagieren die Eheleute einen Killer, bzw. eine Killerin, um das Eheversprechen „vorzeitig“ einzulösen. Christel Janzen als Tamara Kalikowa und Bernd Glöe als Carlos Santanios Giovannias – beides absolute unerfahrene Anfänger in ihrem Berufsstand – bringen das Geschehen auf der Vinner Bühne auf Hochtouren.

Echtes Ehepaar

Den beiden Hauptdarstellern Melanie und Andreas Deters, die im richtigen Leben auch ein Paar sind, ist die jahrelange Theatererfahrung anzumerken. Gekonnt verkörpern beide das absolut zerstrittene Ehepaar Paulsen. Abseits der Bühne sei dies aber nicht so, beteuern beide am Rande der Premiere.

Monika Thien stellt gekonnt die naive „Männer-verbrauchende“ Freundin von Wienke, Luise Möller, dar. Sie schlägt ihrer Freundin die „Beseitigung“ der jeweiligen Liebschaften von Thies` vor. Wienke entgegnet ihr im Hinblick auf das Erbe „Die kann ich nicht beerben!“

Routinierte Akteure

Ebenfalls routiniert auf der Bühne unterwegs ist Maria Wichmann-Böckelmann als Schwester von Thies Paulsen, die bei jedem Auftritt ihre Sehnsucht zu einem anderen Liebhaber ausdrückt. Gekonnte Auftritte lieferten auch Marina Döbbeler als Susanne Uhlendorf und das „Killerpärchen“ Carlos Santanios Giovannias (Bernd Glöe) und der weibliche Gegenpart Tamara Kalikowa (Christel Janzen).

Rudi Völker zeigt beeindruckend, wie es dem Handwerker Giovannis gelingt, aus einem „tropfenden Wasserhahn“ einen Gartenpool zu bauen. Als extrem kurzsichtige Hausangestellte Agnes kollidiert Antje Sanders immer wieder mit an der Wand hängenden Spiegeln oder Türrahmen und wird sich dank der realitätsnahen Darstellung sicher den einen oder anderen „blauen Fleck“ zulegen.

Großes Chaos

In all dem Chaos auf der Bühne stellt Kevin Rapien als Butler Johann Kellert einen außergewöhnlichen Ruhepool dar. Mit „stoischer Ruhe“ begleitet er das bunte Treiben auf der Bühne. Vorausschauend und in Erwartung der Geschehnisse weiß er jede Situation exzellent mit „spitzer Zunge“ zu kommentieren. Fast jeden Abgang begleitet er mit den Worten „Wenn sie mich nicht mehr benötigen, würde ich gerne wieder meinen Pflichten nachgehen“.

Den Vinner Laienspielern gelingt es, die in dem Stück aufgebaute Spannung bis zum Schluss hochzuhalten. Während des dritten Aktes meint der Theaterbesucher, den Ausgang erahnen zu können. Es kommt jedoch ganz anders und das Kriminalstück findet ein erstaunliches und himmlisches Ende.

Weitere Aufführungen

Welcher der beiden Killer schließlich erfolgreich sein wird, zeigt der Theaterverein Vinnen bei den nächsten Aufführungen am Samstag, 10. März, um 19.30 Uhr, am Freitag, 16. März, um 20 Uhr, am Sonntag, 18. März, um 15.30 Uhr und am Samstag, 24. März, um 19.30 Uhr. Die Aufführungen finden im Dorfgemeinschaftshaus Vinnen statt. Karten gibt es an der Tageskasse.


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