Briefe mit brisantem Inhalt entwendet Sechs Monate Gefängnis für Haselünner wegen Diebstahls

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Ein polizeibekannter Haselünner musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Zusammen mit einem Bekannten soll er in der Hasestadt im Mai 2017 aus einem Postkasten entwendete Briefe geöffnet und den Inhalt, bei dem es sich zum Teil um Kokain handelte, an sich genommen haben.  Symbolfoto: Sven Hoppe/dpaEin polizeibekannter Haselünner musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Zusammen mit einem Bekannten soll er in der Hasestadt im Mai 2017 aus einem Postkasten entwendete Briefe geöffnet und den Inhalt, bei dem es sich zum Teil um Kokain handelte, an sich genommen haben. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa

Haselünne. Ein polizeibekannter Haselünner musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Meppen verantworten. Zusammen mit einem Bekannten soll er in der Hasestadt im Mai 2017 aus einem Postkasten entwendete Briefe geöffnet und den Inhalt, bei dem es sich zum Teil um Kokain handelte, an sich genommen haben.

Es war nicht das erste Mal, dass der 30-Jährige vor Gericht erscheinen musste. Seit rund 15 Jahren tritt der Haselünner immer wieder strafrechtlich in Erscheinung, verbüßte zuletzt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen schweren Diebstahls und Nötigung. Nun hatte sich der Mann wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Diebstahls erneut zu verantworten. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 2017 hatte ihn, wie der Angeklagte durch seinen Anwalt verlesen ließ, ein Bekannter gegen 1 Uhr angerufen. Er solle in die Bahnhofsstraße kommen, forderte der Anrufer, den der 30-Jährige nicht namentlich nennen wollte. Also machte er sich auf den Weg dorthin und traf seinen Freund bei einem nahegelegenen Altkleidercontainer.

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Briefe nach Drogen gesucht

Sein Bekannter hatte einen in der Nähe liegenden Postkasten aufgebrochen und einen Stapel Polsterbriefe an sich genommen. Dieser hatte einen Tipp bekommen, dass in den Polsterbriefen Kokain verschickt würde.Also half der Angeklagte mit, die einzelnen Briefe nach den Drogen zu durchsuchen. Nachdem sie fündig wurden, teilten sie die Drogen untereinander auf. Den Rest der Briefe warfen sie in den Altkleidercontainer und verschwanden. Bei der Aktion hatte sich der Angeklagte beim Aufreißen der Briefe am Finger verletzt, sodass sein Blut an einigen Umschlägen haftete. So kam ihm wenig später die Polizei auf die Schliche.

Viele Vorstrafen und negative Sozialprognose

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Der 30-Jährige beteuerte, dass er den Briefkasten nicht aufgebrochen habe. Das sei sein Bekannter gewesen. Er habe nur bei der Durchsuchung der Briefe geholfen. Den Aufbruch konnte ihm die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen. Trotzdem war der Tatbestand des gemeinschaftlichen Diebstahls gegeben. Der Staatsanwalt wertete das Geständnis des Angeklagten als positiv. Aber alleine wegen der zahlreichen Vorstrafen und der negativen Sozialprognose des Bewährungshelfers, käme der 30-Jährige um eine Haftstrafe nicht herum. So forderte der Staatsanwalt, den Angeklagten zu vier Monaten Haft ohne Bewährung zu verurteilen. Die Verteidigung stellte die schwere der Tat infrage. Der Mandant sei doch nur ein Helfer gewesen und eine Mittäterschaft fraglich. Eine Geld- oder Bewährungsstrafe wäre der Schuld angemessen.

Sechs Monate Gefängnis

Das sah der Richter in seinem Urteil ganz anders und ging sogar über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Für sechs Monate muss der Haselünner nun ins Gefängnis. Als Begründung nannte der Vorsitzende die schlechte Aussicht auf Besserung seitens des 30-Jährigen. Eine Bewährungsstrafe würde ihn nicht davon abhalten, erneut straffällig zu werden.


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