Mut und Ideen bewahren Bürgermeister Werner Schräer sieht Herausforderungen für Haselünne

Von Martin Reinholz

Über zukünftige Herausforderungen der Korn- und Hansestadt Haselünne referierte Bürgemeister Werner Schräer (links) bei der Frauenunion Haselünne. Margret Berentzen dankte dem Bürgermeister für seine Ausführungen. Foto: Martin ReinholzÜber zukünftige Herausforderungen der Korn- und Hansestadt Haselünne referierte Bürgemeister Werner Schräer (links) bei der Frauenunion Haselünne. Margret Berentzen dankte dem Bürgermeister für seine Ausführungen. Foto: Martin Reinholz

Haselünne. Während der Mitgliederversammlung der Frauenunion des Stadtverbandes Haselünne hat Bürgermeister Werner Schräer über zukünftige Herausforderungen der Korn- und Hansestadt Haselünne referiert. Dabei ging der Verwaltungschef auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die fortschreitende Digitalisierung, die Pflege und die Zukunft der Nahversorgung ein. Er bezog klar Stellung zum notwendigen Ausbau der Infrastruktur, der Landwirtschaft und der Sicherheit in der Hasestadt.

Ziel der Politik für die Menschen müsse es sein, dass gute Lebensbedingungen der Bevölkerung auf dem Land, wozu Haselünne zähle, eine genauso wichtige Rolle spielten, wie in den „sogenannten“ Metropolen. Dazu gehöre eine gute Versorgung aller Haushalte mit einem leistungsfähigen Internetanschluss. Bei den derzeitigen Ausbauplanungen blieben etwa 80 bis 90 Haushalte in Haselünne unversorgt. „Am Ende darf keiner unversorgt bleiben“, bekräftigte Schräer die Bemühungen der Stadt um eine hundertprozentige Versorgung. Die aktuelle Situation verglich der Bürgermeister mit dem Ausbau der Trinkwasserversorgung in den 1960er Jahren.

Im Bereich Pflege verwies Schräer auf die in den vergangenen Jahren zahlreich geschaffenen Plätze bei der Kurzzeit- und Tagespflege, dem betreuten Wohnen und in Senioreneinrichtungen. Trotzdem gebe es hier noch Anfragen und weiterer Bedarf.

Bewusstsein für stationären Handel

„Ist der Einzelhandel weg, zieht die Dienstleistung und die Gastronomie meistens nach“, warnte der Bürgermeister vor einen Rückzug der Unternehmen. Er führte diese Entwicklung auf den zunehmenden Onlinehandel zurück. Die meisten Verbraucher kauften demnach im Internet. „Beim Händler vor Ort liegt ein Mehrwert in Sachen Beratung und Dienstleistung“, sagte Schräer und forderte ein verschärftes Bewusstsein der Verbraucher zum Einkaufen vor Ort.

Im Einklang mit Landwirtschaft

Im Umgang der Bevölkerung mit der Landwirtschaft entwickle sich eine „Kluft, die uns nicht guttut“, meinte Werner Schräer. Jeder verlange gute Lebensmittel, sei aber nicht bereit dafür zu bezahlen. Schräer forderte mehr Verständnis für die moderne Landwirtschaft. „Jeder Landwirt hat ein Interesse daran, mit den Tieren vernünftig umzugehen“, meinte der Bürgermeister und warb um Verständnis der Menschen im ländlichen Raum im Einklang mit der Landwirtschaft zu leben.

Schräer für E 233

Der Bürgermeister warb ferner für den Ausbau der E 233. Das Emsland wäre nie zu dem geworden ist, was es heute ist, wenn „unsere Eltern und Großeltern“ einen Bau einer Erdölraffinerie, eines Kernkraftwerkes und der A 31 nicht ermöglicht hätten“, gab der Bürgermeister zu bedenken. „Mut und Ideen dürfen nicht verloren gehen“, sagte Schräer in diesem Zusammenhang.

Autoknacker gefasst

Auch zu den aktuellen Einbruchserien in Haselünne bezog Schräer Stellung. Die Polizei mache „einen guten Job“. Die Stadt stehe mit der Polizei in engen Kontakt. „Die mutmaßlichen Täter der Autoaufbrüche konnten bereits gefasst werden“, sagte der Bürgermeister. Schräer forderte die Bevölkerung auf, mit „aufzupassen“ und bei entsprechenden Verdachtsfällen nicht davor zurückzuschrecken, die Polizei zu informieren.

Frauen stellen Fragen

In einer ausführlichen Diskussionsrunde hatten die Frauen Gelegenheit, dem Bürgermeister bezüglich einzelner Projekte, besonders zu den aktuellen Baumaßnahmen in der Stadt, Fragen zu stellen. Die an der Sanierung der Sporthalle und des Hallenbades an der Hammer Straße beteiligten Firmen lobte Schräer. Viele kämen aus dem Bereich Haselünne. „Hier wurde gute Arbeit unter Zeitdruck geleistet“, meinte der Bürgermeister.