zuletzt aktualisiert vor

Beschluss des Verwaltungsausschusses Linde am alten Rathaus Haselünne wird gefällt

Meine Nachrichten

Um das Thema Haselünne Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Haselünne. Die Linde am alten Rathaus in Haselünne am Eingang des Markts wird in den nächsten 14 Tagen gefällt. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Verwaltungsausschuss am Donnerstag.

  • Die Sanierung des Markts in Haselünne läuft
  • Geprüft wurde, ob die Linde am alten Rathaus erhalten werden kann
  • Der Verwaltungsausschuss sagte mehrheitlich: nein
  • Durch sie entständen erhebliche Schäden
  • In 14 Tagen soll die Linde gefällt werden

Die Entscheidung war, wie Bürgermeister Werner Schräer im Gespräch mit unserer Redaktion am Freitag sagte, mehrheitlich. Was aus dem geschätzt in den 1950er-Jahren gepflanzten Baum wird – diese Frage habe jetzt mit Fortschreiten der Neugestaltung des Haselünner Markts getroffen werden müssen. Dort waren im Vorfeld der eigentlichen Sanierungsarbeiten in den 1990er-Jahren gesetzte Kugelakazien entfernt worden, da die Flachwurzler die Pflasterflächen an vielen Stellen hochgedrückt haben. Sie werden durch tief wurzelnde Baumhasel ersetzt. Mit diesen Bäumen habe die Stadt an der Hofstätte gute Erfahrungen gemacht. Sie seien für städtische Bereiche bestens geeignet.

Flachwurzler

Um einen Flachwurzler handele es sich auch bei der Linde am denkmalgeschützten Rathaus. Sie habe, so Schräer, im Laufe der Jahre immer wieder Probleme gemacht. Durch die in die Fläche treibenden Verästelungen der Wurzeln sei nicht nur das Straßenpflaster an einigen Stellen zur Stolperfalle geworden. „Sie haben an mehreren Stellen inzwischen auch das Mauerwerk des alten Rathauses erreicht. Und es besteht die Gefahr, dass das am Rathaus zusammenlaufende Netz an Versorgungsleitungen für Gas, Strom, Straßenbeleuchtung und Telekommunikation beschädigt wird“.

Zahlreiche Gespräche im Vorfeld mit Fachleuten hätten ergeben, dass nicht nur in diesem, sondern auch in kommenden Jahren erhebliche Rückschnitte der Krone notwendig gewesen wären, um den Wurzelwuchs einzudämmen. „Wir hätten die Krone um jeweils ein Drittel kappen und die Versorgungsleitungen in der Erde durch aufwendige Verfahren mit Schutzkappen versehen müssen“, so der Verwaltungschef. Am Ende sei dennoch fraglich gewesen, ob die Winterlinde den Rückschnitt dauerhaft überstanden hätte.

Für und Wider

Die durch sie verursachten Schäden seien erheblich: aufspringendes Straßen- und Gehwegpflaster, Druck auf das Fundament und Beeinträchtigungen des Ziegelmauerwerks des alten Rathauses, Dachschäden. Letztlich sei es bei Abwägung des Für und Wider in Sachen Linde auch um die Frage von Kosten und Nutzen bzw. Erfolg der Maßnahme gegangen. Dass am Ende nun das Votum für ein Fällen steht, sei bedauerlich. „Die Entscheidung haben wir uns wirklich nicht einfach gemacht“, betonte Schräer gerade auch mit Blick darauf, dass es sich um einen stadtbildprägenden und vitalen Baum handele, der mit seiner Beleuchtung in der Adventszeit für eine stimmungsvolle Atmosphäre am Eingang des Markts gesorgt habe.

Im Zuge der laufenden Sanierung der guten Stube Haselünnes werden an den geplanten Querungsbereichen an den Ecken je vier neue Bäume gesetzt. Eine solche optisch anders gestaltete Querungshilfe entsteht auch im Bereich des alten Rathauses. Für die Linde wird eine Baumhasel gesetzt.

„Falsches Signal“

Die Haselünner SPD-Ratsfraktion sieht in dem geplanten Fällen der Linde „das falsche Signal“. Auf Anfrage unserer Redaktion sagte deren Sprecher Rolf Hopster, man lehne diese Maßnahme ab. Der Baum sei stadtbildprägend und insbesondere im Advent mit seiner Beleuchtung ein Blickfang. Die Linde bilde im Bewusstsein der Haselünner eine Einheit mit dem alten Rathaus, gestalte den Raum am Eingang des Markts und verbessere – wie jeder einzelne Baum – das Stadtklima. Größere Schäden im Pflaster und in den unterirdischen Leitungen habe der Baum, so die Einschätzung der SPD, bisher nicht angerichtet. „Weshalb sollte dies nun passieren?“, fragt Hopster.

Sicherheit hat Priorität

Für die CDU-Fraktion im Haselünner Rat sagte deren Sprecher Berthold Markus am Freitag, „nach zweimaligen Beratungen in der Fraktion und nach Vorlage einiger Expertenmeinungen haben wir uns schließlich, mit großer Mehrheit, für das Fällen der Linde ausgesprochen.“ Für verantwortungsvolle Ratsmitglieder gelte: „Die Sicherheit unserer Bürger hat erste Priorität“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN