Fertigstellung im Sommer 2018 geplant Erste Fundamente für neuen Windpark in Flechum

Von Carola Alge


Haselünne. Voll im Zeitplan liegen die Arbeiten im Windpark Flechum, der für annähernd 60 Millionen Euro repowert (erneuert) wird. Im Sommer soll er in Betrieb genommen werden.

Vier Fundamente der entstehenden acht neuen Windenergieanlagen sind bereits fertig. Der Turmbau an einer Anlage hat begonnen. Je 159 Meter Nabenhöhe haben die neuen Windenergieanlagen. Das entspricht etwa zwei übereinandergelegten Sportplätzen oder der dreifachen Höhe der St.-Vincentius-Kirche in Haselünne. Die Gesamthöhe eines Windrads beträgt 229,5 Meter. Es hat einen Rotordurchmesser von 141 Metern und eine Leistung von jeweils 4,2 MW.

Sonderbauflächen

Investor ist die Raiffeisenwindpark Emsland-Mitte Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH. Sie plant den Betrieb von acht Windkraftanlagen des Typs Enercon E-141 EP4. Die Anlagenstandorte liegen im Bereich der Sonderbauflächen für Windenergieanlagen, die durch die Änderung des Flächennutzungsplans dargestellt werden.

Acht Anlagen

Wie Geschäftsführer Holger Terhalle und Bernhard Fortwengel (Firma Windkraftplanung Fortwengel) im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterten, werden die acht Anlagen die bisherigen 13 bestehenden ersetzen und die Kapazitäten erheblich steigern. Statt bisher 19,5 Megawatt (MW) Turbinenleistung bringt die neue Anlage 33,6 MW. Es erfolgt eine Anbindung an das Umspannwerk an der Lähdener Straße.

Der Turmbau an einer der neuen Anlagen läuft. Jeweils 3,50 Meter hohe Betonteile, die aus einem Betonwerk in Emden geliefert werden, werden unter Einsatz eines Raupenkrans auf eine Höhe von 120 Metern aufeinandergesetzt und verschraubt. Die oberen restlichen etwa 40 Meter bestehen aus Stahl und umfassen unter anderem Maschinenhaus, Rotorblätter und -stern.

Rückbau der alten Anlagen

Der Rückbau der 13 alten Anlagen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Sie werden bis zum Fundament abgetragen, sodass lediglich Befestigungspfähle in der Erde bleiben.

Vier von ihnen sind bereits demontiert. Die anderen neun werden nach Fertigstellung der neuen abgebaut. Einzelne Segmente der je 200 Tonnen schweren Stahlrohrtürme wie die Technik im Maschinenhaus gehen in die Ersatzteilverwertung. Der Rest wird recycelt. Bis Ende des Jahres sollen, so Terhalle, „die Altspuren beseitigt sein“.

Rasante Entwicklung

Das Repowering, wie es zurzeit in Flechum durchgeführt wird, wird als wichtiger Faktor für den weiteren Ausbau der Windenergie gesehen. In der Regel sind Windkraftanlagen auf eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren ausgelegt. Ihre Technologie-Entwicklung ist rasant. Deshalb ist es sinnvoll, bestehende Anlagen nach einer gewissen Zeit durch moderne Anlagen mit besserer Leistung und höherem Ertrag zu ersetzen.

Die Standorte der alten und neuen Windkraftanlagen in Flechum. Quelle: Stadt Haselünne • Foto: Ludger Jungeblut • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Mit Blick auf den Naturschutz wird zur Kompensation der acht Windkraftanlagen bzw. des dafür benötigten Platzes eine Ackerfläche von insgesamt drei Hektar hergerichtet. Darüber hinaus ist für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes eine Ersatzgeldleistung an den Landkreis Emsland zu entrichten.