Europäisches Jugendseminar Oberstufenschüler aus Haselünne treffen Jens Gieseke in Brüssel

In Brüssel trafen die Schüler aus Haselünne Jens Gieseke. Foto: Kreisgymnasium HaselünneIn Brüssel trafen die Schüler aus Haselünne Jens Gieseke. Foto: Kreisgymnasium Haselünne

Haselünne. 25 Schüler des Jahrgangs 12 des Kreisgymnasiums Haselünne (KGH) haben während eines europäischen Jugendseminars Jens Gieseke in Brüssel getroffen.

Im Rahmen eines der European Youth Seminare, die im Vorfeld der Wahl im Europäischen Parlament stattfinden und als internationale Plattform dienen, auf der junge Menschen auch bereits im Vorfeld des European Youth Events „EYE 2018“ in Brüssel aktiv mit einbezogen werden, konnten die angehenden Haselünner Abiturienten zu aktuell politisch virulenten Themen mitmischen.

„In der Eröffnungsveranstaltung wurden uns die drei Schwerpunktthemen der Tagung inhaltlich kurz vorgestellt. Dann ging es in eine erste große Workshop-Phase zu den Wahlthemen „Brexit – und dann?“, „Wie kommunizieren wir im digitalen Europa?“ und „Ein Platz in Europa – wie kann Integration gelingen?“, schildert Alexander Bryant die Themenfülle. Im Rahmen dessen hatten sie zusammen mit Schülerinnen und Schüler aus Luxemburg und Litauen Zeit zum Diskurs und Austausch.

Gute Gesprächsatmosphäre

„Obwohl die Verkehrssprache Deutsch sein sollte, haben wir auch mit den Schülern aus den anderen beiden Gastländern hitzig und engagiert diskutieren können“, beschreibt Milena Hatting aus Haselünne die gute Gesprächsatmosphäre. Es habe sich beispielsweise die Frage gestellt, wie sich junge Menschen unter den sich wandelnden politischen Haltungen zur EU in den einzelnen Ländern ein zukünftiges staatenübergreifendes Miteinander vorstellen. „Wie kann Zusammenarbeit möglich sein, wenn Großbritannien per Brexit aussteigt, haben wir uns natürlich gefragt. Dabei waren wir uns alle ziemlich einig, uns eher für Bündniswege im Detail auszusprechen, als sich ganz abzuspalten. Konkret wünschen wir uns beispielsweise, dass länderübergreifende Stipendien für Studenten aufrecht erhalten bleiben“, schildert die Schülerin wesentlich Inhalte ihres Workshops.

Digitalisierte Kommunikation

Bryant hingegen erläutert erarbeitete Positionen zur Frage, welche Chancen und Gefahren im Bereich der digitalisierten Kommunikation zu erwarten sind, wenn zunehmend Fake-News und Beleidigungen über Europa platziert werden und damit ein verfälschtes Bild im internationalen Ausland vermittelt wird. „Wir haben uns ganz klar für eine deutliche EU-Aufklärung in sämtlichen Staatsfernsehen ausgesprochen. Es muss eigentlich eine Art europäisches Nachrichtennetzwerk entwickelt werden, um ganz deutliche inhaltliche Zeichen zu setzen für den Wert dieser großen Staatengemeinschaft“, erklärt der 18-Jährige überzeugt. „Nur dann bleibt es eben nicht nur ein undefinierter Traum, sondern findet kritische, aber durchdachte und machbare Wege der friedlichen Realisierung, was Integration und multikulturelles Miteinander bedeutet“, ergänzt Helen Gerdes, die sich für den dritten Themenschwerpunkt angemeldet hatte.

Nach der Erarbeitung ihrer konkreten Vorschläge trafen die Jugendlichen schließlich auf einen für diese Veranstaltung eigens bereitgestellten Europa-Abgeordneten, der sie anhand ihrer erarbeiteten Ideen und Zielsetzungen beraten sollte. Die Ergebnisse der Abschlusspräsentationen wird der Politiker im Anschluss ausgewiesenermaßen mit auf die Agenda der Europäischen Union nehmen und in die parlamentarische Diskussion einbringen. „Das war zum guten Schluss ein tolles Heimspiel für uns“, erläutert Alexander schmunzelnd. „Uns zugeteilt wurde zufällig der emsländische Abgeordnete im EU-Parlament, Jens Gieseke, der uns dann natürlich ganz besonders in seiner Begrüßung erwähnte. Er erzählte uns begeistert, dass seine eigene Mutter auch Schülerin am KGH gewesen sei.“ Der Austausch mit ihm sei sehr zugewandt, offen und konstruktiv verlaufen, so dass alle drei berichtenden Schüler sich im Rückblick einig sind: „Es war ein richtig beeindruckendes Gespräch. Aber die Zeit mit ihm war am Ende dann doch zu kurz.“

„Haus der europäischen Geschichte“

Die begleitenden Lehrer des KGH, Heiner Keller und Robert Rühlmann, waren, wie ihre und Schüler, nicht nur begeistert von dieser dreitägigen Studienfahrt. Zudem nutzten sie die Möglichkeit, ihnen auch noch die Stadt Brüssel zu zeigen und im neu entstandenen Museum „Haus der europäischen Geschichte“ dem diskutierten Thema auch historisch auf die Spur zu kommen. Heidi Hilken, stellvertretende Schulleiterin am KGH und maßgebliche Organisatorin der Veranstaltung für die Oberstufenschüler, ist sichtlich froh über die weitreichenden Schilderungen aller Teilnehmer. „Unser Ziel ist es, dass die Schüler Europa nicht nur um Fachunterricht theoretisch diskutieren, sondern auch ganz konkret erfahren und eine Idee davon bekommen, was es bedeutet, im multikulturellen Austausch zu stehen. In diesen Europäischen Jugendseminaren besteht dazu die große Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen anderer Nationen auszutauschen, Ebenen der gemeinsamen Verständigung zu finden und Wege politischer Entscheidungsprozesse zu erkennen.“ Dieses Ziel sei zweifelsohne erreicht worden, sind sich alle einig. „Es war einfach richtig cool“, resümiert Alexander Bryant simpel und klar.

Zurück in Haselünne erhält die gesamte Oberstufe einige Tage später schließlich die erfreuliche Nachricht, dass Heidi Hilken zusammen mit Jens Gieseke 10 Plätze für das KGH im Projekt EYE 2018 ermöglichen konnte, an dem 8000 internationale Jugendliche auf großer Bühne diskutieren und präsentieren werden, was in diesem Jugendseminar vorbereitet wurde. „ KGH goes Europa!“, freuen sich Schüler wie Lehrer gleichermaßen.


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