Erweiterung für 7,5 Millionen Euro Baustart der Klinik für Psychosomatik in Haselünne steht bevor

Von Carola Alge


Haselünne. Die Ausschreibung für den Rohbau läuft, der Baustart steht bevor. Voraussichtlich im Februar soll damit begonnen werden, die neue Klinik für Psychosomatik in Haselünne zu errichten. Kostenpunkt: 7,5 Millionen Euro. Es werden 20 zusätzliche Betten für die Versorgung entsprechender Patienten geschaffen. Die Bauzeit beträgt etwa zwei Jahre.

Das Haselünner St.-Vinzenz-Hospital hat 2011 einen Antrag auf zusätzliche Planbetten im Bereich der Psychosomatik gestellt. Dieser wurde mit der Aufnahme von 20 Planbetten in den Krankenhausplan des Landes Niedersachsen berücksichtigt. Aus Hannover fließen mehr als 4,5 Millionen Euro für diese Maßnahme. Die restlichen Kosten übernimmt der Träger in Kofinanzierung mit dem Landkreis Emsland und der Stadt Haselünne.

Klinkerbau

Mit dem Gebäude, dessen zweites Geschoss zunächst nur im Rohbau fertiggestellt wird, entstehen Räume für Ergotherapie, Bewegungstherapie und Musiktherapie, und ein ärztlicher Behandlungsbereich wird geschaffen. Die Leitung der Klinik für Psychosomatik hat Ulrike Schultheis. Sie ist seit einem Jahr Chefärztin der Abteilung für psychosomatische Medizin am St.-Vinzenz-Hospital.

Der kompakte Klinkerbau wird in westlicher Nachbarschaft zum existierenden Psychiatriegebäude rechts versetzt hinter dem Standort des jetzigen Hauses Elisabeth und hinter der Psychiatrie zur Hase hin errichtet. Es werden, so Verwaltungsdirektor Walter Borker, Flächen des Patientengartens in Anspruch genommen, für die Ersatz im Gebäudebereich zwischen Psychiatrie und Tagesklinik Gerontopsychiatrie geschaffen wird.

Geprägt wird der mit flachem Dach geplante Neubau von zahlreichen transparenten Bereichen, die Tageslicht in das Gebäude fallen lassen. „Davon profitiert die Flurzone, die den Gemeinschaftsräumen vorgelagert und mit Sitzmöbeln ausgestattet wird. Hier können sich Patienten zwanglos untereinander austauschen und gemeinsam Zeit miteinander verbringen“, betonen der Verwaltungschef und Pflegedirektor Helmut Hermes im Gespräch mit unserer Redaktion.

Fußläufige Anbindung

Im Untergeschoss ist eine fußläufige Anbindung an das Psychiatriegebäude und damit an alle notwendigen Ver- und Entsorgungsreinrichtungen des Hauptgebäudes vorgesehen.

Der geplante Neubau, der an die alte Kapelle, die unter Denkmalschutz gestellt werden soll, angrenzt, verfügt im Parterre über Kunst- und Bewegungstherapie, im Erdgeschoss über Arztdienst Psychosomatik, ambulante Ergotherapie und Versammlungsbereich, im ersten und zweiten Obergeschoss über Betten für die Pflege. Patienten zimmer und gemeinschaftliche Bereiche werden sinnvoll voneinander getrennt. Der gemeinsame Innenhof wird ringförmig erschlossen. Die hier geplanten transparenten Fassaden sollen trotz der räumlichen Entfernung dem Personal einen Überblick über das Geschehen in dieser nach Süden orientierten Zone und die Flure der Patientenzimmer bieten.

„Kommen gutes Stück voran“

Die Versorgung im Emsland im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik kommt nach Ansicht Borkers mit den Maßnahmen wieder ein „großes Stück voran“. Wichtige Kriterien, die für den Klinik-Standort in Haselünne sprechen, sieht Borker in der „guten Möglichkeit der Erschließung für Patienten und Besucher über die zentrale Haupteinfahrt des Krankenhauses, eine direkte Anbindung an den Patientengarten, Anbindung und Erweiterung des bestehenden Therapie hofes der Psychiatrie im Sockelgeschoss mit Ausrichtung zur südlich verlaufenden Hase sowie die Möglichkeit der Fortführung des Gebäudekomplexes der benachbarten Psychiatrie.“

Weitere 20 Betten beantragt

Im aktuell bevorstehenden Bauabschnitt werden Zimmer mit sieben mal zwei Betten und sechs mal einem Bett geschaffen. Weitere 20 Plätze können im zweiten Obergeschoss geschaffen werden. Einen entsprechenden Förderantrag hat das Haselünner St.-Vinzenz-Hospital gestellt.

Die Entwicklung des St.-Vinzenz-Hospitals ist enorm. Allein zwischen 2004 und 2016 wurden hier (einschließlich des neuen Gebäudes) annähernd Millionen Euro investiert, davon fast sieben Millionen vom Krankenhaus aus eigener Tasche. Das Angebot des Krankenhauses umfasst die Abteilungen Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie sowie die Psychosomatische Medizin und Therapie. Dazu kommen die allgemeine psychiatrische Tagesklinik und die gerontopsychiatrische Tagesklinik.