Trägerwechsel Krankenhaus Haselünne jetzt im Verbund der Niels-Stensen-Kliniken

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Haselünne. Seit Anfang des neuen Jahres gehört das St.-Vinzenz-Hospital Haselünne zum Verbund der Niels-Stensen-Kliniken. Anlässlich des Trägerwechsels war Generalvikar Theo Paul jetzt im Haselünner Krankenhaus zu Gast.

  • Das St.-Vinzenz-Hospital Haselünne gehört jetzt zum Verbund der Niels-Stensen-Kliniken GmbH
  • Zum 1. Januar 2018 übertrug der Bischöfliche Stuhl 51 Prozent der Gesellschaftsanteile
  • In dem Verbund sind neun Krankenhäuser, eine Privatklinik, drei Pflegeeinrichtungen

Die Niels-Stensen-Kliniken, größter Krankenhausträger in Stadt und Landkreis Osnabrück, haben zum 1. Januar 2018 nicht nur die Trägerschaft des St.-Vinzenz-Hospitals übernommen, sondern auch die des Elisabeth-Krankenhauses in Thuine. Es befand sich in Trägerschaft des St.- Georg-Stifts der Kongregation der Thuiner Franziskanerinnen. Alleiniger Gesellschafter des St.-Vinzenz-Hospitals in Haselünne war der Bischöfliche Stuhl in Osnabrück. Dieser hat gleichzeitig Gesellschafteranteile des Verbundes der Niels-Stensen-Kliniken. Das Haselünner Krankenhaus beschäftigt 340 Fachkräfte, in Thuine sind es insgesamt 300. Alle wurden übernommen.

Auf Augenhöhe

Von einer „Integration auf Augenhöhe“ hatte nach Bekanntwerden des Trägerwechsels im September 2017 der stellvertretende Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, Bernd Runde, gesprochen (wir berichteten). Durch die Zusammenschlüsse wolle man die qualitativ hohe medizinische Versorgung der Menschen in der Region sichern und weiter ausbauen. Die Niels-Stensen-Kliniken führen seit 2014 auch die Geschäfte im St.-Vinzenz-Hospital in Haselünne. Das habe zu einer zunehmend engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit geführt, erklärte der Geschäftsführer des Klinikverbundes, Werner Lullmann, seinerzeit und verwies auf den Aufbau einer Psychiatrie in Osnabrück-Bramsche.

Konstruktiv, vertrauensvoll und fruchtbar

Bereits seit 2014 führen Lullmann und sein Stellvertreter Bernd Runde die Geschäfte des St.-Vinzenz-Hospitals. Die Zusammenarbeit zwischen dem Gesellschafter, dem Kuratorium, der Krankenhausleitung und der Geschäftsführung habe sich in den vergangenen vier Jahren, so Lullmann, „sehr konstruktiv, vertrauensvoll und fruchtbar gestaltet“. Eine wichtige Basis dafür sei die engagierte und motivierte Zusammenarbeit aller Mitarbeiter des Hauses.

Mit Gründung der GmbH und jetzigen Eingliederung in den Verbund der Niels-Stensen-Kliniken hat der Bischöfliche Stuhl die Verantwortung für das Tagesgeschäft des Krankenhauses der Geschäftsführung übertragen. Als einer der beiden Mehrheitsgesellschafter der Niels-Stensen-Kliniken und als Mitgesellschafter des Krankenhauses trägt er jedoch weiterhin über den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung Verantwortung für die Ausrichtung und Zukunft der Einrichtung.

Herausforderungen früh gestellt

Das St.-Vinzenz-Hospital Haselünne habe sich, wie Lullmann betonte, schon sehr früh den Herausforderungen gestellt und sein medizinisches Angebot zukunftsweisend neu ausgerichtet. „Wir haben damit unter Beweis gestellt, dass auch kleinere Krankenhäuser sehr gute Qualität und Patientensicherheit gewährleisten können.“ Jetzt komme es darauf an, diese Entwicklung fortzusetzen.

Die wolle man, so Verwaltungsdirektor Walter Borker, ganz im Zeichen des großen „V“ im alten Krankenhaus-Logo angehen. „Es gibt zwar ein neues Corporate-Design, aber das „V“ bleibt für Tugenden unseres Hauses wie Vertrauen“.

Anderes Plakat

Es ändere sich juristisch nichts, außer dass ein anderes Plakat vor der Tür stehe, griff Generalvikar Theo Paul diesen Aspekt auf. Das St.-Vinzenz-Hospital solle im guten Miteinander von Bischöflichem Stuhl und Verwaltung vor Ort eben jetzt im Verbund mit den Niels-Stensen-Kliniken fortgeführt werden. Den Verbund bezeichnete er als zukunfts- und wettbewerbsfähig. In Haselünne habe man ein „zukunftsorientiertes innovatives Krankenhaus, das seine Arbeitsplätze gesichert hat“. Man sei hier nicht zuletzt durch neu angesiedelte Disziplinen gestärkt am Ort bzw. in der Region zum Wohle der Menschen tätig. Weitere Möglichkeiten würden sich eröffnen.


Anatom, Geologe und Missionar

Niels Stensen wurde 1638 als Sohn eines Goldschmieds in Kopenhagen geboren. Er studierte in Kopenhagen und in Leiden Medizin.

Seine Denkweise war da bereits revolutionär: In ersten Aufzeichnungen äußerte er sich kritisch gegenüber überkommenen Lehrmeinungen.

Später veröffentlichte er verschiedene wissenschaftliche Abhandlungen, die sich vorwiegend mit der Beschaffenheit tierischer und menschlicher Drüsen und Muskeln beschäftigten.

Stensen wurde durch diese wissenschaftliche Arbeit in ganz Europa bekannt. 1664 erhielt er an der Universität Leiden den medizinischen Doktortitel.

Inzwischen zum katholischen Glauben übergetreten, reifte der Entschluss in ihm, Theologie zu studieren und einen geistlichen Beruf zu ergreifen. Immer mehr kreisten seine Gedanken um Gott und den Glauben, sodass sein Leben eine Wendung nahm: Vom Heiler des Körpers wurde Niels Stensen zum Heiler der Seele. 1675 bat er um die Priesterweihe; zwei Jahre später wurde er Bischof. Er diente als „Apostolischer Vikar in den nordischen Missionen“.

1679 wechselte Stensen als Weihbischof nach Münster. Er lebte sehr bescheiden und kümmerte sich um die Armen. Freunde machte er sich mit dieser konsequenten Haltung nicht. Stensen musste Münster verlassen, ging nach einer Zwischenstation in Hamburg nach Schwerin, wo er 1686 im Alter von 48 Jahren starb.

1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. den nordischen Christen seliggesprochen.

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