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Kommentar Mehrheit der Väter befürchtet finanzielle Einbußen

Meinung – Carola Alge | 29.01.2020, 09:35 Uhr

Die wollen einfach nicht. Dieser Satz fällt häufig, wenn darüber diskutiert wird, warum Väter weniger Elternzeit nehmen als Mütter. Dabei hat es weniger mit dem Wollen als mit dem Können zu tun. Die Mehrheit der Väter befürchtet neben finanziellen Einbußen immer noch, berufliche Nachteile zu erleiden. Ein Kommentar.

Unternehmen wie Berentzen machen vor, dass und wie es gehen kann. Unabhängig von der Position des jeweiligen Mitarbeiters. In dem Haselünner Traditionsunternehmen sind Väter in Elternzeit über alle Hierarchie-Ebenen, Unternehmensbereiche und Standorte keine Seltenheit.

Erfreulicherweise ist im Emsland der Männeranteil am Elterngeldbezug leicht gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt haben im Jahr 2018 im Landkreis Emsland 7916 Menschen Elterngeld bezogen, 1692 davon waren Männer. Der Anteil von Vätern lag damit bei 21,4 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Damit liegt er knapp unter dem Landesdurchschnitt von 21,9 Prozent.

Mit der Einführung des Elterngeldes 2007 wurden die familienpolitischen Leistungen neu ausgerichtet. Mütter und Väter können sich eine Weile der Betreuung ihres Babys widmen. „Krabbeln lerne ich bei Mama, Laufen dann bei Papa“ - diese antiquierte Einstellung weicht erfreulicherweise zunehmend einem modernen Rollenverständnis.

Aber es ist noch viel Luft nach oben. In Sachen Bezugsdauer von Elterngeld steckt die neue Emanzipation tief in den Kinderschuhen. In der Regel betreuen Frauen das Kind zwölf Monate, während Männer lediglich zwei Pflichtmonate lang ihren Bürostuhl verlassen, um ihren Job an Wickelkommode und Co. zu machen.