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Urteil: Dreieinhalb Jahre Haft Hasberger begeht für Spielsucht mehrfachen Betrug

Von Heiko Kluge | 14.12.2015, 12:10 Uhr

Das Amtsgericht verurteilte einen Mann aus Hasbergen wegen zahlreicher Betrugsstraftaten zu insgesamt dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Der 31-Jährige hatte über Jahre hinweg und zum Teil mit Alias-Namen Waren im Internet bestellt, ohne zu bezahlen.

„Im Wesentlichen trifft es zu“, kommentierte die Verteidigerin des Angeklagten die umfangreiche Anklage, derzufolge der Angeklagte zwischen Juni 2011 und Dezember 2014 immer wieder und meist unter fiktiven Namen Waren im Internet bestellte, die gelieferten Waren – etwa CDs, Spiele, Kaffeemaschinen, Angelzubehör und Kleidung – aber nie bezahlte.

Spielsucht finanziert

Die meisten der ergaunerten Artikel habe er über eine Internetauktion wieder verkauft, um seine Spielleidenschaft zu finanzieren, sagte der 31-Jährige. Lediglich die Kleidung habe er für sich behalten. Ein vom Gericht bestellter Gutachter bestätigte, dass der Mann ein pathologischer Spieler mit dissozialer Persönlichkeit sei, bei dem es auch immer wiederkehrend zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch komme. Die Schuldfähigkeit des Mannes hielt der Sachverständige allerdings nicht für beeinträchtigt.

Geständig in 56 Fällen

Da der Angeklagte sich weitgehend geständig zeigte, benötigte das Gericht keine Zeugen zur Aufklärung des Sachverhalts. Dennoch zog sich die Verhandlung in die Länge, da bei strittigen Punkten nicht nur die Bestellung, sondern wenn möglich auch der Lieferweg und die tatsächliche Lieferung an die Adresse des 31-Jährigen in den Akten gefunden werden mussten. Nach Einstellung einiger Anklagepunkte mit Hinblick auf die Höhe des zu erwartenden Strafmaßes summierte die Staatsanwältin noch 56 verbleibende Straftaten. Die Schadenshöhe konnte sie nicht beziffern, bezeichnete sie aber als „nicht ganz unerheblich“.

Ohne Chance auf Bewährung

Der 31-Jährige war während des Tatzeitraums zweimal wegen anderer Straftaten verurteilt worden. Diese musste das Gericht mit in seine Entscheidung einbeziehen. Da durch die Vorverurteilungen aber zwei Mal eine sogenannte Zäsurwirkung eingetreten war, teilten die Richter das Ganze in drei Komplexe auf. Unter Einbeziehung der früheren Urteile wurde der Mann daher zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, einer weiteren Gesamtstrafe von einem Jahr und vier Monaten sowie einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Angesichts von insgesamt zwölf zum Teil einschlägigen Vorstrafen, sah das Gericht keine Möglichkeit, dem Mann eine Bewährungschance einzuräumen. „Sie haben nicht zu erkennen gegeben, dass sich in ihrer Lebensweise etwas ändert“, meinte die Richterin in der Urteilsbegründung. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei auch nicht zu erkennen, dass der Mann gewillt sei, ein straffreies Leben zu führen.