Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Unbekannte zerstören Mauer und Zaun Hasbergen: Randale in der Nacht

Von Michael Schiffbänker | 27.09.2011, 08:45 Uhr

In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte den Zaun und die Mauer am Grundstück der Familie Kuffner in Hasbergen beschädigt. Es war nicht das erste Mal, und Doris Kuffner befürchtet, dass es wieder passieren wird.

Die Täter kamen über Nacht. Sie wuchteten das Zaungitter aus der Mauer, traten steinerne Pfeiler um und rissen die Platten von den Köpfen der Pfeiler – über etwa 20 Meter Länge. „Wenn wir das beheben lassen, kostet es Tausende Euro“, sagt Doris Kuffner. Genau weiß sie es nicht. Noch war kein Bauunternehmer da, um einen Kostenvoranschlag zu machen. Ein Gutachter der Versicherung ebenfalls nicht. Die zahle bei Vandalismus ohnehin nicht, sagt Kuffner.

Sie spricht aus Erfahrung. In den vergangenen zwei Jahren hätten schon einmal die Platten der Pfeiler im Garten gelegen, oder ein Gitter war rausgerissen. Doch so eine Zerstörungswut wie am vergangenen Wochenende habe sie noch nicht erlebt, sagt Kuffner. Aber was sollen sie machen, die Kuffners? „Wir können ja nicht nachts durch den Garten schleichen und gucken, ob da einer was kaputt macht“, sagt Doris Kuffner.

Sie sieht die Gemeinde in der Pflicht. Schließlich seien in vielen Nächten Jugendliche am benachbarten Schulzentrum, die brüllten, tranken, Flaschenscherben und Müll hinterließen und wohl auch in der Lage seien, Zäune zu beschädigen. „Es wird immer schlimmer“, will sie ausgemacht haben.

Bürgermeister Frank Stiller mag dem nicht zustimmen. Zwar verurteilt er die Tat. Gleichzeitig aber verwahrt er sich dagegen, die Jugendlichen unter Generalverdacht zu stellen. Er gibt zu bedenken, dass niemand wisse, wer Zaun und Mauer beschädigt habe. „Wir wissen nicht, ob es Jugendliche waren oder Erwachsene. Wir wissen nicht einmal, woher sie kamen“, gibt Stiller zu bedenken. Sicher sei nur: „Wir haben hier nicht so stark mit Vandalismus zu kämpfen.“ Der Bürgermeister hofft nun, dass die Polizei Zeugen findet, die mit ihren Aussagen dazu beitragen, dass die Täter gefasst werden. Doch die Gemeinde selbst, sagt Stiller, könne derzeit nichts ausrichten.

Die Kuffners bleiben also allein mit ihrem Frust, ihrer Wut und der Ratlosigkeit. Um überhaupt zumindest das Gefühl zu haben, etwas ändern zu können, haben sie sich Blumenkübel aus Beton angeschafft. Die sind nicht so leicht umzutreten. Eine Aktion, die nur noch unterstreicht, wie hilflos die Familie den nächtlichen Übergriffen gegenübersteht – und die von einer Gewissheit kündet, die Doris Kuffner formuliert: „Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass so etwas passiert.“

Wer in der Nacht zum Sonntag etwas Verdächtiges in der Schulstraße bemerkt hat, meldet sich bei der Polizei unter Telefon 05405/ 69111.