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Rocken, bis der Hüggel bebt Trotz bester Livemusik: Nur etwa 300 Besucher beim „Hüggel rockt“-Festival

Von Louisa Riepe | 04.09.2011, 14:22 Uhr

Eigentlich hätten die Umstände nicht besser sein können: Nach einem warmen Spätsommertag ging am Samstag die Sonne über dem Hasberger Hüggel langsam unter, als die ersten Festivalbesucher auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins in Haslage eintrudelten. Doch es sollten nur etwa 300 Gäste werden, die zum ersten „Hüggel rockt“-Festival kamen.

Eine Veranstaltung für die Hasberger Jugend wollten die beiden Studenten Christian Rentel und Martin Lührmann auf die Beine stellen. 1000 Karten hatte es gegeben, Vorverkauf und Reservierungen hätten auf Besucherzahlen jenseits der 600er-Marke schließen lassen, erklärte Rentel noch vor dem Konzert. Für eine Stellungnahme war er am Tag danach nicht zu erreichen.

An der Qualität der Musik hat es nicht gelegen. Die Newcomerband „Die Fünf“ von Organisator Rentel und seinen vier Brüdern eröffnete den Abend mit handgemachter Musik aus Hasbergen für Hasbergen: Entgegen allen gängigen Geschwister-Klischees erwiesen sie sich als eingespieltes und gut harmonierendes Team.

Im Anschluss an „Die Fünf“ konnten „Play and Rewind“ mit besonderen musikalischen Finessen aufwarten: Dass Cello und Glockenspiel im Indie-Pop Akzente setzen können, bewies die Band aus Osnabrück mit einem Programm, dass die ersten der wenigen Gäste auf die Tanzfläche lockte und sie einen Moment später zu Tränen rührte.

Richtig rockig wurde es beim Auftritt des Headliners des Festivals, der deutsch-französischen Gruppe „Laminius X“. Extra für das Konzert am Hüggel war Gitarrist und Sänger Nesko Hadzimuratovic aus Marseille angereist. „Es ist sehr sympathisch, dass ein junger Mensch so viel Arbeit und Emotion in so ein Projekt steckt“, lobte er Organisator Rentel. Mit harten Gitarrenriffs, dröhnendem Schlagzeug und viel Pyrotechnik starteten sie spät am Abend ihre beeindruckende Bühnenshow.

Die Fangemeinde dankte ihren Rockern in den schwarz-roten Outfits das seltene Konzert im Osnabrücker Raum. Viele Gäste waren nur wegen Laminius X nach Hasbergen gekommen. „Wir wollen eine gute Party machen, damit die Leute auch im nächsten Jahr wiederkommen“, erklärte Hadzimuratovic. Ob es nach den Erfahrungen in diesem Jahr aber ein nächstes Mal geben wird, ist fraglich.