Ein Artikel der Redaktion

Offenes Gartentor Hasbergen: Ein Teich in Form von Korea

25.05.2012, 12:51 Uhr

Mit 1000 Quadratmeter Gartenfläche haben Peter Langer und seine Frau Kyung Ok Langer 1997 begonnen. Mittlerweile hat sich die Größe ihres grünen Paradieses verdoppelt und schlägt zudem noch eine Brücke nach Korea. Wer sich davon persönlich ein Bild machen möchte, kann am Pfingstmontag bei den Langers in Hasbergen vorbeischauen. Zur Aktion „Offenes Gartentor“ laden auch dieses Jahr wieder Familien aus Stadt und Landkreis in ihre Gärten ein.

Dass sie heute von sich behaupten können, einen 2000 Quadratmeter großen Garten zu besitzen, hätten Peter und Kyung Ok Langer nicht gedacht, als sie ihr Haus in Hasbergen vor 15 Jahren gebaut haben. „Das war ein schmales Grundstück, hier führte früher ja direkt die Bahnstrecke durch“, erzählt Peter Langer. Doch ein paar Jahre später tat sich die Chance auf, den Großteil des Nachbargartens mit in das eigene Grundstück einzupflegen. Für die Langers der Startschuss für ihr heutiges Gartenparadies: Doppelt so groß ist die zu gestaltende Fläche dadurch geworden. Und nach und nach wurde sie gefüllt: mit Gräsern, mit kleinen Bäumen, mit heimischen und exotischen Pflanzen, mit gepflasterten Wegen, Sitzecken, Teich und Pavillon.

Wobei Teich und Pavillon einen ganz besonderen Charme in den Garten bringen. Denn beide schlagen eine Brücke zwischen Deutschland und Asien – ganz ähnlich wie das Ehepaar Langer selbst. Vor 40 Jahren kam Kyung Ok von Korea nach Deutschland. Der Kontakt zu ihrer Heimat besteht bis heute. Warum also nicht einen Teil alte und neue Heimat miteinander verbinden?

Dass der Pavillon an die asiatische Bauweise angelegt ist, sieht man schnell. Übrigens aus der gestalterischen Feder von Peter Langer höchstpersönlich. „Die Idee ist nach und nach entstanden“, sagt der selbstständige Physiker. Mehrere Besuche in Korea haben ihn inspiriert und dazu geführt, dass er seinen eigenen koreanischen Pavillon gezeichnet hat und im heimischen Garten umsetzen ließ. Dass zudem auch der daneben liegende Schwimmteich mit dem fernen Asien in Verbindung steht, sorgt jedoch für eine kleine Überraschung: „Das sieht man nicht sofort“, sagt Langer. „In der Form des Teiches sind Nord- und Südkorea versteckt.“ Fische schwimmen in dem bis zu 1,50 Meter tiefen Gewässer nicht. Dafür quaken momentan jede Menge Frösche darin herum – und zwar lautstark. „Wir haben nette Nachbarn“, sagt Langer mit einem Schmunzeln. Und sie selbst genießen den Besuch mittlerweile: „Wenn wir hier morgens im Pavillon frühstücken, ist das sogar ganz schön, wenn man die Frösche hört.“

Ja, das Frühstück finde tatsächlich meist im Pavillon statt. Aber auch die Terrasse, die Sitzecke am Teich und ein paar weitere verteilte Sitzmöglichkeiten im Garten laden in diesem Hasberger Garten zum Verweilen ein. „Wir nutzen das je nach Tageszeit“, sagt Langer. Je nachdem, wo gerade Sonne und wo Schatten ist – so können sie ihre Sitzmöglichkeiten wählen.

Vor sieben Jahren haben die Langers zum ersten Mal an der Aktion „Offenes Gartentor“ teilgenommen. „Freunde hatten uns das damals vorgeschlagen“, erinnert sich Peter Langer. Damals sei er jedoch recht skeptisch gewesen: „Das war ja alles noch nicht fertig“, meint er und lacht. Wobei die Begriffe „fertig“ und „Garten“ bis heute schwer zusammengehen, wenn man das Ehepaar reden hört: „Fertig ist der Garten eigentlich nie“, bestätigt Langer und fügt hinzu: „Das wäre ja auch langweilig!“

Auch sie selbst besuchen Jahr für Jahr andere Familien in Stadt und Landkreis Osnabrück, die ihren Garten während der Aktionsmonate für Besucher öffnen, und nehmen von dort wiederum Ideen für den eigenen Garten mit nach Hause. Wobei sich das auf die Pflanzen konzentriert: „In der Gestaltung sind wir tatsächlich so etwas Ähnliches wie fertig“, sagt Langer. Aber hier und da mal was Neues hinzupflanzen oder umpflanzen an eine andere Stelle – warum nicht?

An zwei Tagen öffnen die Langers ihren Garten in dieser Gartentor-Saison: Neben dem Termin am Pfingstmontag, 28. Mai (10 bis 18 Uhr) sind Interessierte auch am 1. Juli eingeladen, sich von ihrem Freiluft-Wohnraum in Hasbergen an der Niedersachsenstraße inspirieren zu lassen.

Damit an diesem Wochenende auch alles besonders hübsch aussieht, hat sich das Ehepaar in der vergangenen Woche übrigens etwas Unterstützung für die Gartenarbeiten geholt. „Das machen wir aber nur dafür“, sagt Kyung Ok mit Blick auf das „Offene Gartentor“. Ansonsten meistern sie die Gartenarbeit nämlich selbst – und das sei immerhin ein Halbtagesjob, sagt Peter Langer: „Im Sommer allemal!“ Am Wochenende und abends kümmern sich beide darum, unter der Woche vor allem Kyung Ok Langer. Wobei Arbeit hier relativ ist: Denn so ein Garten, der mache Spaß. „Sonst ginge das auch gar nicht in diesem Ausmaß.“