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Neues Feuerwehrhaus Hasbergen SPD will Kosten für neues Feuerwehrhaus deckeln

Von Jean-Charles Fays | 15.02.2017, 20:19 Uhr

Die Hasberger SPD/Linke-Gruppe schlägt eine Deckelung der Kosten für das neue Feuerwehrhaus bei 2,8 Millionen Euro vor. Eine erste Kostenschätzung geht bislang aber von Kosten in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro für zwei Gebäude aus.

Die Einsparungen sollen vornehmlich dadurch entstehen, dass am Hüggelzwerge-Kreisel nur noch ein größeres Feuerwehrgerätehaus mit zwei oder drei Nutzungen unter einem Dach entsteht. Der Vorsitzenden des Feuerwehrausschusses, Heiko Dölling (SPD), erklärte in der Sitzung am Dienstagabend: „Die SPD/Linke-Gruppe schlägt vor, nicht mehr vom DRK-Gebäude zu sprechen, sondern es unabhängig von der Nutzung als Feuerwehrgerätehaus zu führen.“ Es seien mehr als 600.000 Euro für das Gebäude neben dem Feuerwehrhaus vorgesehen. „Das ist für das kleine Ding zu teuer. Wir haben uns mit Fachleuten unterhalten. Demnach müsste es grob überschlagen auch für 300.000 Euro möglich sein, wenn man innerhalb des Feuerwehrgerätehauses Räume zur Verfügung stellt.“ Diese könne man dann nicht alleine dem Deutschen Roten Kreuz, sondern auch anderen Vereinen wie dem Kultur- und Verkehrsverein zur Verfügung stellen. Dieser wird sich neue Räume suchen müssen, wenn die Holzheide – wie nach der Abstimmung der Bürger im Mai 2016 geplant – abgerissen wird. Wenn die Räume innerhalb des somit entsprechend größeren Feuerwehrgerätehauses zur Verfügung gestellt würden, würden auch Planungs- und Ingenieurkosten für den ursprünglich geplanten Neubau des DRK-Gebäudes entfallen. Dölling bat den beauftragten Architekten Andreas Austmeyer um eine Neuberechnung der Kosten mit nur einem statt zwei Gebäuden. Außerdem wies er darauf hin, dass auch viel in Eigenleistung möglich sei. Er nannte etwa das Beispiel des 2013 eingeweihten Feuerwehrgerätehauses Bad Rothenfelde. Hier hatten die Feuerwehrleute sich mit 3875 Stunden Eigenleistung engagiert und durch den ehrenamtlichen Einsatz die Kosten gedrückt.

( Weiterlesen: 3875 Stunden Eigenleistung: Feuerwehrgerätehaus Bad Rothenfelde eingeweiht )

Die CDU-Ausschussmitglieder forderten ebenfalls eine einheitliche Lösung und stimmten Döllings Vorschlag zu.

Klaus Eckert (Grüne) konnte jedoch nicht nachvollziehen, wie eine Obergrenze von 2,8 Millionen Euro eingehalten werden kann, wenn die erste Kostenschätzung von 3,2 Millionen Euro ausgehe. Dölling wies auf die Synergieeffekte der neuen Planung hin und fügte hinzu, dass das DRK zudem nicht in der Lage sei, einen Eigenanteil für den Neubau aufzubringen. „Daher ist es besser, das Vorhaben als ein Gesamtpaket zu betrachten.“

Bürgermeister Holger Elixmann erläuterte, dass das DRK in einem Schreiben an die Verwaltung erklärt hatte, finanziell nicht an der Lage zu sein, sich an einem Neubau zu beteiligen. Er stellte daraufhin die Frage, ob das DRK dann überhaupt in der Lage sei, für die neuen Räume eine Miete an die Gemeinde zu bezahlen.

Auch Architekt Austmeyer sah bei einem gemeinsamen Grundstück Synergieeffekte: „Wie das Kind dann genannt wird, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, wie es zusammen funktioniert.“

Zweifel hatte jedoch auch der Sprecher der CDW/FDP-Gruppe, Sönke Siegmann: „Wie sollen wir 440.000 Euro einsparen? Ich halte das für gewagt.“

Auch Austmeyer räumte daraufhin ein: „Ich wage zu beweifeln, dass Synergieeffekte in Höhe von 440.000 Euro drin sind, aber es sind Synergien möglich, in welcher Höhe, das muss ich berechnen.“

Dölling wünschte sich von Austmeyer eine überarbeite Kostenschätzung bis Ende Februar, sodass in der kommenden Ratssitzung am 16. März ein entsprechender Beschluss gefasst werden könne, „damit dieses Gebäude endlich errichtet wird“.

Fertigstellung bei optimalem Verlauf bis März 2019

Am Rande der Sitzung gab Austmeyer auf Anfrage unserer Redaktion Auskünfte zum Zeitplan: „Wenn alles optimal verläuft, dann könnte es bis Februar 2018 die Ergebnisse für die Ausschreibungen geben, um im März 2018 mit dem Bau zu beginnen. Das Feuerwehrgerätehaus könnte dann bis März 2019 fertiggestellt werden.“

Gemeindebrandmeister wünscht sich neues Feuerwehrhaus bis Sommer 2019

Der Gemeindebrandmeister Steve Krauß, der bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ende Januar für weitere sechs Jahre gewählt wurde, bezeichnete den Neubau des Feuerwehrgerätehauses als das wichtigste Projekt seiner bevorstehenden Amtszeit und gab sich zurückhaltend: „Ich wäre auch schon zufrieden, wenn das neue Feuerwehrgerätehaus bis zum Sommer 2019 fertig wird.“