Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Landmaschinen aus Hasbergen Nach Brexit: Amazone rechnet mit Kaufzurückhaltung

Von Jean-Charles Fays | 27.06.2016, 18:07 Uhr

Nach dem Brexit rechnet der Hasberger Landmaschinenhersteller Amazone mit einer Kaufzurückhaltung. Amazone-Sprecher Dirk Brömstrup sagte auf Anfrage unserer Redaktion: „Die britischen Landwirte dürften zunächst weiterhin nur vorsichtig investieren.“

Der Entscheid der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU neu regeln. Brömstrup betonte: „Wie sich der Austritt mittel- oder langfristig auswirkt, ist für die Amazonen-Werke heute noch nicht absehbar. Wir sehen den britischen Markt aber weiterhin als gute Chance.“

Zurückhaltende Investitionen bereits seit Anfang 2016

Grundsätzlich habe die Landwirtschaft in Großbritannien von der EU-Mitgliedschaft profitiert. Schon seit Anfang 2016 sei aber bei den englischen Landwirten eine Zurückhaltung bei Investitionen in neue Landmaschinen festzustellen. Dies führt Brömstrup auf die Unsicherheit und abwartende Haltung der Landwirte im Hinblick auf den Ausgang des Referendums zurück.

Seit mehr als 30 Jahren in Harworth bei Sheffield

Großbritannien ist einer von mehreren wichtigen Exportmärkten für Amazone-Landmaschinen. Deshalb sind die Amazonen-Werke schon seit mehr als 30 Jahren mit einer eigenen Vertriebsniederlassung im 30 Kilometer östlich von Sheffield gelegenen Harworth vertreten. Amazone hat sich mit seinen innovativen Maschinen laut Amazone „einen hervorragenden Ruf und eine marktführende Stellung in Großbritannien erarbeitet“.

Auch die Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim befürchtet negative wirtschaftliche Folgen durch den Brexit. Nach einer IHK-Umfrage rechnet jedes dritte Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien mit Umsatzeinbußen . Der Außenhandelsexperte der IHK, Hartmut Bein, prognostiziert, dass die Firmen eventuell auf andere Märkte ausweichen müssen.

Auch die britische Billigfluggesellschaft Easyjet rechnet wegen der Turbulenzen infolge des Brexit mit deutlicheren Gewinneinbußen als bislang gedacht .

Das in Niedersachsen wohl am stärksten betroffene Unternehmen ist Volkswagen. Dennoch hält VW die Folgen für beherrschbar. Man sei gut aufgestellt, um VW „an sich verändernde wirtschaftliche und politische Umstände anzupassen“.

( Weiterlesen: GB zweitgrößter Abnehmer: Brexit kostet womöglich Arbeitsplätze in Niedersachsen )