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„Fusion ist kein Eintopf“ Kirchengemeinden feiern Fusionsgottesdienst in Hasbergen

Von Stefan Buchholz, Stefan Buchholz | 18.06.2018, 08:30 Uhr

Mit einem sogenannten Fusionsgottesdienst haben die drei ehemals selbstständigen Kirchengemeinden St. Elisabeth und St. Wiho in Osnabrück sowie St. Josef in Hasbergen nun auch liturgisch ihre Einheit gezeigt.

Zusammen als Pfarrei St. Elisabeth firmiert man bereits seit Anfang des Jahres. Nun, ein halbes Jahr später, sollte ein Gottesdienst mit Bischof Franz-Josef Bode gefeiert werden. Das Oberhaupt des Bistums hatte die Fusion 2007 verfügt. Seine Probleme wegen der mehrfachen Bandscheibenoperationen und die bevorstehenden Rehamaßnahmen machten eine Teilnahme Bodes am Gottesdienst aber jetzt nicht möglich. In Vertretung war Ulrich Beckwermert gekommen. Der Domkapitular und Personalreferent des Bistums erinnerte an die aktuellen Umbrüche in der Stadt, im Bistum, national und weltweit.

Beckwermert spielte damit auch auf die vielen Fusionen an, die die katholischen Kirchengemeinden in den letzten Jahren machen mussten. Man dürfe fragen, ob die Entscheidungen, die getroffen werden, richtig sind.

„Finde dich gut, damit du gefunden wirst“

Der Domkapitular schlug vor, sich an einem Spruch zu orientieren: „Finde dich gut, damit du gefunden wirst.“ Das meine nicht das Pflegen von Eitelkeiten, betonte Beckwermert. Übertragen auf die Kirche könne man formulieren, dass sie nicht als bloße Institution da sei, sondern als „Raum, der sichtbar ist“. Dies sei eine selbstbewusste Kirche, die sich „klar positioniere, wenn es um Arme, Flüchtlinge und die soziale Frage geht. Damit die Kirche gefunden wird“, so Beckwermert.

Erzählspiel

Mit einem Erzählspiel hatten zuvor Kinder und Pfarrer Christoph Baumgart den Fusionsprozess der drei Kirchengemeinden dargestellt. Dabei stand ein langsam zerbrechender Eisberg für die Kirche und die Notwendigkeit, neue Strukturen zu finden. Die auf dem Eisberg lebenden Pinguine symbolisierten die Gläubigen. Trotz anfänglicher Zweifel, ob der Riss im Eisberg es tatsächlich nötig mache, zusammenzuarbeiten, entschieden sich die Pinguine innerhalb von acht Jahren zur Kooperation.

Differenzierung

Sie gelang in der neuen Pfarrei St. Elisabeth zunächst weitgehend durch persönliche Begegnung und erst dann durch ein Zusammenlegen von Geld und zentralen Aufgaben der Gemeinden. Trotz aller Gemeinsamkeit: „Fusion bedeutet nicht Eintopf, sondern Differenzierung“, lautete Baumgarts Credo in den Jahren des Zusammenwachsens. Bestimmte Aufgaben seien bei den Kirchengemeinden geblieben. Die Fusion wird in der Pfarrei auch weltlich gefeiert. Nach dem Gottesdienst ging es in einem Fahrradcorso zur St. Wiho-Gemeinde, wo das Pfarrfest inklusive Public Viewing des Fussbal-WM-Spiels Deutschland gegen Mexiko stattfand. Am kommenden Wochenende feiert man in St. Josef das Sommerfest.