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Arbeiterwohlfahrt und der Verein für soziale Dienste wollen Familien im Sozialraum Hasbergen stärker unterstützen Die Hilfe rückt näher

Von Heike Dierks | 28.09.2011, 13:50 Uhr

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Region und der katholische Verein für soziale Dienste (SKM) in Osnabrück gehen im südwestlichen Landkreis gemeinsam in die Hilfsoffensive. Die Partner wollen die Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien verbessern. „Wir wollen die Ressourcen der Familien direkt in ihrem Umfeld aktivieren“, sagt Jürgen Niesemeyer, SKM-Fachbereichsleiter für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Die Jugendhilfe im Landkreis ist in den vergangenen Jahren dezentralisiert worden. So sind rund um Osnabrück acht Sozialräume mit regionalen Dienststellen des Jugendamts entstanden. Die Gemeinde Hasbergen bildet mit GMHütte und Hagen einen Sozialraum. Im Vorjahr wurde in GMHütte ein Jugendamt eröffnet. „Als Träger der freien Jugendhilfe wollen wir vor Ort ebenfalls präsenter werden, näher an die Gemeinden heranrücken und auf Wunsch in die Familien gehen“, sagt Thomas Ewert von der Awo.

Der SKM und die Awo kooperieren im Sozialraum Hasbergen. Die Wohlfahrtsverbände nutzen ein gemeinsames Büro in GMHütte. Schon in der Vergangenheit haben sie zusammen Programme für Hilfebedürftige bereitgehalten. Jetzt verstärken sie die Zusammenarbeit – vor allem in der ambulanten erzieherischen Hilfe. Überdies ist eine Familiensprechstunde in Kindergärten des Sozialraums entwickelt worden. Weitere Angebote sind in Planung.

Mit den erzieherischen Präventivmaßnahmen sollen unkomplizierte, individuelle Lösungen für Familien entwickelt werden. Es geht dabei um Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir wollen Familien und Kinder in ihren jeweiligen Systemen so stark machen, dass sie weiterführende Jugendhilfen nicht in Anspruch nehmen müssen“, erklärt Niesemeyer. Auch Nachbarn, Vereine und Verwandte können eingebunden werden.

Dazu möchten Awo und SKM die möglichen Partner vor Ort besser kennenlernen und vernetzen. „Wir sind keine Konkurrenz zu den Jugendämtern. Die Hilfen werden über das Jugendamt gewährt“, stellt Ewert klar.

Diese Hilfen laufen zunächst für ein Jahr, in dem Sozialpädagogen der Familie dabei helfen, Probleme zu bewältigen. „Es geht um eine Beratung für Eltern und eine Förderung für Kinder“, sagt der Awo-Mitarbeiter. Beraten werden Eltern auch in der kostenlosen Familiensprechstunde, die ab Oktober einmal im Monat im Hagener Martinuskindergarten, im Awo-Kindergarten Hasbergen sowie in den GMHütter Kindergärten St. Georg und St. Marien angeboten wird.

Etwa bei Fragen zur Erziehung oder zur Entwicklung des Kindes können sich Eltern an die geschulte Familienberaterin vor Ort wenden. Die Experten unterliegen der Schweigepflicht. Das Angebot soll gerade dann greifen, wenn Betroffene den Gang zum Jugendamt als zu hohe Hürde empfinden.

Familiensprechstunde: Infos und Zeiten für die Familiensprechstunde: SKM und Awo, Dienststelle GMHütte, Kolpingstraße 1, Telefon 05401/3390521/-51.