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Noch in diesem Winter Hasberger Flüchtlingsbaracke wird endlich abgerissen

Von Jean-Charles Fays

Bereits Ende April 2015 hatten die Ratsfraktionen auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, dass die Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg aufgrund ihres desolaten Zustands nach mehr als 20 Jahren keine Zukunft mehr hat. In diesem Winter soll es nun endlich zum Abriss kommen. Archivfoto: Gert WestdörpBereits Ende April 2015 hatten die Ratsfraktionen auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, dass die Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg aufgrund ihres desolaten Zustands nach mehr als 20 Jahren keine Zukunft mehr hat. In diesem Winter soll es nun endlich zum Abriss kommen. Archivfoto: Gert Westdörp

Hasbergen. Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Debatte zur Hasberger Flüchtlingsbaracke wird die Unterkunft am Eisenbahnweg in diesem Winter nun endlich abgerissen. Das hat Bürgermeister Holger Elixmann im Sozialausschuss am Montagabend angekündigt. Im Frühjahr soll ein neues Holz-Modulhaus mit Platz für 18 Personen erworben werden.

In der Zwischenzeit sollen die Geflüchteten in der Flüchtlingsunterkunft „Zur Rothenburg“ untergebracht werden. Das ehemalige Hotel soll ab August 2018 nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Elixmann wies zudem darauf hin, dass die Gemeinde an der Tecklenburger Straße ein Haus erworben habe, in dem aktuell zwei Wohnungen umgebaut werden. Er resümierte: „Momentan sind wir bei den Unterkünften hervorragend aufgestellt.“ Die Diakonie kümmere sich außerdem darum, dass die Obdachlosen aus der Unterkunft am Eisenbahnweg eine neue Wohnung bekommen.

300.000 Euro für neue Wohnanlage am Eisenbahnweg

Bereits Ende April 2015 hatten die Ratsfraktionen auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, dass die Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg aufgrund ihres desolaten Zustands nach mehr als 20 Jahren keine Zukunft mehr hat.

( Weiterlesen: Hasbergen schließt Flüchtlingsbaracke)

Allerdings reagierte die Gemeinde vor zwei Jahren auf den großen Flüchtlingszustrom und behielt die Holzbaracke als Notunterkunft.

Die für Asylbewerber und Obdachlose nun vorgesehene neue Wohnanlage am Eisenbahnweg wird mit Kosten in Höhe von 300.000 Euro veranschlagt. Der Sozialausschuss stimmte einstimmig für den Beschlussvorschlag. Lediglich die beiden CDU-Ausschussmitglieder enthielten sich ihrer Stimme.

( Weiterlesen: „Flüchtlingsbaracke sind eine Schande für Hasbergen“)

Christdemokratin Janina Urban erklärte: „In Anbetracht der Tatsache, dass wir die Flüchtlingsunterkunft nicht von innen kennen und die Lebensumstände der dort lebenden Menschen nicht beurteilen können, werden wir uns enthalten.“ Zudem sehe das Migrationskonzept des Landkreises dezentrale Wohnungen und nicht neue Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete vor.

CDU-Fraktionschefin Susanne Breiwe fügte hinzu, dass es hausrechtlich unzulässig sei, über 300.000 Euro zu verfügen ohne politische Grundbeschlüsse über den Abriss der bisherigen Unterkunft und das Flüchtlingskonzept gefasst zu haben. Auch Breiwe verwies auf das Migrationskonzept des Landkreises, das derzeit politisch beraten werde. „Daraus ergeben sich neue politische Vorgaben, die wir auch beachten möchten“, sagte Breiwe. Dennoch erkenne sie an, dass das Flüchtlingsforum gute Arbeit für die Flüchtlinge leiste und nach einer Verbesserung der Lebensumstände der Flüchtlinge strebe. Sie hoffe, dass bei weiteren Entscheidungen für Wohnraum in Zukunft das Migrationskonzept des Landkreises Anwendung findet und betonte: „Dass das im vorliegenden Fall nicht geschah, lasten wir dem Flüchtlingsforum nicht an, halten es politisch nicht für die richtige Entscheidung. Daher enthalten wir uns.“

( Weiterlesen: Kommentar zur Flüchtlingsbaracke: Desolates Hasberger Flüchtlingskonzept braucht Neuanfang)

Breiwe für Renovierung der Flüchtlingsbaracke

Breiwe sagte auf Nachfrage unserer Redaktion nach der Sitzung, dass sie sich eher für eine Renovierung ausspreche. Man könne die Baracke etwa von außen anstreichen. Als Hasberger CDU-Spitzenkandidatin hatte Breiwe im Kommunalwahlkampf 2016 gesagt, dass die Flüchtlingsbaracken und die Container am Eisenbahnweg entfernt werden müssten, um Wohnungen für Flüchtlinge zu schaffen. Aktuell würde sie die vorgesehenen 300.000 Euro lieber investieren, um dezentral Wohnungen zu bauen. „In einer Gemeinschaftsunterkunft tauschen sie sich nur untereinander aus. Das ist für eine Integration der Flüchtlinge immer schlecht“, befand Breiwe.

( Weiterlesen: Flüchtlingsrat fordert Hasbergen auf: Asylbewerber in Wohnungen unterbringen)

Katja Mittelberg-Hinxlage (SPD) war es „ganz wichtig, dass die neue Unterkunft so gestaltet wird, wie die Pläne des Flüchtlingsforums es vorsehen“. Zudem zeigte sich Mittelberg-Hinxlage überzeugt, dass es bereits einen politischen Beschluss zum Abriss der Baracke am Eisenbahnweg gibt. Die Verwaltung will prüfen, ob dieser vorliegt.

Der Leiter des Ordnungsamts, Martin Tillner, versicherte, dass das Modulhaus mit einer Fläche von 345 Quadratmetern den Vorstellungen des Hasberger Flüchtlingsforums entspricht – auch die Überdachung des Mittelraumes, auf die Ubbo Weerts (SPD) hinwies, sei enthalten.

Grüne: Wir waren uns alle einig

Klaus Eckert (Grüne) erklärte zum Abriss der Flüchtlingsbaracke: „Beschluss hin oder her. Wir waren uns alle einig: Das Ding ist hin, die Baracke muss erneuert werden, fertig. Das haben alle Fraktionen in verschiedenen Sitzungen gesagt.“