Mit 8:1 Stimmen angenommen Hasbergen erhält zwei Hundekotbeutel-Stationen

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Hasbergen. Der „belloo-combi-luca-inox“ soll es sein, in grünem Stahlblech. Mit acht Befürwortern und bei einer Gegenstimme votierte der Bauausschuss in Hasbergen am Donnerstag für die Aufstellung von zwei Hundekotbeutel-Stationen.

Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) hatte das Thema zur Chefsache erklärt und ein Konzept für die Stationen in Hasbergen erarbeitet, dass er bei der Ausschusssitzung vorstellte. In einer zweijährigen Testphase sollen demnach zunächst zwei Behälter aufgestellt werden. Zum einen im Bereich des Fußweges Frankensteiner Straße in Richtung Schule Am Roten Berg. Hier sei die Reduzierung von Hundekot besonders zu begrüßen, so Elixmann, da der Weg als Schulweg eine hohe Bedeutung besitze und ein wichtiger Beitrag zur Hygiene an dieser Stelle geleistet würde. Als zweiten Standort wählte die Verwaltung den Bereich Mitte/Grünanlage Permer Damm. Hier habe es vermehrt Beschwerden gegeben, hieß es. Zudem sei eine Aufstellung zielführend, da sie „Aufschlüsse auf mögliche zukünftige Erfordernisse in der „Neuen Mitte“ zulässt.“ Es würden durch die Maßnahme besonders Kinder und Jugendliche geschützt.

„belloo-comi-luca-inox“

Es seien ausschließlich Stationen mit gesondertem Abfallbehälter in Betracht gekommen, erklärte Elixmann. Letztlich entschied sich die Verwaltung für die Firma Belloo. Ihr Produkt, der „belloo-comi-luca-inox“ habe alle Anforderungen erfüllt. Das Hunde-WC besteht aus einem 60-Liter großen Abfallbehälter, der bis zu 400 Beutel fasst und einem integrierten Tütenspender. Die Anschaffungskosten für ein Exemplar liegen bei 259 Euro. Hinzu addieren sich die finanziellen Aufwände für den dauerhaften Betrieb. Für die Abholung der Beutel durch die Mitarbeiter des Bauhofes, Reinigung, Wartung und Ersatz der Mülltüten fallen pro Jahr 1300 Euro an, für zwei Stationen also 2600 Euro. Elixmann sprach sich dafür aus, die Station mit gelben und roten Beuteln auszurüsten. Hintergrund: Rücksichtlos weggeworfene Beutel seien leichter zu finden, und es falle auch direkt auf, wenn ein Besitzer das Behältnis unvorschriftsmäßig entsorge.

Geteilte Meinungen

Bei der Einführung solcher Stationen gebe es zwiespältige Meinungen, so Elixmann in seiner Erklärung. Kritiker würden die These verfechten, dass verantwortungsbewusste Hundebesitzer ohnehin die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners beseitigen würden. Rücksichtslose Halter seien auch mit der Aufstellung einer Station nicht zum Einlenken zu bewegen. Zudem bestehe die Gefahr des Vandalismus. Problematisch sei auch, wenn Besitzer die Beutel zwar nutzen, diese aber an ungeeigneter Stelle entsorgen.

Befürworter dieser Lösung sehen darin hingegen eine Ergänzung zur Eigenverantwortung der Halter. Außerdem seien die Stationen eine wichtige Gedächtnisstütze, die an die Pflichten erinnere.

Erfahrungen anderer Gemeinden

Für eine Entscheidungsfindung fragte die Hasberger Verwaltung auch umliegende Gemeinden nach ihren Erfahrungen. In Bad Essen werde „das Angebot zum Teil gut angenommen, teilweise wird aber auch Unfug getrieben“, so die zuständige Mitarbeiterin im Ordnungsamt. Abfallbehälter sollten ihrer Einschätzung nach keines Falls in direkter Nähe zu Gartenanlagen und Wohnhäusern angebracht werden. Ähnlich auch die Einschätzung in Bad Iburg. Auch hier werde das Angebot angenommen, jedoch oft zweckentfremdet. So werden Tüten als Brotverpackung genutzt und leere Beutel in der Gegend verteilt. Besonders unangenehm sei, dass die Mülltüten von einigen Eltern auch für die Exkremente ihrer Säuglinge benutzt würden, die dann in dem Behälter entsorgt werden, so das Statement aus Bad Iburg. In Georgsmarienhütte und Hagen a.T.W. sind die Verwaltungen zufrieden mit der Nutzung. Missbrauch sei hier selten.

Mit 8:1 Stimmen angenommen

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Antrag der Grünen. Denn seit vielen Jahren gebe es eine Verschmutzung von Straßen, Wegen und Grünanlagen. In den vergangenen Jahren wurden bereits drei Anträge zur Aufstellung von Hundekotstationen abgelehnt. Auch bei diesem Antrag gab es Skepsis. Die SPD lehnte die Aufstellung zunächst ab. Am Donnerstag erklärte Heiko Dölling allerdings, dass sich die SPD/Linke-Gruppe beraten habe. „Wir sind davon nicht überzeugt, stimmen aber zu“. Mit acht Stimmen wurde der Antrag schließlich angenommen. Dagegen votierte einzig Klaus Eckert von den Grünen. Denn ihm ging das Konzept nicht weit genug. Er plädierte dafür, die Testphase um zwei Stationen zu erweitern, am Sportplatz in Gaste und in Ohrbeck im Bereich Wilkenbach, Kamp, Gudenusweg.


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