Schüler stark machen Hasbergen stattet Kinder mit Notfallkarten aus

Von Danica Pieper


Hasbergen. Im letzten Jahr verteilte die Gemeinde Hasbergen erstmals Notfallkarten an zukünftige Erstklässler. Auf diesen können Eltern Telefonnummern eingetragen, damit das Kind im Fall der Fälle schnell Hilfe bekommt. Nach der positiven Resonanz geht das Projekt nun ins zweite Jahr.

Mit der Kindernotfallkarte schlägt Hasbergen einen Sonderweg in Sachen Sicherheitskonzept ein. Andere Orte setzten vor allem auf so genannte „Rettungsanker“, feste Anlaufstellen, an die sich Kinder wenden können, wenn sie Hilfe benötigen. „So etwas brauchen wir hier nicht, Hasbergen hat so eine ländliche Struktur“, erklärt die Kinder- und Jugendreferentin der Gemeinde Katrin Schmidt. Die Notfallkarten verteilt Schmidt an alle Kinder, die nach den Sommerferien die Schule beginnen. Auf der Karte, die sich am Tornister befestigen lässt, können Eltern drei Telefonnummern eingetragen, unter denen sie oder ein Vertrauter zu erreichen sind. Auf der Rückseite finden sich zudem die Telefonnummern der Grundschulen in Hasbergen und Gaste, der Polizei und der Gemeinde.

Präventionsworkshop

Die Notfallkarte ist jedoch nur ein Baustein in einem größeren Präventionsprojekt. So absolvieren die Vorschüler auch einen Workshop mit Wilfried Bury und Derk von Berkum von der Initiative Schutz vor Kriminalität. „Den Kinder wird spielerisch beigebracht, dass sie sich nicht ansprechen lassen sollen“, erklärt Schmidt. Auf der einen Seite lernen sie, wegzulaufen, wenn sie von einem Fremden angesprochen werden, auf der anderen Seite werden sie aber auch ermutigt, sich Hilfe zu holen, wenn sie in einer Notsituation sind. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut das funktioniert“, sagt Schmidt.

Eltern aufklären

Aber auch die Eltern holt die Gemeinde mit ins Boot und klärt sie auf Elternabenden über das Projekt auf. „Das ist ganz gut so“, meint Schmidt. „Die Kinder lernen an drei Tagen hintereinander, kräftig ‚Halt!‘ und ‚Stop!‘ zu rufen. Es ist wichtig den Eltern zu erklären, was da los ist.“ Daneben bietet sich die Möglichkeit zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Notfallkarte aktuell zu halten und dass neben Mutter und Vater möglichst noch eine dritte Person auf der Karte vermerkt sein sollte, falls die Eltern zusammen unterwegs und nicht erreichbar sind.

Beruhigungsmaßnahme

In den Familien kamen die Kindernotfallkarten gut an – aber nicht nur dort. Georgsmarienhütte etwa plane inzwischen, das Konzept zu übernehmen, berichtet Schmidt. Im ersten Jahr gab es übrigens keinen Vorfall, bei dem die Karte zum Einsatz kam: „Das hatten wir aber auch nicht erwartet“, meint die Kinder- und Jugendreferentin. Den Eltern gebe es ein gutes Gefühl zu wissen, dass ihre Sprösslinge für den Fall der Fälle ausgestattet sind, so Schmidt: „Das ist auch eine Beruhigungsmaßnahme für uns Erwachsene.“