„Nicht mehr menschenwürdig“ Konzept für Ersatz der Holzbaracken in Hasbergen bis Juni

Von Frank Muscheid

Soll bald Geschichte sein: die Holzbaracke am Eisenbahnweg in Hasbergen. Foto: Archiv/Michael GründelSoll bald Geschichte sein: die Holzbaracke am Eisenbahnweg in Hasbergen. Foto: Archiv/Michael Gründel

Hasbergen. Bis zum 30. Juni will die Verwaltung ein Konzept für einen Ersatz der Holzunterkünfte am Eisenbahnweg für Flüchtlinge und Obdachlose vorlegen. Auf das Datum legte sich jetzt auch der Finanzausschuss einstimmig fest.

Anlass war ein Antrag der Gruppe SPD/Die Linke, den Winfried Bußmann (Die Linke) vortrug. Darin heißt es: „Der Rat nimmt die Kosten für den Abriss der alten Holzunterkunft am Eisenbahnweg und für die Anmietung von entsprechenden Mobilunterkünften in den Haushalt für 2017 auf.“ Es bestehe Einigkeit im Rat über die Abriss-Maßnahme, so Bußmann. „Die Baracken am Eisenbahnweg sind so nicht mehr menschenwürdig.“

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Nach Vorstellung von SPD und Linken „sollen sie durch Container ersetzt werden, bis eine andere dauerhafte Lösung gefunden worden ist“. Diese sollten aber angemietet werden, um zu verhindern, dass „ein Provisorium Container ein Dauerzustand ist“. Denn auch die jetzigen Holzbaracken sollten ursprünglich nur eine vorübergehende Lösung sein, so Bußmann. Die Ausschussvorsitzende Kathrin Wahlmann (SPD) ergänzte das Anliegen um den Antrag an die Verwaltung, bis zur nächsten Ratssitzung die Kosten für die Containermiete zu ermitteln.

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Markt mit vielen Optionen

Für Felix Bensmann (FDP) war es „der richtige Ansatz, dass wir es in diesen Haushalt reinpacken“. Es müsse ein Schlussstrich gezogen werden, übergreifend hätten die Parteien gesagt, „dass wir mit dieser Situation unzufrieden sind“. (Weiterlesen: Spitzenkandidat Felix Bensmann – FDP fordert Abriss der Flüchtlingsbaracke Hasbergen) Ob nun Kaufen oder Mieten sei allerdings noch zu klären. 50.000 Euro stünden für die Flüchtlingsunterkünfte bereits im Haushalt, so Bürgermeister Holger Elixmann. Kämmerer Jürgen Klein erklärte, es könne bislang nur ein „gefühlter Betrag“ eingestellt werden. Es werde aber ein umfassendes Konzept mit „Optionen und Standortfragen“ erarbeitet, um es 2017 zu diskutieren und 2018 abzuarbeiten.

Elixmann kündigte ein „in sich schlüssiges Konzept“ für den 30. Juni und erste Zahlen für den Verwaltungsausschuss an. Schon konkrete Zahlen in den Haushalt einzustellen, sei aber nicht seriös, „denn der Markt ist sehr breit geworden“. Es gebe inzwischen qualitativ hochwertige Container-Lösungen, „die vielleicht 10.000 Euro mehr kosten, aber dann eine Qualität haben“, die deutlich besser sei, „als wenn wir irgendetwas bauen“. Über den Abriss der jetzigen Unterkünfte herrsche Einigkeit und eine seriöse Nachfolgelösung sei zu finden.

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Peter Rademacher (CDU) bekräftigte: „Wir brauchen Zahlen, damit wir darüber befinden können.“ Auf den Abriss noch 2017 legte sich Holger Elixmann auf Bußmanns Nachfrage nicht fest. Es werde ein Konzept mit Alternativen geben: „Sie entscheiden, welche genutzt wird.“

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