Laufbus legt 3250 Kilometer zurück Von Hasbergen zu Fuß nach Grönland

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Hasbergen. Der „Laufbus“ an der Hüggelschule läuft und läuft und läuft. Insgesamt 3250 Kilometer sind die 28 teilnehmenden Kinder im vergangenen Halbjahr auf ihren morgendlichen Schulwegen zu Fuß gegangen, rechnete Mitorganisatorin Mareike Joeben anlässlich des dritten Laufbusfestes den stolzen Kindern und Eltern vor. „Das wäre bis nach Grönland oder Nordafrika“, zeigt sie auf einer Landkarte. Um den Anreiz zur Teilnahme wachzuhalten, wird halbjährlich ein Laufbusfest gefeiert.

Als fleißigste Teilnehmer wurden Finn Bröcker mit 98 Teilnahmetagen und Lea-Sophie Ries mit 94 Tagen zu „Laufbuskönig“ und „Laufbuskönigin“ erkoren. Sie dürfen den Wanderpokal, einen hölzernen Hüggelzwerg, bis zum nächsten Laufbusfest in einem halben Jahr mit nach Hause nehmen. Und auch für die anderen Kinder gab es Grund zur Freude: Sie erhielten von Verkehrswacht und Gewerbeverein Hasbergen leuchtend gelbe Regenponchos gesponsert, die für Trockenheit und eine gute Sichtbarkeit bei Dunkelheit sorgen. Vom Hagener Geschäft „Zimtzicke“ gab es zudem Teemischungen mit so fantasievollen Namen wie „Drachenblut“ für innere Wärme in der kalten Jahreszeit.

Abschied vom Laufbus

Der Laufbus wurde 2015 von einer Elterninitiative um Silke Holtermann und Mareike Joeben ins Leben gerufen wurde. Weil sie aus privaten Gründen Hasbergen verlässt, wurde Silke Holtermann mit Blumen verabschiedet, ihre Funktion übernimmt in Zukunft Maren Petzold. Ausgelöst von dem Bemühen, das hohe Verkehrsaufkommen vor der Schule zu Unterrichtsbeginn zu reduzieren, erweist sich der Laufbus auf seinen drei „Linien“ nun vor allem als ein Vorteil für die Gesundheit und Fitness der teilnehmenden Kinder. Die morgendlichen 20 Minuten Bewegung in der frischen Luft stärken die Abwehrkräfte der Kinder, wie die Mütter bestätigen. Auch ihr tue die „Portion Frischluft“ gut, bevor sie ins Büro gehe, meint Yvonne Bröcker, die freitags an vier Haltestellen auf dem Weg der Linie 3 insgesamt neun Kinder „aufsammelt“ und sicher zur Schule begleitet.

Für den Bewegungsdrang

Finn Bröcker outet sich derweil als begeisterter Fußballer und bestätigt mit seiner Äußerung „Ich bin kein Stubenhocker“, dass die kurze Wanderung dem kindlichen Bewegungsdrang entgegenkommt. Das hat auch Begleiter Horst Niendieker auf der Linie 1 beobachtet: „Die Kinder sind schnell, einige laufen fast, sodass man die Gruppe schon zusammenhalten muss.“ Dafür gibt es nach Aussage von Kerstin Ries, die ebenfalls einmal wöchentlich eine Gruppe begleitet, klare Regeln: „Wer zu viel herumhampelt, muss an der Hand der Begleitperson gehen.“ Das sei aber nur höchst selten der Fall, meistens seien die Kinder froh, sich zu sehen und vor Schulbeginn ausgiebig miteinander reden zu können.

Anmeldung zum Laufbus

Kinder- und Jugendreferentin Katrin Schmidt von der Gemeinde Hasbergen hebt hervor, dass die Begleitung der Kinder auf dem Schulweg eine Entlastung für die Eltern sei. Es sei allerdings erwünscht, dass Eltern einmal in der Woche die Kindergruppe begleiten, denn nur durch ehrenamtliches Engagement könne der Laufbus funktionieren. Und sie weist darauf hin, dass die Kinder zur Teilnahme an dem kostenlosen Projekt angemeldet sein müssen. Das ist mit wenigen Angaben auf der Homepage der Gemeinde Hasbergen möglich. Es gibt drei Schulbuslinien: Linie 1 aus dem Zentrum/Musikantenviertel, Linie 2 aus dem Wohngebiet am Hüvel, Treffpunkt am Friedhofsparkplatz und Linie 3 aus der Osnabrücker Straße.


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