CDU kritisiert zu hohe Kosten Hasbergen plant mit 4,1 Millionen für neues Rathaus

Die Sanierung des bestehenden Hasberger Rathauses hätte 2,6 Millionen Euro gekostet, ein Neubau kostet voraussichtlich mehr als vier Millionen Euro. Archivfoto: David EbenerDie Sanierung des bestehenden Hasberger Rathauses hätte 2,6 Millionen Euro gekostet, ein Neubau kostet voraussichtlich mehr als vier Millionen Euro. Archivfoto: David Ebener

Hasbergen. Die Gemeinde Hasbergen plant mit Baukosten für ein neues Rathaus in Höhe von rund 4,1 Millionen Euro. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die in der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend öffentlich wurde.

Bürgermeister Holger Elixmann erklärte auf Anfrage unserer Redaktion nach der Sitzung, dass zu den in der Vorlage genannten Netto-Baukosten noch Baunebenkosten in Höhe von geschätzt 20 Prozent hinzu kämen. Bei einem Raumbedarf, der mit 1440 Quadratmeter Nutzfläche für das Rathaus angesetzt wird, und bei geplanten Kosten für ein Verwaltungsgebäude mittleren Standards, die bei 2400 Euro pro Quadratmeter angesetzt werden, ergeben sich somit geplante Gesamtkosten für das Rathaus in Höhe von 4,1 Millionen Euro.

Hinzu sollen noch eine Gemeinschaftsfläche für Vereine mit einer Nutzfläche von 25 Quadratmetern, eine Bankfiliale mit 140 Quadratmetern Nutzfläche und eine Gastronomie mit 240 Quadratmetern Nutzfläche kommen. Auf dieser Basis sollen im kommenden Jahr über einen Architektenwettbewerb verschiedene Vorschläge und Ideen zur Umsetzung eingeholt werden. In diesem Rahmen wird in dem Beschlussvorschlag eine Wettbewerbssumme für das neue Dienstleistungszentrum in Höhe von 3,6 Millionen Euro Netto-Baukosten angegeben. Die Gesamtsumme inclusive der von der Verwaltung geschätzten 20-prozentigen Baunebenkosten würden somit 4,3 Millionen Euro betragen.

Beschluss erst im Rat am 15. Dezember

Zu einem Beschluss kam es im Bauausschuss jedoch noch nicht. Es gab ein einstimmiges Votum, den Beschlussvorschlag der Verwaltung zuvor noch fraktionsintern zu beraten. Eine Entscheidung wird nun in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 15. Dezember, erwartet.

Harsche Kritik von der CDU

Harsche Kritik am Verwaltungsvorschlag gab es von CDU-Ausschussmitglied Axel Geselbracht. Er erinnerte an den Flyer des Rates vor der Abstimmung zur Neuen Mitte im Mai. Darin stand: „Laut Sachverständigengutachten würde die Sanierung des Rathauses rund 2,6 Millionen Euro kosten. Die Kosten für den Neubau eines Rathauses in mittlerem Standard schätzt der Sachverständige ebenfalls auf rund 2,6 Millionen Euro.“ Geselbracht sagte zudem, dass in dem im November 2014 erstellten Sanierungsgutachten für das bestehende Rathaus bereits Planungs- und Nebenkosten von 30 Prozent enthalten gewesen seien. Die geschätzten Gesamtkosten für die 1040 Quadratmeter große Gesamtfläche des bestehenden Rathauses hätten inclusive der Planungs- und Nebenkosten 2,6 Millionen Euro betragen. In der Wettbewerbssumme für den Neubau müssten somit auch wieder 30 Prozent Planungs- und Nebenkosten berücksichtigt werden, „sonst vergleichen wir Äpfel mit Birnen“, betonte Geselbracht.

Elixmann: Maximale Transparenz

Elixmann beteuerte, die Verwaltung setze auch weiterhin auf maximale Transparenz und Bürgerbeteiligung. Deshalb habe Klaus von Ohlen vom Sanierungsträger BauBeCon auch auf ein seit April 2016 mögliches neues Vergaberecht hingewiesen. Das neue zweistufige Wettbewerbsverfahren ermöglicht laut Ohlen ein Maximum an Bürgerbeteiligung, die laut Elixmann auch aus Verwaltungssicht wünschenswert sei.

Der Sanierungsgutachter Johannes Fricke, der davon gesprochen hatte, dass ein Neubau mittleren Standards genauso teuer wie eine Sanierung des alten Rathauses sei, erläuterte in der Sitzung, wie er zu der Einschätzung kam. Er wies auf die geringere Nutzfläche des bestehenden Rathauses hin. Nicht mit einbezogen wurden hier aber die Räume wie Lager, Archiv und Heizungsraum, die sich derzeit im Keller befinden.

Elixmann fasste zusammen: „In erster Linie dadurch, dass auch diese im neuen Rathaus errichtet werden müssen, erhöht sich der Raumbedarf auf etwa 1440 Quadratmeter.“ Wenn man von Neubaukosten in Höhe von 2400 Euro pro Quadratmeter ausgehe, ergebe sich ein Betrag von 3,45 Millionen Euro – zuzüglich der Baunebenkosten von geschätzt 20 Prozent. Elixmann weist darauf hin, dass 2013 ein Wert von 3,6 Millionen Euro für ein neues Rathaus ermittelt worden sei. Die Verwaltung und Fricke hätten den damals geplanten Raumbedarf aber kritisch durchleuchtet, sodass 120 Quadratmeter eingespart und die Neubaukosten laut Elixmann so noch gesenkt werden konnten.

SPD: Ausreichende Berücksichtigung des Kultur- und Verkehrsvereins fehlt

Heiko Dölling (SPD) kritisierte, dass im bislang geplanten Dienstleistungszentrum eine ausreichende Berücksichtigung des Kultur- und Verkehrsvereins fehle.

Grüne: „Ein Neubau ist eben teurer als eine Sanierung“

Klaus Eckert (Grüne) kommentierte die höheren Kosten: „Ein Neubau ist eben teurer als eine Sanierung.“

CDW: Auch Bank und Gastronomie sind wichtig

Für Sönke Siegmann (CDW) ist wichtig, dass nicht nur ein neues Rathaus, sondern ein Zentrum auch mit einer Bank und einer Gastronomie gebaut wird.


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