90 Prozent der Quote erfüllt Deutlich weniger Flüchtlinge als geplant in Hasbergen


Hasbergen. Es kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Hasbergen als noch vor einem Jahr erwartet. Bis Anfang Dezember hat die Gemeinde in diesem Jahr 66 weitere Flüchtlinge aufgenommen.

Bürgermeister Holger Elixmann konstatiert: „90 Prozent unserer Quote haben wir erfüllt. Die Erfüllung dieser Quote wurde immer weiter verlängert. Erst sollten die Flüchtlinge bereits im ersten Quartal nach Hasbergen kommen, dann bis Ende Juli und jetzt werden die avisierten 74 Flüchtlinge wohl auch bis Ende des Jahres nicht kommen.“

Von den 74 Flüchtlingen, die nach der Dezember-Quote ursprünglich bereits im ersten Quartal nach Hasbergen kommen sollten, kamen bis Mitte April immerhin 55. Zum Vergleich: Von Januar bis Anfang November 2015 kamen nur insgesamt vier Flüchtlinge nach Hasbergen.

( Weiterlesen: Elf Mal mehr Flüchtlinge in Hagen als in Hasbergen )

„Bei unverändertem Tempo des Zuzuges hätte unsere Hasberger Kapazitätsgrenze bis Mitte Mai erreicht sein können“

Die Situation habe sich insgesamt deutlich entspannt. „Im Januar stand zu befürchten, dass bei unverändertem Tempo des Zuzuges unsere Hasberger Kapazitätsgrenze bis Mitte Mai erreicht sein würde“, erinnert sich Elixmann. „Spätestens dann hätten schmerzhafte Schritte ergriffen und beispielsweise Turnhallen belegt werden müssen. Dazu ist es dann Gott sei Dank nicht gekommen.“ Hauptgrund für die auch kreis-, landes- und bundesweit deutlich geringeren Flüchtlingszahlen ist die Schließung der Balkanroute und der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei.

Die Flüchtlinge verteilen sich aktuell größtenteils dezentral, 28 sind in Wohnungen untergebracht, insgesamt fast genauso viele in den Containern und der Holzunterkunft am Eisenbahnweg. In der Rothenburg sind ebenfalls 16 Personen untergebracht.

Flüchtlingswohnungen in ehemaliger Gaster Sparkassen-Filiale

In der ehemaligen Sparkassen-Filiale in Hasbergen-Gaste werden aktuell neue Wohnungen geschaffen, in denen insgesamt etwa 15 Flüchtlinge untergebracht werden können. Die Wohnung im Obergeschoss ist nach Gemeindeangaben bereits seit einigen Monaten mit einer Familie belegt. Die ehemalige Schalterhalle der Sparkasse wird gerade zu Flüchtlingswohnungen umgebaut.

Mit Blick auf ein mögliches neues Flüchtlingsheim am Bahnhof sagt der Bürgermeister der Hüggelgemeinde: „Eine von weiteren Möglichkeiten ist es bekanntlich, auf der derzeitigen Brachfläche westlich des Bahnhofes, die im Besitz der Gemeinde ist, ein neues Flüchtlingsheim zu schaffen. Allerdings bestehen noch eine ganze Reihe weiterer Optionen, sich langfristig sinnvoll aufzustellen. Das wird im kommenden Jahr natürlich alles noch in verschiedenen Sitzungen gründlich politisch beraten und beschlossen werden.“ Zunächst müsse die Fläche ohnehin noch saniert werden. Hierzu habe die Gemeinde mittlerweile bereits einen positiven Förderbescheid erhalten.

Deutliche Tendenz zur Wohnsitzänderung

Elixmann erklärt: „Insgesamt ist es so, dass sich sowohl anerkannte Flüchtlinge sowie noch im Asylverfahren befindliche Flüchtlinge in den jeweiligen Unterkünften befinden. Es ist eine deutliche Tendenz zur Wohnsitzänderung nach der Anerkennung beispielsweise nach Osnabrück, aber auch innerhalb Hasbergens zu verzeichnen.“

„Wir müssen nicht mehr unter Druck handeln“

Zufrieden resümiert er: „Die gute Nachricht ist aktuell, dass wir wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen nicht unter Druck handeln müssen. Das war im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt noch ganz anders.“


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