Bestohlener entdeckt Diebesgut Gestohlenes Quad in Internet-Kleinanzeige angeboten

Von Danica Pieper

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Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen Hasberger zu einer Geldstrafe von 2700 Euro, weil er ein gestohlenes Quad im Internet anbot. Symbolfoto: Sigrid Schüler-JuckenackDas Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen Hasberger zu einer Geldstrafe von 2700 Euro, weil er ein gestohlenes Quad im Internet anbot. Symbolfoto: Sigrid Schüler-Juckenack

Hasbergen/Hilter. Weil er ein gestohlenes Quad unter dubiosen Umständen erwarb und anschließend selbst zum Verkauf anbot, verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen Hasberger zu einer Geldstrafe von 2700 Euro. Der Bestohlene war durch die Kleinanzeige des Angeklagten auf das Quad aufmerksam geworden.

Der Hasberger und sein Bekannter aus Osnabrück waren angeklagt, entweder das Quad im Wert von 3000 Euro in Hilter gestohlen zu haben oder es weit unter Wert erworben zu haben, wobei sie in Kauf nahmen, dass es gestohlen war. Der Osnabrücker machte keine Angaben. Sein Mitangeklagter erklärte, dass Quad an einem Bad Laerer Baggersee von einem Mann für 1500 Euro gekauft zu haben. Er wisse allerdings weder den Namen des Verkäufers, noch verfüge er über dessen Telefonnummer oder Adresse - oder einen Kaufbeleg. „Es war fast Totalschaden. Ich habe das Quad komplett neu aufgebaut“, erklärte der 31-Jährige. Um das Quad zu reparieren habe er auch einen gebrauchten Rahmen in Bayern gekauft und diesen verbaut. Sein Mitangeklagter habe das Fahrzeug dann für ihn zugelassen.

Kaufinteresse vorgetäuscht

Der Bestohlene erklärte, dass ihm das Quad Ostern 2014 an seinem damaligen Wohnort in Hilter entwendet worden sei, obwohl er es mit einem Schloss an dem Pfosten eines Carports befestigt habe. Knapp zwei Jahre später entdeckte der 27-Jährige im Internet eine Kleinanzeige des Hasbergers, in der dieser ein Quad zum Verkauf anbot. Da dieses über dieselbe selbstgemachte Tachoplatte verfügte wie das gestohlene Quad, sei er stutzig geworden. „Ich habe dann Interesse gezeigt und einen Besichtigungstermin vereinbart“, so der Bad Rothenfelder. Die Karosserie sei neu lackiert worden, aber mehrere Details wie ein grüner Farbklecks auf der Schwinge oder die Felgen ließen ihn zu der Überzeugung gelangen, dass es sich bei dem angebotenen Quad um sein gestohlenes handelt.

Motornummer stimmt überein

Die Polizei stellte fest, dass die Motornummer des angebotenen Quads mit der Rahmennummer des gestohlenen Fahrzeugs übereinstimmt. Den Beamten gegenüber hatte der Hasberger erklärt, dass Quad von einer Privatperson in Melle für 5800 Euro gekauft zu haben. Ein Polizist sagte zudem aus, den 31-Jährigen und seinen Mitangeklagten einige Wochen vor dem Diebstahl samt Werkzeug in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgegriffen zu haben. Der Hasberger ist bereits mehrfach wegen Diebstahls und anderer Delikte vorbestraft.

Staatsanwalt: „Verhalten ist merkwürdig“

Für den Osnabrücker beantragte der Staatsanwalt Freispruch. Dem Hasberger könne man nicht nachweisen, dass er das Quad gestohlen hat, jedoch war der Staatsanwalt überzeugt, dass dieser sich der Hehlerei schuldig gemacht hat. Das Verhalten des Angeklagten bezeichnete er angesichts unterschiedlicher Angaben zur Herkunft des Quads als „merkwürdig“. Er plädierte für eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 30 Euro. Der Verteidiger räumte ein, dass zumindest der Motor von dem gestohlenen Quad stammt. Sein Mandant habe wohl im Hinterkopf gehabt, dass das Fahrzeug gestohlen war: „Ganz edel ist die Sache nicht.“ Er beantragte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 30 Euro. Der Hasberger erklärte sich einverstanden, dass das sichergestellte Quad an den Bestohlenen zurückgegeben wird.

Der Hehlerei schuldig

Der Richter sprach den Osnabrücker frei. Den Hasberger befand er allerdings der Hehlerei für schuldig. „Die Indizien sprechen eindeutig dafür, dass es sich um das Fahrzeug des Zeugen handelt“, so der Vorsitzende. Die Einlassung, das Quad an einem Baggersee gekauft zu haben, glaubt er dem 31-Jährigen nicht: „Das ist alles sehr nebulös“. Da die Vorstrafen jedoch schon länger zurückliegen und der Angeklagte sich mit der Herausgabe des Quads einverstanden erklärte, könne man es bei einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro belassen.

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