Hasberger Reitertage 2016 Springreiter müssen in Hasbergen wegen Nässe umziehen

Von Michael Pohl

Clara Blau sammelte auf Nick 179 mit ihrem Prüfungssieg bei den Hasberger Reitertagen Punkte in der Finalqualifikation des VGH-Cups. Foto: Moritz FrankenbergClara Blau sammelte auf Nick 179 mit ihrem Prüfungssieg bei den Hasberger Reitertagen Punkte in der Finalqualifikation des VGH-Cups. Foto: Moritz Frankenberg

Hasbergen. Trotz schwachen Starts verfolgten am Wochenende mehr als 1000 Besucher in der Haslage die 31 Entscheidungen der zehnten Hasberger Reitertage. Die äußeren Bedingungen hatten die Verantwortlichen des Reit- und Fahrvereins (RuF) allerdings bereits am Freitag zum Handeln gezwungen.

Stetiger Nieselregen weichte am Freitag den angestammten Platz der Springreiter derart auf, dass sich die Organisatoren um den Vorsitzenden Werner Stratemeier dazu entschlossen, den Austragungsort zu verlegen. „Am Freitag war es die totale Katastrophe“, kommentierte Stratemeier die Umstände. Noch am Abend sorgten die Mitglieder und Helfer des Vereins dafür, dass am Samstagmorgen auf dem benachbarten Platz für Pferdegespanne ein Springparcours entstand.

Wetterumschwung sorgte für gute Besucherzahlen

Hielt am Freitag das Wetter noch die Besucher von der Veranstaltung fern, so zeigte sich am Samstag der Wettergott gnädig. Bei stetig aufklarendem Wetter strömten zunehmend mehr Gäste auf die Anlage. Von den organisatorischen Schwierigkeiten hinter den Kulissen bekamen weder Besucher noch teilnehmende Sportler etwas mit. Dass sich die Anstrengungen der Verantwortlichen auszahlten, zeigte sich nicht zuletzt in der Zufriedenheit der Teilnehmer. „Das sind hier sehr gute Voraussetzungen“, machte mit Sina Hinrichsen eine Reiterin aus dem Feld der Dressurreiter deutlich. Besonders die räumliche Distanz zu den Springreitern sei ein Muss, um in der Dressur die Konzentration bei Mensch und Tier hochhalten zu können.

Konzentration wie die Olympioniken

Natürlich war auch der olympische Sieg der Dressurreiter am Wochenende bei den Pferdesportfans in Hasbergen in aller Munde. Eine Nummer kleiner, aber grundsätzlich genauso engagiert wie Isabell Werth und Co. gingen die Reiter mit ihren Tieren und großen Erwartungen in die Prüfungen. Bei den einzelnen Lektionen, in denen die Teams die Harmonie zwischen Mensch und Tier demonstrierten, führten kleinste Schwächen in der Konzentration etwa bei einer Traversale zu Abzügen im Gesamtergebnis. Am Ende führte Laurien Hawerkamp auf ihrem Pferd Doreany das Feld der Klasse M in der Dressur an.

Kleine Reiter auf großer Bühne

Eine gewisse Anspannung zeigten auch die Jüngsten der rund 400 Sportler. Am Sonntagnachmittag fand für den Nachwuchs mit der Vorführung der Führzügelklasse das Hauptereignis des gesamten Turniers statt. Sechs Mädchen und ein Junge stellten sich vor großem Publikum den kritischen Blicken der Punktrichter. Bereits im Vorfeld hatte Stratemeier angedeutet, dass mit dieser Leistungsklasse ein zentrales Anliegen des Vereins erfüllt werde. Es sei wichtig, dass auch die jüngsten Reiter die Luft eines großen Turniers schnuppern könnten. Es gehe darum, „den Kleinen eine große Bühne zu bieten“. Auf diese Weise würden junge Menschen bestärkt, im Pferdesport weiter zu machen, zeigte sich Stratemeier überzeugt. Als strahlende Siegerin ging Carla Henning mit Ocean of Fire 5 vom gastgebenden RuF aus dieser Prüfung hervor.

Neuausrichtung für die Zukunft

In der Königsdisziplin des Turnier-Wochenendes, dem Stilspringen der Klasse L, setzte sich Clara Blau (RuFV Rulle) auf Nick 179 vor Paul Bergen mit Bünteeichen-Monja durch. Blau machte somit einen großen Schritt zur Qualifikation für das Finale des VGH-Cups. Bei der abschließenden Springprüfung der Klasse M musste sich Marc Amelingmeyer (PSV Hellern) auf Cadia 2 nur Holger Ronne (Telgte) auf Picador geschlagen geben.

Hasberger wollen Turnier neu ausrichten

Für die Zukunft stellte Vereinssprecherin Dörthe Weßling eine Neuausrichtung der Ausschreibungen in Aussicht. So sollen nach dem Willen des Vereins künftig die Klassen derart aufgeteilt werden, dass hauptsächlich Amateurreiter zum Zuge kommen. Zudem wolle der Verein wieder ein Event für Freizeitreiter anbieten. Eine ungewöhnliche Richtung könnte die Veranstaltung in der Haslage mit der geplanten Zusammenarbeit mit dem Deutschen Eselzuchtverband nehmen. „Es liegt eine Anfrage für die Ausrichtung eines Eselturniers vor“, verriet Stratemeier. Nach der letzten Entscheidung zogen am Sonntag die Organisatoren des RuF eine positive Bilanz des Wochenendes. „Es waren wieder erstaunlich viele Besucher hier“, freute sich der Präsident in seinem Schlusswort.