Siegmann: „Wie eine Befreiung“ Hasberger CDU-Fraktionschef fängt mit CDW neu an

Meine Nachrichten

Um das Thema Hasbergen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sönke Siegmann tritt bei der Kommunalwahl am 11. September nicht mehr für die CDU Hasbergen, sondern für die CDW in Hasbergen an. Foto: Jean-Charles FaysSönke Siegmann tritt bei der Kommunalwahl am 11. September nicht mehr für die CDU Hasbergen, sondern für die CDW in Hasbergen an. Foto: Jean-Charles Fays

Hasbergen. CDU-Fraktionschef Sönke Siegmann schildert im Interview, warum der Neuanfang mit der Christlich Demokratischen Wählergemeinschaft (CDW) für ihn „fast wie eine Befreiung“ ist.

Warum haben Sie als CDU-Fraktionsvorsitzender die Christlich Demokratische Wählergemeinschaft (CDW) gegründet und treten bei der Kommunalwahl am 11. September gegen die CDU an?

Wir haben viele Methoden für eine Einigung mit dem CDU-Parteivorstand versucht. Ohne Erfolg: Wir haben Einzelgespräche geführt, wir haben zwischen Fraktion und Parteivorstand Gespräche geführt, wir haben eine Mediation durch einen Richter begonnen, die Ende vergangenen Jahres aber leider einseitig beendet worden ist. Warum das so war weiß die CDU-Fraktion nicht. Darüber hinaus haben wir den Kreisparteivorsitzenden und den Kreistagsfraktionsvorsitzenden in Gesprächen um Hilfe gebeten. Das alles hat leider nicht gefruchtet. Deshalb haben die anderen CDU-Fraktionsmitglieder und ich die CDW gegründet, und ich muss sagen: Es ist für mich fast wie eine Befreiung.

Welches Problem haben Sie und die sechs anderen CDU-Fraktionsmitglieder, die nicht mehr für die CDU antreten, mit der Hasberger CDU-Parteichefin Susanne Breiwe?

Der Konflikt schwelt schon lange und hat sich dann mit dem Thema Neue Mitte und den Vorstellungen von Frau Breiwe und der CDU-Ratsfraktion weiter hochgeschaukelt. Das passte da nicht mehr zusammen.

Hat die CDU-Parteichefin Breiwe Ende 2015 die klare Linie vorgegeben, wer seine positive Meinung zu einem Rathaus nicht aufgibt, der hat bei der kommenden Wahl keinen Platz mehr auf der CDU-Liste?

Das ist korrekt. So haben es zumindest die meisten verstanden. Grundsätzlich kann ja Frau Breiwe nicht alleine festlegen, wer auf eine Liste kommt. Das macht eine Mitgliederversammlung, die wählt. Frau Breiwe hat es aber dennoch so artikuliert und die Fraktion so unter Druck gesetzt.

War die CDW-Gründung die Reaktion darauf?

An der Diskussion um den Rathausneubau ist die Situation eskaliert. Primär liegt es aber daran, dass wir mit der Parteiführung von Frau Breiwe sehr unglücklich sind. Das zentrale Beispiel: So lange ich mich erinnern kann, haben die Parteien in den vergangenen 25 Jahren versucht, das Beste für Hasbergen zu machen. Grundsätzlich gibt es den „Hasberger Weg“. Wir versuchen miteinander zu sprechen und es für die Kommune auf den Weg zu bringen. Frau Breiwe sieht es grundsätzlich anders. Sie ist der Ansicht, man muss klare Kante zeigen und sich von allen andern abgrenzen. Dialog miteinander wird parteipolitischen Prinzipien untergeordnet. Die Partei gibt aus ihrer Sicht die Linie vor und daran sind alle, auch die Ratsfraktion, gebunden.

Hat sich Frau Breiwe nicht bemüht, die aktuelle CDU-Fraktion zum Weitermachen zu bewegen, als auch die Hasberger Bürger bei der Abstimmung für ein neues Rathaus votierten?

Nein, sie persönlich - zu keinem Zeitpunkt.

Hat Frau Breiwe Ihnen gegenüber eine Reaktion gezeigt, als es in der Zeitung stand?

Nein. Frau Breiwe hat aber auch schon geraume Zeit nicht mehr mit mir kommuniziert. Das muss sie ja auch nicht. Im Kontext der Listenaufstellung hat sie mir letztmalig eine Nachricht geschrieben, dass ich mit den Fraktionsmitgliedern sprechen und eine Erklärung abgeben muss, ob ich kandidiere. Ansonsten hat Frau Breiwe darüber hinaus lange nicht mehr mit mir gesprochen.

Wann haben Sie Frau Breiwe gesagt, dass Sie die CDW gründen möchten?

Frau Breiwe hat das sicherlich aus der Zeitung erfahren. Ich habe es für notwendig erachtet, Teile der Mitgliederschaft, sowie dem Kreisvorsitzenden, dem Kreistagsfraktionsvorsitzenden, die Landtags- und Bundestagsabgeordneten der CDU zu informieren, bevor es in der Zeitung steht.

Für die CDW dürfen Sie bei der Kommunalwahl aber auch als CDU-Mitglied antreten, richtig?

Das ist kein Problem, da wir eine Wählergemeinschaft sind – unabhängig davon, welcher Partei wir angehören. Natürlich dürfte ich nicht gleichzeitig für die CDU und die CDW kandidieren, aber das mache ich ja auch nicht. Wir werden als CDW eine Alternative für die Bürger anbieten, was sie für den richtigen Weg halten – sowohl personell als auch inhaltlich. Und zwar nicht nur eine Alternative zur CDU, sondern auch zur SPD, die zurzeit die Mehrheit im Rat hat.

Wie ist es überhaupt möglich, als aktueller CDU-Fraktionschef bei der Kommunalwahl gegen die CDU anzutreten?

Ich empfinde mich als Christdemokrat und bleibe das solange bis die CDU Deutschland sagt: Wir wollen dich nicht mehr haben. Meine politische Überzeugung hat sich nicht verändert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN