Hightech für den Acker Amatechnica bei den Amazonen-Werken in Hasbergen

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Hasbergen. Aus den Lautsprechern dröhnen die ersten Takte von „Thunderstruck“ von ACDC. Und der Boden scheint tatsächlich etwas zu beben, als die großen Traktoren ihre leuchtend orange-grünen Anbaugeräte in das mit großen Strohballen abgegrenzte Rondell schleppen. Alle zwei Jahre lädt der Hasberger Landmaschinenhersteller Amazone Landwirte, Lohnunternehmer und Vertriebspartner zur „Amatechnica“ in sein Stammwerk.

Die Agritechnica klingt nicht im Namen mit: Die „Amatechnica“ der Amazone-Werken findet inzwischen traditionell sechs Monate nach der weltgrößten agratechnischen Fachmesse statt. Und rückt natürlich die orange-grünen Produkte der Hasberger für Landwirte, aber auch Kommunen in den Mittelpunkt.

Säen auf 15 Metern Breite

Eine Sämaschine ist eine Sämaschine ist eine Sämaschine? Weit gefehlt: Was heute hinter den PS-starken Schleppern in den Krafthebern hängt, erinnert bestenfalls noch optisch an die im Vergleich zierlichen Maschinen von vor 20 Jahren. Die größten Sämaschinen der Amazonen-Werke bestellen die Äcker inzwischen auf einer Breite von 15 Metern. Abnehmer für die gewaltigen Maschinen finden sich unter anderem in Russland.

Groß und stark allein reicht aber schon lange nicht mehr. Innovativ muss die Technik sein. Und ist sie: Der Amazone Düngerstreuer ZA-TS mit Argus Twin wurde von den Landtechnik-Redakteure des dlv Deutschen Landwirtschaftsverlages als „Maschine des Jahres 2016“ ausgezeichnet. Das Besondere am ZA-TS: Radarsensoren überwachen und korrigieren den Düngerzugfluss und optimieren so die Verteilung. Mit immerhin 26 Medaillen bei den letzten acht Agritechnica-Ausstellungen zählen die Amazonen-Werke zu den innovativsten Unternehmen der Landmaschinenbranche .

Hightech aus Hasbergen

Auch wenn moderne Feldspritzen wie die Pantera ihre Sprüharme auf eine Breite von bis zu 40 Metern entfalten können, beim Kunden gepunktet wird derzeit besonders mit Sensorik und Mikroelektronik. Unter der immer noch rustikalen Schale der Landmaschinen verbirgt sich computer- und GPS-unterstützte Hightech.

„Precision Farming“, etwa: Präzisionslandwirtschaft, lautet nicht umsonst das Motto – egal ob es um Sämaschinen, Düngerstreuer oder Feldspritzen geht. Vor wenigen Jahren hieß das noch „intelligenter Pflanzenbau“, schließlich hat sich das Hasberger Traditionsunternehmen auf Bodenbearbeitung, Saat, Düngung und Pflanzenschutz spezialisiert. Ein anderes Synonym: „Farming 4.0“. Auch wenn die Begriffe variieren, die Grundidee bleibt: Mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln soll sparsam umgegangen werden. So viel wie nötigt, aber so wenig, wie möglich. Das ist nicht nur gut für die Kostenrechnung des Landwirts, sondern auch für die Umwelt.

Gäste aus dem In- und Ausland

Über 60 Maschinen von Pflug, den die Amazonen-Werke seit etwa vier Jahren im Programm hat über Sämaschinen, Feldspritzen, Düngerstreuern und Eggen bis hin zu kommunalen Anbaugeräten sind in der Ausstellung zu sehen. Gut 30 davon wurden den rund 6000 erwarteten Gästen – 4000 davon aus dem Ausland – bei einer Ringvorführung vorgestellt, gut zwei Dutzend zudem im praktischen Feldeinsatz vorgeführt.

Und die Entwicklung ist noch nicht zu Ende: Der zusammen mit Bosch und der Hochschule Osnabrück entwickelte „BoniRob“ erlaubt schon jetzt einen Blick in die Zukunft mit autonom agierenden Feldrobotern.

„Die Anzahl der internationalen Besucher ist deutlich größer als bei der letzten Amatechnica vor zwei Jahren“, freut sich Dirk Brömstrup von der Unternehmenskommunikation. Viele von ihnen kommen aus dem Benelux-Raum und Dänemark, aber auch aus der Ukraine, Russland, Frankreich, England, China, Kanada, Chile und Japan erwartete das Unternehmen Gäste. Immerhin beträgt der Exportanteil der Amazone-Produkte rund 80 Prozent.

Und denen wurden nicht nur die aktuellen Maschinen aus Hasbergen demonstriert: Dutzende alte Traktoren lockten ebenso wie eine liebevoll instand gesetzte Amazone-Sä-Kombination aus den 60er Jahren, als das leuchtende Amazone-Orange noch ein ziemlich mattes Beige war.

Umsatzrückgänge in 2015

Inzwischen produziert Amazone an mehr als einem halben Dutzend Standorten im In- und Ausland. Und verbuchte wie andere Hersteller der Landtechnikbranche im vergangenen Jahr Umsatzrückgängen. Immerhin: Für 2016 erwartet das Unternehmen wieder eine Steigerung. Derzeit produzieren 1800 Mitarbeiter jährlich über 25000 Landmaschinen, die in über 70 Länder verkauft werden.

Und weil die Gäste potenzielle Kunden sind, kam auch das Rahmen- und Unterhaltungsprogramm nicht zu kurz. Das Spektrum reichte vom Hubschrauberrundflug über Werksbesichtigungen und Vorträge bis hin zur abendlichen Feier und dem Motto „Vom Feld ins Zelt“ mit den „Country Girls“.


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