Naturpädagogische Ferien Hasbergen: Kinder erleben Wald als Zuhause

Von Danica Pieper

<em>Die Waldkids erkunden</em> die Natur und fühlen sich schon nach kurzer Zeit wie Zuhause. Foto: Danica PieperDie Waldkids erkunden die Natur und fühlen sich schon nach kurzer Zeit wie Zuhause. Foto: Danica Pieper

Hasbergen. Es muss nicht immer der Spielplatz sein: Auch die Natur bietet reichlich Möglichkeiten, Kinder bei Laune zu halten, wie die naturpädagogische Ferienbetreuung der Evangelischen Familienbildungsstätte Osnabrück zeigt. Eine Woche lang erkunden die Kinder im Rahmen des sogenannten „Wildnisabenteuers“ den Hüggel und lernen dabei viel über den Wald und seine Bewohner.

Obwohl es für die Kinder erst der zweite Tag im Wald ist, fühlen sie sich schon ganz wie zu Hause. Kaum dass sie das Lager am Hang des Hüggels erreicht haben, verschwinden Nele (10), Flora (10) und Nick (9) auch schon in einer laubbedeckten Höhle im Boden. „Die haben wir selbst gebaut“, berichtet Nick. Wir – das sind zwölf Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren, die sich selbst die „Waldkids“ nennen. Sie sind Teilnehmer des Wildnisabenteuers, einer Aktion der Evangelischen Familienbildungsstätte Osnabrück in Kooperation mit dem Verein „Natur unterwegs“ und dem Kinder- und Familienservicebüro der Gemeinde Hasbergen.

Ziel der Veranstaltung ist es, Eltern zwischen dem Ende des Kindergartenjahres und dem Beginn der Schule eine qualifizierte Ganztagsbetreuung zu bieten, während die Kinder die Möglichkeit erhalten, die Natur zu entdecken. „Viele Kinder wohnen zwar hier in Hasbergen, aber kennen den Wald gar nicht“, erklärt Martina Kischel, Leiterin der Familienbildungsstätte.

Viel zu entdecken gibt es in der Tat: Während Nele, Flora und Nick noch darüber diskutieren, wie sie die Höhle winterfest machen, zeigen Sönke, Felix, Timon und Arian (alle 8 Jahre alt) die Spinnen und Tausendfüßler, die sie gefangen haben. „Wir haben auch eine gelb-schwarze Raupe gefunden, aber die ist wieder verschwunden“, erzählt Tim (6). „Das war eine Erleneule“, ergänzt Natur- und Wildnispädagogin Björg Dewert, die die Kinder zusammen mit den Honorarkräften Zanele Kanda und Marius Glissmann betreut.

Nach anderthalb Tagen können die Waldkids bereits auf eine ganze Reihe Aktivitäten zurückblicken: So haben sie unter anderem einen Schutz für ein Hummelnest gebaut und „Säbelzahntigerzähne“ aus Holz geschnitzt, die sie wie Trophäen um den Hals tragen. Besonders stolz sind sie aber auf die Toiletten, die sie selbst errichtet haben–- inklusive Sichtschutz und Toilettenpapierhalter. Außerdem rennen die Kinder mit Vorliebe die Hänge des Hüggels herauf und herunter oder sie lauschen den Geräuschen des Waldes. „Wir haben kein vorgefertigtes Programm“, erklärt Dewert. „Wir schauen, wie das Wetter ist und dann entscheiden wir, was wir machen.“

Kischel möchte das Projekt, das von der Stiftung Stahlwerk und der Gemeinde Hasbergen gefördert wird, auch im nächsten Jahr wieder anbieten: „Für die Eltern ist es eine große Entlastung, und die Kinder lernen den respektvollen Umgang mit Natur und Tieren.“ Auch für Katrin Schmidt vom Kinder- und Familienservicebüro ist das Wildnisabenteuer eine besondere Aktion: „Nach acht Stunden kommen glückliche Kinder aus dem Wald. Dieses Strahlen erlebe ich sonst nicht.“