Neue Homepage zum Rathaus Ex-Amazone-Chef gegen neues Rathaus Hasbergen

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Hasbergen. Der ehemalige Chef von Amazone, Klaus Dreyer, schaltet sich in die Rathaus-Diskussion in Hasbergen ein. Er spricht sich gegen einen Neubau aus und führt auf seiner neuen Homepage rathaus-hasbergen.de die Gründe dafür aus. So muss eine Sanierung laut Dreyer nicht die veranschlagten 2,6 Millionen Euro verschlingen, mit 2,1 Millionen Euro komme man auch hin.

Der 82-Jährige kennt sich mit Zahlen aus. Er war 41 Jahre lang Geschäftsführer des Landmaschinenherstellers Amazone. Seit 1999 ist er Repräsentant des größten Hasberger Gewerbesteuerzahlers, kümmert sich um die Firmenzeitung „Amazone report“ und beobachtet interessiert die Lokalpolitik. Seine Philosophie ist: „Reich wird man nicht durchs Geld ausgeben. Wir gehen sorgfältig und verantwortungsbewusst mit unserem Geld um. Das erwarte ich auch von der Gemeinde.“

Mit Millionen an Gewerbesteuern soll Hasbergen verantwortungsbewusst umgehen

Auf seiner Homepage, die seit einigen Wochen online ist, schreibt er, dass sein Unternehmen viele Millionen an Gewerbesteuern allein für Hasbergen gezahlt habe. Dieses Geld will er aber sinnvoll investiert sehen. Er stellt nicht infrage, dass das alte Rathaus modernisiert werden muss, aber ein neues Rathaus hält er für unsinnig.

„Kurioser Fehler bei der Auftragsvergabe“

Dreyer kritisiert die Verwaltung für einen „kuriosen Fehler bei der Auftragsvergabe an die Gutachter“, die die Sanierungskosten beziffern sollten. Er zitiert aus der Vergabe: „Die Kosten für die Sanierung und Umbau des Rathauses in Hasbergen sind zu ermitteln. Hierfür ist der Sanierungsbedarf einzuschätzen, die erforderlichen Maßnahmen für die Herstellung eines einem Neubau vergleichbaren Standards sind zu erfassen und in einer Kostenschätzung zu bewerten.“

„Das ist eine vollkommen übertriebene Forderung“

Dreyer kommentiert: „Das ist eine vollkommen übertriebene Forderung. Das bedeutet, dass alle Fußböden, alle Türen, alle Fenster und sogar der Putz an den Wänden erneuert werden müssen. Wenn ich ein altes Haus restauriere, dann ist ein dem Neubau vergleichbarer Standard eigentlich unmöglich. Wenn ich einen Neubau haben will, baue ich ein neues Haus.“ Dreyer wirft der Hasberger Verwaltung vor, dass das Gutachten nicht zum Zwecke der Sanierung beauftragt worden sei, „sondern um darzulegen, dass es besser ist, ein neues Rathaus zu bauen.“

Einsparpotenzial von 520000 Euro

Der Maschinenbauer listet das Einsparpotenzial postenweise auf. Für einen gläsernen Aufzug vor dem Gebäude anstatt im Rathaus 80000 Euro weniger, für eingesparte Container mit Umzugskosten 140000 Euro weniger, für einen kleineren Anbau 200000 Euro und für einen Umzug in das neue Rathaus sieht er eine Ersparnis von 50000 Euro vor. Zudem könnten weitere 130000 Euro eingespart werden, sodass er insgesamt auf ein Einsparpotenzial von 520000 Euro kommt. Ursprünglich waren für die Restauration und den Erweiterungsbau für den neuen Ratssitzungssaal in dem Gutachten 2,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Den Anbau hält Dreyer für „unverantwortbar großzügig entworfen“. Dieser könne mindestens um die Hälfte reduziert werden. „Entsprechend groß werden die Einsparungen sein“, betont Dreyer. Durch den Aufzug, der nicht mitten im Rathaus eingebaut, sondern an der Außenwand angebracht würde, würde der laufende Betrieb zudem nicht übermäßig gestört, sodass die Lösung wiederum dazu führen würde, dass die Verwaltung während der Sanierung nicht für 18 Monate in ein Containerdorf ausgegliedert werden müsste. Die Kosten dafür waren mit 140000 Euro beziffert worden. Dreyer weist darauf hin, dass ein solcher gläserner Aufzug an der Außenwand auch bei Amazone für 40000 Euro realisiert wurde und dieser zudem das Hasberger Rathaus schmücken würde.#

Neues Rathaus würde nicht in die „Neue Mitte“ passen

Ein neues Rathaus würde zudem nicht in die „Neue Mitte“ passen, weil dann kein Platz mehr für den von den Bürgern gewünschten „Wohlfühlpark“ übrig bleibe. Zudem resümiert er: „Ein neues Rathaus würde sicher doppelt so teuer wie die Restaurierung und Erweiterung des vorhandenen Rathauses werden.“

Hier geht es direkt zur Homepage, die der 82-jährige Klaus Dreyer mit der Hilfe der PR-Abteilung von Amazone online gestellt hat: www.rathaus-hasbergen.de


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